Philipp Neri, 26. Mai
Apostel der Freude - der lachende Heilige - Patron der Comedians
„Als Christ ein Leben in der Liebe zu Jesus Christus leben.“
Animationsvideo 13 Minuten (Englisch)
Lebensdaten
Geboren 1515 in Florenz, im gleichen Jahr wie die Theresia von Avila; gestorben am 26. Mai 1595 in Rom.
Lebensgeschichte
Philipp war das vierte und jüngste Kind des Notars Francesco Neri und seiner Frau Lucrezia Soldi. Er wurde von den Florentiner Dominikanern von San Marco geprägt, deren Prior Girolamo Savonarola gewesen war und denen er lebenslang dankbar blieb.
Sechzehnjährig kam er zu einem kinderlosen Vetter des Vaters Romolo Neri, der Kaufmann in San Germano war und dessen Erbe er werden sollte. Doch Philipp verließ ihn und wandte sich nach Rom, wo er Hauslehrer bei einem florentinischen Landsmann, Galeotto Caccia wurde. Nebenbei studierte er bei den Augustinern und begann sein Apostolat unter den Armen und Kranken, Gefangenen und in Not geratenen Pilgern.
Er hielt sich viel in den Kirchen auf und verbrachte Nächte im Gebet in den Katakomben von San Sebastiano.
Sein Leben war Gebet, Nächstenliebe, Seelsorge, Buße. Der sittlichen Erneuerung der Stadt Roms, in der Zeit von Martin Luther, galt seine Hauptsorge.
Durch seine unkonventionellen Methoden der Seelsorge und seinen gewinnenden Humor gewann er großen Einfluss. Der „lachende Heilige“ war mit Päpsten, Kardinälen und Heiligen befreundet. Papst Clemens VIII. zählte sich zu seinen Schülern. Mehrmals schlug er die Erhebung zum Kardinal aus. Er war ein großer Seelenführer und Erneuerer. Zur Verbreitung und Verwirklichung seiner Ideen gründete er eine Vereinigung von Weltpriestern, die nach dem Betsaal, in dem sie sich zu den täglichen priesterlichen Gebeten mit Gefährten und Besuchern versammelten: Oratorium, nannte.
Das Gebet prägte die Gemeinschaft, aber auch Musik. Die daraus entstandene Musikgattung wir bis heute als Oratorium bezeichnet. Auch bildende Vorträge waren von Bedeutung. Philipp Neri war ein Lehrer des Betens. Er selbst konnte sehr leicht vom mündlichen Beten in eine tiefe Betrachtung übergehen. Daher betete er gerne das Brevier in Gemeinschaft. Beim Beten für sich kam er an kein Ende, da er an vielen Stellen immer wieder in Betrachtung verfiel.
Philipp erlebte fünfzehn Päpste. Er starb als Achtzigjähriger am 26. Mai 1595 in Rom.
Anekdote
Eines Tages lief Philipp Neri mit einer Schachtel durch die Strassen Roms, die Augen suchend auf den Boden gerichtet. «Was suchst du, Felipe?», sprachen ihn die Leute an. «Ich suche kostbare Perlen», antwortete er. Die Leute schüttelten den Kopf und lachten. «Kostbare Perlen findet man in den Muscheln am Meer, aber nicht hier in den dreckigen Strassen Roms.» Doch Neri gab die Sucherei nicht auf. «Hast du denn schon eine Perle gefunden?», fragte ihn jemand. Philipp Neri antwortete: «Ja, natürlich, hier in der Schachtel habe ich schon viele!» und liess den neugierigen Frager in seine Schachtel schauen. Da lachte dieser hell auf, und so wollten auch alle anderen hineinschauen. Und alle lachten ebenso. In der Schachtel war ein Spiegel, und jeder sah sich selbst als kostbare Perle.
Ein Gebet von Philipp Neri
„Ich möchte dir, Jesus dienen, und ich finde den Weg nicht. Ich möchte das Gute tun, und ich finde den Weg nicht.
Ich möchte dich lieben, und ich finde den Weg nicht. Ich kenne dich noch nicht, mein Jesus, weil ich dich nicht suche. Ich suche dich, und ich finde dich nicht; komm zu mir, mein Jesus. Ich werde dich niemals lieben, wenn du mir nicht hilfst, mein Jesus. Zerschneide meine Fesseln, wenn du mich haben willst, mein Jesus.
Jesus, sei mir Jesus.“ (Philipp Neri)
Quellen
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; und andere
