Bonifatius, 5. Juni
Winfried - Bonifatius (673 - 754), Apostel der Deutschen
„Das lebende Licht erschaute dich, dem weisen Manne du gleichst. Die reinen Ströme, Gott entquellt, hast du zu Gott geleitet, da du der Blumen Blüten benetztest. Freund warst du dem lebendigem Gotte, voll Licht ein Kristall, voll Wohlgefallen, auf rechtem Wege, da du gewandelt in Weisheit.“ (Hildegard von Bingen)
Lebensdaten
Geboren 673 in Crediton, Wessex (Südwestengland); gestorben am 5. Juni 754 bei Dokkum in Friesland, 50 km nordwestlich von Groningen (Niederlande).
Lebensgeschichte:
Bonifatius Taufname lautet Wynfreth (Winfrid), ein typischer altenglischer Name, bestehend aus den Wörtern wyn = Friede und freth = Freude.
Seine Eltern, die vermutlich dem niederen Adel großbäuerlicher Grundbesitzer angehörten, gaben Winfrid im Alter von sieben Jahren zur Erziehung in das Kloster Exeter in Devonshire. Die Lebensbeschreibung des Heiligen berichtet, dass Winfrid schon als Kind "mehr über Himmlisches als über Gegenwärtiges" nachdachte und voll Eifer danach trachtete, "sich dem Dienst Gottes zu weihen". Er hatte als Gelehrter einen hervorragenden Ruf. Er verfasste Auslegungen der Bibel und schrieb Gedichte.
Mit etwa 40 Jahren machte er sich mit etwa 12 Gefährten auf die sogenannte „Peregrinatio pro Christo“. Diese herausfordernde Art der Nachahmung Jesu bedeutete "Pilgerschaft für Christus" oder das "Umherziehen für Christus". Es war die freiwillige Verbannung in der Nachfolge Jesu, die Heimat zu verlassen, um in fremden Ländern den Glauben zu bezeugen und in Klostersiedlungen zu leben.
Das Ziel dieser Pilgerreise war Jerusalem, die Heimat Jesu auf Erden sowie Rom, um die Gemeinschaft mit dem Nachfolger des Apostel Petrus zu bekunden.
Nach einer ersten, erfolglosen Reise nach Friesland (Niederlande) wo Krieg herrschte, ging Winfried nach Rom. Dort wurde er von Papst Gregor II. 722 zum Bischof geweiht und nach Germanien gesandt. Wegen seiner Aussendung am Gedenktag des heiligen Bonifatius von Tarsus (14.5.) ging er unter diesem Namen zunächst zu seinem Mitbruder Willibrord nach Friesland und dann in das heutige Hessen, Thüringen und Bayern.
Mit Sendschreiben des Papstes, sowie mit Empfehlungsschreiben der eroberungsfreudigen fränkischen Hausmeier, gründete Bonifatius zahlreiche christliche Siedlungen und vernetzte die Gemeinden. Die Bistümer Regensburg, Passau, Würzburg und Erfurt sowie Eichstätt gehen auf ihn zurück, bestehende Bistümer wie Freising und Salzburg ordnete er neu und unterstellte sie fester der römischen Autorität.
Der Legende nach besuchte er einmal das Dorf Geismar bei Fritzlar. Dort stand eine Eiche, die von den Germanen ihrem Kriegsgott Thor geweiht und gefürchtet war. Bonifatius fällte den Baum eigenhändig. Die Germanen bangten, Angst erfüllt auf die zornige Reaktion des „Donnergottes“, doch kein Strafgericht trat ein. Aus dem Holz der Eiche baute Bonifatius eine Kapelle, die dem Apostel Petrus geweiht wurde. Diese Begebenheit verbreitete sich weit und viele ließen sich taufen.
Bonifatius leitete als Missionsbischof keine eigenes Bistum. 746 mit 73 Jahren sollte er aber Bischof von Köln werden, dann aber von Mainz. Mit 80 Jahren machte er sich erneut auf Missionsreise und ging nach Friesland. Auf dem Weg zu einem Treffen mit Christen wurde er am 5. Juni 754 bei Dokkum zusammen mit elf Begleitern von Einheimischen erschlagen. Der Leichnam wurde zunächst nach Utrecht und dann in seine Bischofsstadt Mainz überführt, ehe er seine letzte Ruhe in dem von ihm so geliebten Kloster Fulda fand.
Verehrung:
Schon gleich nach seinem Tod setzte eine große Verehrung für den „Apostel der Deutschen“ ein. Seinem Wunsch entsprechend fand er seine letzte Ruhestätte in seinem Lieblingskloster Fulda, wo an seinem Grab regelmäßig die Bischöfe der Diözesen in Deutschland zusammenkommen.
Ebenso geht das „Bonifatiuswerk“ als gemeinsames Hilfs- und Missionswerk der deutschen Diözesen, auf den Missionar und Organisator der Kirche in Deutschland zurück.
Darstellung:
in Bischofsgewändern, mit Kreuz, vom Dolch durchbohrten Buch (Bibel), Kreuzstab oder Axt
Patron:
des Bistums Fulda. Zahlreiche Gründungen von Siedlungen (Klöster) gehen auf Bonifatius zurück, darunter sein Lieblingskloster Fulda. Auch viele Bistümer verdanken ihre Existenz dem heiligen Bonifatius, darunter Passau, Regensburg, Eichstätt und Erfurt.
Darstellung:
Als Bischof mit Mitra-Hut und Bischofsstab, einen Baum umhauend, mit Axt, Bibel die von Schwert durchhauen wird.
Patron:
Des Bistums Fulda, der Bierbrauer, Feilenmacher und Schneider sowie von Thüringen.
Des Bistums Fulda, der Bierbrauer, Feilenmacher und Schneider sowie von Thüringen.
(Text: vgl. Thomas Mollen)
Vortrag von Prof. Lüdke (ev.) 51 Minuten
Quellen:
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; und andere
