Franziskus Jordan, 21. Juli

Franziskus Maria vom Kreuze Jordan (1848-1918) stammt aus Gurtweil, Waldshut-Tiengen. Ein Priester mit brennendem missionarischem Eifer, tiefem Vertrauen auf Gottes Vorsehung.

 
Lass dich nicht entmutigen, auch wenn du ganz allein für Christus zu kämpfen scheinst.“
 
 „Wage Großes für Gott – beginne mit dem, was du hast.“

 „Verkünde das Evangelium mit allen Mitteln, die dir zur Verfügung stehen, und wenn nötig, mit Worten.“

„Die Liebe Christi kennt keine Grenzen – auch nicht die der Konfession.“
 

Namen
Ordensnamen: Franziskus Maria vom Kreuze Jordan
Taufname: Johann Baptist Jordan
 
Lebensdaten
Geboren: 16. Juni 1848 in Gurtweil, Waldshut-Tiengen (Süddeutschland); gestorben:  8. September 1918 in Tavers (West-Schweiz).
 
Zeitgenossen 
• Thérèse von Lisieux (1873–1897), Frankreich, Kirchenlehrerin.
• Arnold Janssen (1837–1909), Deutschland – Gründer der Steyler Missionare (SVD).
• Daniel Comboni (1831–1881), Italien – Gründer der Comboni-Missionare und der Comboni-Missionsschwestern mit dem Schwerpunkt Afrika.
• Pius X. (1835–1914), Italien, Papst.
• Francesca Saverio Cabrini (1850–1917), Italien/USA – Gründerin der Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu (Missionary Sisters of the Sacred Heart). Sie widmete sich besonders der Seelsorge unter Auswanderern.
• Maria von den Aposteln (Maria Theresia von Wüllenweber) (1833–1907), Deutschland – Mitgründerin der Salvatorianerinnen gemeinsam mit Franziskus Jordan.
• Katharina Drexel (1858–1955), USA – Gründerin der Sisters of the Blessed Sacrament; Einsatz für die Evangelisierung und Bildung der afroamerikanischen und indigenen Bevölkerung.

Lebensgeschichte 
Franziskus ( Johann Baptist) Jordan  wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Mit 15 Jahren verlor er durch einen Unfall seinen Vater, und aus dem fröhlichen „Lausbub“, der er bis dahin war, wurde ein ernster und ruhiger junger Mann. Die finanzielle Lage der Familie ließ seinen Wunsch Priester zu werden, zunächst nicht zu.
 
Nach der Grundschule machte er eine Ausbildung zum Anstreicher und Dekorationsmaler in Waldshut und begab sich danach als Geselle auf Wanderschaft. Während dieser Zeit sah und erlebte er die Auswirkungen des deutschen Kulturkampfes gegen die katholische Kirche und erkannte die Gefahr, dass durch staatliche Sanktionen der Einfluss der Kirche auf Bildung und Gesellschaft schwinden und sich zunehmend die Menschen von Gott abwenden würden.
 
In dieser Situation verstärkte sich seine Berufung zum Priestertum. Zwei Priester in Waldshut bereiteten den nun 21-Jährigen durch Privatunterricht auf den Besuch des Gymnasiums in Konstanz vor.
Nach dem Abitur studierte Jordan Theologie und Philologie in Freiburg im Breisgau und wurde am 21. Juli 1878 in St. Peter im Schwarzwald zum Priester geweiht.
 
Da er wegen des Kulturkampfes im Erzbistum Freiburg keine priesterlichen Aufgaben übernehmen durfte, schickte ihn sein Bischof zur Fortführung seines Sprachstudiums nach Rom. Jordan war ein wahres Sprachgenie, etwa 25 Sprachen beherrschte er fließend und in 50 weiteren konnte er sich verständigen.

In Rom wuchs seine Überzeugung, einen internationalen Orden zu gründen, der vor allem die Mission sowie die Glaubenslehre und Mitarbeit der Laien in der Kirche in den Blick nahm. Aufgabe der zukünftigen Mitglieder wurde es, den christlichen Glauben überall hinzutragen und zu verkünden. Neben dem religiösen Unterricht wurden auch die Mittel der modernen Kommunikation (Presse) verwendet sowie Wissenschaft und Forschung gefördert und in Publikationen veröffentlicht und zugänglich gemacht.
 
Ein ganz besonderes Anliegen war Jordan die Zusammenarbeit mit allen Getauften, Frauen und Männern, welche in ihrer Arbeit und Freizeit, sprich: in ihrem alltäglichen Leben, Jesu Wort und Botschaft im gelebten Vorbild bewußt verkünden. Pater Franziskus Jordan wollte Männer und Frauen, Ordenschristen und Laien als gleichberechtigte Partner für seine apostolische Vision und für die Sendung in Kirche und Gesellschaft gewinnen.
 
Am 8. Dezember 1881 gründete er in Rom die Apostolische Lehrgesellschaft, aus der sich die Salvatorianischen Gemeinschaften entwickelten: Salvatorianer, Salvatorianerinnen und die Gemeinschaft Salvatorianischer Laien.
 
Seinem apostolischen Eifer entsprechend entsandte Pater Jordan schon ab 1890 Ordensleute aus beiden Gemeinschaften in die ganze Welt. Sein ganzes Leben über war für ihn wichtig, den Glauben zu allen Menschen in alle Länder und Kontinente, ja bis an die äußersten Grenzen der Erde zu bringen. Trotz seiner schwachen Gesundheit bemühte er sich, die jungen Gemeinschaften überall auf der Welt persönlich zu besuchen und die Mitglieder dort zu stärken.
 
Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges musste die Ordensleitung aus politischen Gründen von Rom in die neutrale Schweiz nach Fribourg im Üchtland verlegt werden, wo Pater Jordan die letzten Jahre seines arbeitsreichen Lebens verbrachte.
 
Pater Franziskus Jordan starb zu einer Zeit, als die Welt von der verheerenden Pandemie der Spanischen Grippe heimgesucht wurde die weltweit Millionen Todesopfer forderte. Die Salvatorianer brachten am 25. August 1918 ihren todkranken Stifter in das ärmliche Altersheim der Vinzentinerinnen nach Tafers bei Fribourg, weil alle Krankenhäuser rundum wegen dieser Pandemie belegt waren. Dort starb Franziskus am 8. September 1918.
 
Verehrung
Im Ruf der Heiligkeit wurde Pater Franziskus Jordan in der Pfarrkirche in Tavers beigesetzt. Später wurden seine Gebeine in das Mutterhaus der Salvatorianer in Rom direkt am Petersplatz überführt. 
 
Am 15. Mai 2021 wurde Pater Jordan von Papst Franziskus in Rom seliggesprochen.

Der Gedenktag ist am 21.7. - dem Tag seiner Priesterweihe. 
(Text: vgl. Pater Bernhard Fuhrmann svd)
 
Weitere Informationen auf der Webseite: "Seligsprechung von Pater Jordan"
 
Quellen:
vgl. deutsche-biographie.de; 2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere
 
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