Romuald, 19. Juni
Einsiedler - Lehrmeister der christlichen Meditation.
„Gott hat den Menschen nicht zu Elend und Qual geschaffen, sondern zur Freude, aber zur Freude, welche aus der christlichen Weisheit und Tugend quillt“
Leben
Leben
Romuald wurde um 951 in einer adligen Familie die aus Köln stammte bei Ravenna geboren.
Als er im Alter von etwa 20 Jahren seinem Vater bei einem Duell assistierte und dieser dabei einen Cousin tötete, ging er stellvertretend für den Vater zur Sühne vierzig Tage in das Kloster San Apollinare der Benediktiner in Classe bei Ravenna.
Romuald fand Gefallen am Mönchsleben und blieb für drei Jahre dort. 972 legte er die Gelübde ab. Als er sich für ein strengeres Ordensleben einsetzte, erregte er den Widerwillen der Mönche. So ging er zu einem Einsiedler in die Nähe von Venedig. Mit diesem zog er 978 in die Pyrenäen und gründete eine Einsiedelei nahe dem Benediktinerkloster St-Michel-de-Cuxa bei Codalet.
Nach dem Tod seines Gefährten kehrte Romuald nach Italien zurück, wo ihm das Amt des Abtes von Sant’Apollinare angetragen wurde. Diese Aufgabe übte er jedoch nur ein Jahr aus und lebte daraufhin wieder als wandernder Mönch (Anachoret).
Einen Missionierungsversuch in Osteuropa - weil ein enger Freund als Märtyrer dort starb, musste er wegen Krankheit abbrechen. Großen Einfluss übte er auf den Hofkaplan von Otto III., Bruno von Querfurt aus.
Romuald inspirierte und reformierte viele Klöster. Endgültig sesshaft wurde er 1010 schließlich in Camaldoli im Casentino-Tal nördlich von Bibbiena (zwischen Florenz und San Marino). In dieser Klosterneugründung verband er Elemente des alten ägyptischen Einsiedlertums mit der Ordensregel Benedikts. Daraus ging schließlich der Kamaldulenserorden hervor, der sich durch strengste Regeln auszeichnet. So leben die Mönche zwar als Gemeinschaft in einzelnen Zellen zusammen, üben sich allerdings in andauerndem Schweigen und Fasten.
Romuald starb am 19. Juni 1027 in Val di Castro in einer abgeschiedenen Klause, in die er sich zurückgezogen hatte. Seine Reliquien werden in der Kirche St. Biagio e Romualdo in Fabriano (zwischen Perugia und Ancona) aufbewahrt.
Romuald wurde schon bald nach seinem Tod als Heiliger verehrt und im Jahre 1032 heiliggesprochen.
In seinem Werk "Vita Beati Romualdi" zeigt Petrus Damiani die Bedeutung des eremitischen Lebens und der christlichen Meditation in der Tradition des Hl. Romuald auf.
In künstlerischen Darstellungen wird Romuald als Einsiedler, im weißen Kamaldulenserhabit, mit Himmelsleiter, Buch, Totenschädel, Finger auf den Lippen gezeigt.
Weisheiten Romualds
„Bleibe in deiner Zelle wie im Paradies“
„Wirf die Erinnerung an die Welt hinter dich und achte auf deine Gedanken wie ein guter Fischer auf die Fische“
„Der Weg, dem du folgen musst, liegt in den Psalmen - verlass ihn nie“
„Wenn du gerade erst ins Kloster gekommen bist, und trotz deines Eifers nicht vollbringen kannst, was du möchtest, nutze jede Gelegenheit, die Psalmen in deinem Herzen zu singen und sie im Geist zu verstehen.
Und wenn du bemerkst, dass du beim Lesen zerstreut bist, gib nicht auf;
eile zurück und versuche deinen Verstand erneut auf die Worte zu richten“.
„Sei dir vor allem bewusst, dass du in der Gegenwart Gottes bist, und nimm die Haltung eines Menschen an, der ehrfürchtig vor seinem Kaiser steht“.
„Lass alles von dir und sitze wie ein kleines Vögelchen zufrieden in der Gnade Gottes, das nichts anderes schmeckt und isst, als das, was seine Mutter ihm gibt“.
„Gott hat den Menschen nicht zu Elend und Qual geschaffen, sondern zur Freude, aber zur Freude, welche aus der christlichen Weisheit und Tugend quillt“.
Quellen:
vgl. 2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere
