“Besser die Hände gefesselt als der Wille.“
Franz Jägerstätter verweigerte aus christlicher Überzeugung den Kriegsdienst für die Nationalsozialisten und wurde deshalb am 9.8.1943 hingerichtet.
Gebet
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast dem Seligen Märtyrer Franz Jägerstätter die Kraft gegeben, bis in den Tod für den Glauben einzutreten; gewähre uns auf seine Fürsprache dir mit ungeteiltem Herzen entgegenzugehen, der du allein unser Leben und unser Heil bist. Durch unseren Herrn Jesus Christus.
du hast dem Seligen Märtyrer Franz Jägerstätter die Kraft gegeben, bis in den Tod für den Glauben einzutreten; gewähre uns auf seine Fürsprache dir mit ungeteiltem Herzen entgegenzugehen, der du allein unser Leben und unser Heil bist. Durch unseren Herrn Jesus Christus.
Namen
Franz Jägerstätter, als Franz Huber geboren.
Gedenktag
21. Mai (der Tauftag)
Lebensdaten
Geboren am 20. Mai 1907 in Sankt Radegund, in Oberösterreich, Österreich-Ungarn; gestorben (hingerichtet) am 9. August 1943 in Brandenburg-Görden, Preußen, Deutsches Reich.
Lebensgeschichte
Franz Jägerstätter wurde als uneheliches Kind der Bauernmagd Rosalia Huber am 20. Mai 1907 geboren. Der Vater war Franz Bachmeier, ein Knecht. Sie durften nicht heiraten und Rosalia das Kind nicht erziehen da sie zu arm waren. Für die Erziehung war zunächst die Großmutter, Elisabeth Huber, verantwortlich, die eine liebevolle, fromme und vielseitig interessierte Frau war.
1915 fiel Franz Bachmeier als Soldat im ersten Weltkrieg. Darauf kam Franz auf den Hof seiner Großeltern väterlicherseits. Franz‘ Mutter, heiratete 1917 den Landwirt Heinrich Jägerstätter, in Sankt Radegund. Sie nahm ihren Sohn zu sich und ihr Mann adoptierte den 10-jährigen Franz. Die Ehe blieb kinderlos, wodurch Franz nun mit Familiennamen Jägerstätter hieß und der Hoferbe wurde.
Der Großvater, stiefväterlicherseits , Matthäus Jägerstätter, der ebenfalls auf dem Hof lebte, besaß viele Bücher und weckte bei Franz die Freude am Lesen. Von 1927 bis 1930 arbeitete Franz als Bergarbeiter. Als 1933 sein Adoptivvater starb, erbte Franz den Bauernhof. Wenige Monate danach, am 1. August 1933 brachte die Magd Theresia Auer ein Mädchen zur Welt. Franz Jägerstätter bekannte sich zur Vaterschaft des unehelichen Kindes und blieb dem Kind ein fürsorglicher Vater. Am 9. April 1936 heiratete Franz Jägerstätter Franziska Schwaninger. Die Vermählten verzichteten auf eine Hochzeitsfeier (der Hochzeitstag war der Gründonnerstag in der Karwoche) und machten stattdessen eine Wallfahrt nach Rom. Der Ehe entstammten drei Töchter.
Franziska Schwaninger, war ein fromme Frau. Gemeinsam bewirtschafteten sie den Bauernhof. Die Eheschließung wurde zu einem Wendepunkt im Leben von Franz. Angeregt durch die Frömmigkeit seiner Frau, feierte Franz nun häufiger die Heilige Messe, er betete gemeinsam mit seiner Frau, las täglich in der Bibel, studierte die kirchlichen Lehrschreiben der Päpste und las religiöse Literatur, insbesondere Heiligenbeschreibungen. Franziska sagte: „Wir haben einer dem anderen weiter geholfen im Glauben.“ Franz Jägerstätter bemerkte einmal: „Ich habe mir nie vorstellen können, dass Verheiratetsein so schön sein kann.“
Im Januar 1938 sah er in einem Traum einen Zug, in den immer mehr Menschen einstiegen, und hörte eine Stimme sagen: „Dieser Zug fährt in die Hölle“. Er deutete diesen Traum als Warnung vor dem Nationalsozialismus. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, am 12. März 1938 lehnte er es ab, das ihm angebotene Amt des Bürgermeisters zu übernehmen. Bei der am 10. April folgenden Volksabstimmung über den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, votierte er als Einziger im Ort mit „Nein“. Ursprünglich wollte er der Volksabstimmung fern bleiben. Seine Frau befürchtete aber negative Konsequenzen für die Familie, woraufhin er doch teilnahm. Er gab die einzige “Nein”-Stimme des ganzen Dorfes ab. Die Wahlbehörde allerdings unterschlug seine Gegenstimme und meldete eine 100%ige Zustimmung für den Anschluss. Diesen Tag, "bei dem viele Pfarrer auch mit „Ja“ gestimmt haben müssen", bezeichnete Franz später als "den Gründonnerstag Österreichs“, denn „dort ließ sich die Kirche Österreichs gefangen nehmen“.
Seine Ablehnung gegenüber dem Nationalsozialismus zeigte sich zunächst darin, dass er sich aus dem öffentlichen Leben seiner Gemeinde immer mehr zurückzog, er nahm Vergünstigungen durch die NSDAP nicht in Anspruch und spendete nichts für die Partei, obwohl er sonst sehr freigebig war.
Am 17. Juni 1940 wurde er zur Wehrmacht einberufen und zum Fahneneid aufgefordert. Weil er es „für eine Sünde angesehen habe, den Befehlen des Staates nicht zu gehorchen“, leistete er den befohlenen Fahneneid auf Hitler aber er lehnt es ab, um Freistellung vom Wehrdienst anzusuchen, obwohl er es ablehnte den Wehdienst auszuüben. Durch die Intervention des Bürgermeisters um ihn zu schützen konnte er nach wenigen Tagen auf seinen Hof zurückkehren. Im Oktober 1940 wurde er aber zur Grundausbildung als Kraftfahrer nach Enns einberufen. Dort trat er in die Bruderschaft des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus ein. Auf Ansuchen seiner Heimatgemeinde - wiederum um ihn zu schützen - wurde er im April 1941 als unabkömmlich eingestuft und konnte zu seiner Familie zurückkehren. Ab da feierte er täglich die heilige Messe mit und übernahm ab Sommer 1941 den Mesnerdienst in Sankt Radegund.
„Es wäre mir nicht zuviel, wenn ich hundert Kilometer zu Fuß wandern müsste, um einem Messopfer beiwohnen zu können.“ sagte er.
Die negativen Erfahrungen beim Militär, die Euthanasiemorde des NS-Regimes, von denen er um diese Zeit erfuhr, und die Verfolgung der katholischen Kirche durch die Nationalsozialisten festigten seinen Entschluss, den Kriegsdienst zu verweigern. Die folgenschwere Entscheidung Jägerstätters basierte sowohl auf den zahlreichen Gesprächen und Briefen mit Freunden und Geistlichen als auch auf der Lektüre der Bibel, von zahlreichen Kleinschriften und Büchern.
Franz erklärte öffentlich, dass er als gläubiger Katholik keinen Wehrdienst leisten dürfe, da es gegen sein religiöses Gewissen wäre, für den NS-Staat zu kämpfen. Seine Umgebung versuchte ihn umzustimmen und wies ihn auf die Verantwortung seiner Familie gegenüber hin, konnte seine Argumente aber nicht widerlegen. Er sprach sogar mit dem Bischof von Linz; auch dieser riet ihm von einer Wehrdienstverweigerung ab. Seine Ehefrau aber unterstützte ihn, obwohl sie sich der Konsequenzen bewusst war.
Einen Tag nach seiner Erklärung, keinen Dienst mit der Waffe zu leisten, am 2. März 1943, wurde Franz Jägerstätter verhaftet und in das Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis in Linz gebracht. Er blieb während der Haft in Linz in Briefkontakt mit seiner Familie. Er weigerte sich, seine Wehrdienstverweigerung zu widerrufen. Seine letzten Zweifel wurden zerstreut, als er durch den Gefängnisseelsorger erfuhr, dass der österreichische Pallottinerpater Franz Reinisch ebenfalls den Wehrdienst verweigert hatte und dafür hingerichtet worden war. Jägerstätter meinte: „Das habe ich doch immer gesagt, ich kann doch nicht auf dem falschen Weg sein, wenn aber sogar ein Priester sich so entschieden hat und dafür in den Tod gegangen ist, dann darf ich es auch tun.“
Am 6. Juli verurteilte ihn der 2. Senat des Reichskriegsgerichts (RKG) in Berlin-Charlottenburg wegen Zersetzung der Wehrkraft zum Tode. Am 14. Juli wurde das Urteil bestätigt. Laut den Gerichtsunterlagen war Jägerstätter bereit, Sanitätsdienst zu leisten, worauf das Gericht jedoch nicht einging.
Franz Jägerstätter wurde am 9. August 1943 im Zuchthaus Brandenburg an der Havel um 16 Uhr durch das Fallbeil hingerichtet. Sein Leichnam wurde am 11. August 1943 verbrannt. Anstatt jedoch den Vorgaben der Anstaltsbetreiber zu folgen, wonach für zum Tode Verurteilte eine anonyme Bestattung vorgesehen war, wurde die Urne mit Namen, Geburts-, Todes- und Kremationsdatum beschriftet und auch der Schamottestein mit der Verbrennungsnummer zur eindeutigen Identifikation beigegeben. Bestattet wurde die Urne auf dem städtischen Friedhof, wo Franziskanerinnen Blumen am Bestattungsort pflanzten, nachdem ihnen der Friedhofsverwalter den Ort gezeigt hatte. Im Juni 1946 wurde die Urne auf Wunsch von Franziska Jägerstätter durch eine Franziskanerin nach Österreich gebracht, wo sie am 9. August 1946 an der südseitigen Kirchenmauer, links vom Eingang in die Kirche, beigesetzt wurde. Der Pfarrer schrieb dazu in die Pfarrchronik: „Meine Nachfolger bitte ich, dieses Grab zu erhalten.“
Verehrung
Franz Jägerstätters Tod sorgte auch posthum für Kontroversen. Seiner Frau Franziska wurde vielfach der Vorwurf gemacht, sie wäre am Tod ihres Mannes mitschuldig, weil sie ihn nicht von seiner Kriegsdienstverweigerung abgehalten habe. Sie beteuerte, sie habe sehr wohl versucht, ihren Mann umzustimmen aber „ich habe es dem Franzl nicht ausreden können“, sagte sie in einem Interview.
2007-2010 behauptete der an der Militärakademie Wiener Neustadt tätige katholische Militärsuperior, Franz Jägerstätter sei „ein bedauernswertes Opfer seines irrenden Gewissens und der äußeren Umstände seiner Zeit“ gewesen, der an einem Krieg nicht teilnehmen wollte, der von vielen als „gerechter Verteidigungskrieg“ gesehen wurde. Der Militärgeistliche zitierte in diesem Zusammenhang den Trierer Bischof Bornewasser (1866–1951), der 1947 in einem Hirtenbrief geschrieben hatte: „Vaterlandsliebe bedeutet Treue. Wer die Treue bricht, ist ein Verräter.“
Unter anderem durch die Unterstützung des späteren Erzbischofs von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, wurde 1997 der Seligsprechungsprozess auf diözesaner Ebene eingeleitet. Am 1. Juni 2007 autorisierte Papst Benedikt XVI. die Veröffentlichung der kirchlichen Anerkennung des Martyriums Franz Jägerstätters. Die Seligsprechung erfolgte mit der Verlesung des von Benedikt XVI. approbierten Apostolischen Schreibens Omnia possideo durch Kurienkardinal José Saraiva Martins am 26. Oktober 2007 im Linzer Dom.
Als liturgischer Gedenktag wurde der 21. Mai festgesetzt, Jägerstätters Tauftag, da an seinem Todestag, dem 9. August, das Fest der hl. Teresia Benedicta vom Kreuz begangen wird.
2009 wurde das Grab von Franz Jägerstätter geöffnet und die Überreste der Urne gehoben. Ein kleiner Teil der Aschenreste wurde auf ihren Wunsch in das Grab Franziska Jägerstätters gegeben, einige weitere Aschenreste wurden dem Bischöflichen Ordinariat Linz übergeben.
Im Zuge der Renovierung und Neugestaltung der Pfarrkirche St. Radegund in den Jahren 2015-2016 wurden die Überreste Jägerstätters sowie der Urne in einem gläsernen Reliquiar in den Altar der Kirche eingesetzt.
Als liturgischer Gedenktag wurde der 21. Mai festgesetzt, Jägerstätters Tauftag, da an seinem Todestag, dem 9. August, das Fest der hl. Teresia Benedicta vom Kreuz begangen wird.
2009 wurde das Grab von Franz Jägerstätter geöffnet und die Überreste der Urne gehoben. Ein kleiner Teil der Aschenreste wurde auf ihren Wunsch in das Grab Franziska Jägerstätters gegeben, einige weitere Aschenreste wurden dem Bischöflichen Ordinariat Linz übergeben.
Im Zuge der Renovierung und Neugestaltung der Pfarrkirche St. Radegund in den Jahren 2015-2016 wurden die Überreste Jägerstätters sowie der Urne in einem gläsernen Reliquiar in den Altar der Kirche eingesetzt.
Quellen
vgl. wikipedia.de; heiligenlexikon.de;
vgl. wikipedia.de; heiligenlexikon.de;
https://gedenkort.at/personen/6cc6f35b-7808-4f34-8826-7ea35025d625;
franz-jaegerstaetter.zurerinnerung.at;
