Karl Lawanga, 3. Juni

Karl Lawanga (1860-1886) und seine Gefährten, Patrone der Jugend Afrikas

 
Ich werde deine Hand nehmen. Wenn wir für Jesus sterben müssen, sterben wir zusammen, Hand in Hand.“ Karl Lwanga (26) an den jungen Kizito (14). 

Lebensdaten
Karl Lwanga wurde 1860 in Buganda, heute im südlichen Teil von Uganda, auf der Insel Bubembe, die zur Inselgruppe Ssese im Nordwesten des Viktoriasees gehört, als Angehöriger des Ngabi-Clan, einem Bantu Volk, geboren.
Karl erlitt mit anderen katholischen und anglikanischen Gefährten das Martyrium während einer Verfogung der Christen Ende des 19. Jahrhunderts durch Verbrennung, am 3. Juni 1886 in Namugongo, 16 km nordöstlich von Kampala, Uganda. 

Mitte des 19. Jahrhunderts kamen arabische Sklaven- und Elfenbeinjäger nach Ostafrika. Auch erfolgte eine Islamisierung durch das osmanische Reich von Ägypten her. Etwa zeitgleich  entdeckten europäische und amerikanische Forscher die Region. 1879 kamen die ersten Afrikamissionare, Anglikaner, Katholiken und Protestanten von Tansania aus über den Viktoriasee nach Uganda.
 
Lebensgeschichte
Karl Lwanga wird durch die „Weißen Väter“, eine Missionsgemeinschaft des Kardinals Lavigerie aus Frankreich inspiriert.
Mit 18 Jahren macht ihn König Mutesa II. zum Verantwortlichen für die
etwa 500 Kinder und Jugendlichen Helfer und Helferinnen am Hof des Königs im Alter von 13-18 Jahren. Schnell wird er zum Vorbild für seine Gefährten und er bezeugt ihnen den katholischen Glauben.

Es war üblich Jugendliche den Gästen und Angehörigen der Landeseliten die zum Besuch zum König kamen, zu deren sexuellem Vergnügen anzubieten. Dies widersprach aber 
Lwangas Keuschheitsideal bzw. christlicher Tugend des grenzachtenden Umgangs für die ihm anvertrauten Jugendlichen.
 
1884 folgte Mwanga seinem Vater Mutesa als König nach. Der erst 16-jährige Monarch musste sich unter dem Argwohn seiner Entourage als stark und durchsetzungsfähig erweisen, und weil die kolonialen Bestrebungen der Europäer mit missionarischen Aktivitäten einhergingen und sich dazu die christlich gewordenen Pagen den homosexuellen Anwandlungen des polygam lebenden Königs entzogen, griff er gegen die Christen als vermeintliche Verräter durch.
 
Am 15. November 1885 wurde der anglikanische Erzbischof James Hannington auf Geheiß des Königs ermordet, ebenso Joseph Mukasa, dem Verantwortlichen für die Jugendlichen Helfer am Hof der ein Katholik war und Mwanga deswegen Vorhaltungen gemacht hatte. 
 
Der stattliche und mit natürlicher Autorität ausgestattete Lwanga folgte Joseph Mukasa in dessen Ämtern nach. Am 18. November 1885 empfing Lwanga die Taufe auf den Namen Charles – nach dem Gründer der Weißen Väter Kardinal Charles Lavigerie.
 
König Mwanga, einst selbst von den „Weißen Vätern“ erzogen, gerät unter den Einfluss lokaler Zauberer, die ihren Einfluss durch das Christentum bedroht sehen. Er beginnt eine grausame Christenverfolgung, da sie sich seiner zügellosen Herrschaft widersetzen. Der König versuchte vergebens, Karl Lwanga vom Glauben und seinen Tugenden abzubringen, konnte sich aber lange nicht entschließen, ihn als einen seiner fähigsten Untertanen loszuwerden.
Doch am 25. Mai 1886 stellte er alle Jugendlichen am Hof vor die Alternative: ihre christliche Überzeugung aufzugeben oder als Verräter hingerichtet zu werden.
Karl Lwanga aber hatte so tief in die junge Schar hineingewirkt, dass alle christlichen Pagen, ob katholisch oder anglikanisch, den Tod wählten. In der Nacht vor ihrer Verurteilung taufte Karl Lwanga noch heimlich vier Katechumenen, darunter den erst 13-jährigen Kizito.
 
Die Verurteilten werden zu ihrer Hinrichtungsstätte in Namugongo gebracht – ein 27 Meilen langer Marsch, der zu ihrem Kreuzweg wird. Auf dem Weg werden viele gefoltert, durch Speere durchbohrt, gehängt oder an Bäume genagelt.
Am 3. Juni, am Fest Christi Himmelfahrt, erreichen die Überlebenden Namugongo. Karl Lwanga und seine Gefährten, darunter auch anglikanische Christen, werden in Strohmatten eingehüllt lebendig verbrannt. Bis zum letzten Atemzug beten sie und zeigen einen strahlenden Glauben. Einer von ihnen, Bruno Sserunkuuma, sagt vor seinem Tod: „Eine Quelle mit vielen Strömen wird nie versiegen. Wenn wir nicht mehr da sind, werden andere unseren Platz einnehmen.“

Auf diese und andere Weise verloren 23 Anglikaner und 22 Katholiken ihr Leben.
 
Verehrung
1920 spricht Papst Benedikt XV. Karl Lwanga und seine Gefährten selig. 1934 ernennt Papst Pius XI. Karl zum „Patron der christlichen Jugend Afrikas“.
Am 18. Oktober 1964 wird die ganze Gruppe von Paul VI. während des Zweiten Vatikanischen Konzils heiliggesprochen. 
1969 weiht Paul VI. in Uganda den Hauptaltar des Martyriumsheiligtums in Namugongo ein.
 
Papst Johannes Paul II. sagte 1993 bei seinem Besuch Ugandas in Namugongo: „Die Märtyrer von Uganda wurden wirklich Licht im Herrn! Ihr Opfer beschleunigte die Wiedergeburt der Kirche in Afrika. In unseren Tagen wird ganz Afrika ins Licht Christi gerufen! Afrika wird wieder aufgerufen, seine wahre Identität im Licht des Glaubens an den Sohn Gottes entdecken. Alles, was wirklich afrikanisch ist, alles, was wahr und gut und edel in den Traditionen und Kulturen Afrikas ist, soll seine Erfüllung in Christus finden. Die Uganda-Märtyrer zeigen dies deutlich: Sie waren die wahren Afrikaner, würdige Erben der Tugenden ihrer Vorfahren. Indem sie Jesus Christus umarmten, öffneten sie ihrem eigenen Volk die Tür des Glaubens, damit die Herrlichkeit des Herrn über Uganda, über Afrika, erstrahlen könne.“
Am 28. November 2015 besucht Papst Franziskus Uganda und feiert eine Messe im Heiligtum von Namugongo. Er betont: „Heute gedenken wir der ugandischen Märtyrer, deren Zeugnis der Liebe zu Christus bis an die Enden der Erde reicht. Wir erinnern uns auch an die anglikanischen Märtyrer, deren Tod für Christus ein Zeichen der Ökumene des Blutes ist.“ Die Märtyrer hatten „keine Furcht, Christus zu den anderen zu bringen, nicht einmal um den Preis ihres Lebens".
 
Zu ihrem Gedenktag am 3. Juni 2018 kamen rund vier Millionen Wallfahrer zur Basilika der ugandischen Märtyrer in Namugongo.
 
Die heutige Kirche erinnert in ihrer Form an eine traditionelle afrikanische Hütte und ruht auf 22 Säulen, die die 22 katholischen Märtyrer symbolisieren.
 
Patron
der katholischen Aktion und der Jugend Afrikas
 
 
Quellen
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; und andere
 
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