Thomas Morus, 22. Juni
Schutzpatron der Politiker
Patron des Gewissens - der Rechtlosen - der PolitikerInnen - der Väter - Ehemänner
“Wenn ich die Staaten, die heute irgendwo in Blüte stehen, prüfend an meinem Geiste vorbeiziehen lasse, so finde ich - so wahr mir Gott helfe! - nichts anderes als eine Art von Verschwörung der Reichen, die im Namen und unter dem Rechtstitel des Staates für ihren eigenen Vorteil sorgen. Alle möglichen Schliche und Kniffe ersinnen und erdenken sie, um zunächst einmal das, was sie durch üble Machenschaften zusammengerafft haben, ohne Furcht vor Verlust zusammenzuhalten, dann aber alle Mühe und Arbeit der Armen so billig wie möglich zu erkaufen und ausnützen zu können. Sobald die Reichen erst einmal im Namen der Allgemeinheit, das heißt also auch der Armen, den Beschluss gefasst haben, diese Methoden anzuwenden, so erhalten sie auch schon Gesetzeskraft.“ (Thomas More in seiner Schrift Utopia)
„Wir können aus dem Lebenskuchen uns nicht nur die Rosinen suchen.“
„Da die Menschen in ihrem Tun sich ungern nach der Vorschrift Christi ausrichten ließen, haben sie seine Lehre wie einen Messstab aus weichem Blei nach ihren Sitten gestreckt, damit eben beides noch einigermaßen übereinstimme. Ich weiß nicht, was sie damit erreichen, außer dass man mit besserem Gewissen Böses tun darf.“
„Nichts wird gut und vollkommen sein, bevor die Menschen gut und vollkommen sind.“
„Es gibt keinen Kummer auf Erden, den der Himmel nicht heilen kann.“
Lebensdaten
Geboren am 7. Februar 1478 in London; gestorben am 6. Juli 1535 ebendort.
Lebensgeschichte
Thomas More war das 2. Kind des Richters, John More und seiner Frau Agnes, der Tochter eines Anwalts. Durch Unterstützung des Lordkanzlers und Erzbischofs von Canterbury, dem höchsten Staatsbeamten, kam der überaus intelligente Junge zum Studium nach Oxford, wo er sich klassischem Latein und Griechisch widmete. 1501 schloss er auch sein juristisches Studium ab.
Der erfolgreiche Rechtsanwalt prüfte ein Jahr seine etwaige Berufung zum Priester im Londoner Kartäuserkloster, entschied sich aber zum zivilen Beruf als Anwalt. Mit 23 Jahren wurde er Anwalt und mit 26 Jahren Parlamentsmitglied. Ein Jahr später gründete er eine Familie aus der vier Kinder hervorgingen. Thomas pflegte das Familienleben sehr und das gemeinsame Gebet - unter Einbezug der Dienerschaft - und das Bibellesen. Als er 33 Jahre alt ist stirbt plötzlich seine Frau Joan. Nun heiratet er eine Witwe, Alice Middelton.
Sein Haus im Londoner Stadtviertel Bucklersbury wurde zum Treffpunkt von Gelehrten und Künstlern: 1505/1506 lebte Erasmus von Rotterdam einige Monate im Haus; die gemeinsam mit ihm übersetzten Dialoge des antiken Satirikers Lucian von Samosata wurden Thomas' erfolgreichstes Buch. 1526 war der Maler Hans Holbein der Jüngere sein Gast.
More machte sich einen Namen als Richter von London sowie als Rechtslehrer, weltweit besonders aber als Humanist, Satiriker und Schriftsteller. Er lernte die führenden Gelehrten seiner Zeit kennen.
Sein Haus im Londoner Stadtviertel Bucklersbury wurde zum Treffpunkt von Gelehrten und Künstlern: 1505/1506 lebte Erasmus von Rotterdam einige Monate im Haus; die gemeinsam mit ihm übersetzten Dialoge des antiken Satirikers Lucian von Samosata wurden Thomas' erfolgreichstes Buch. 1526 war der Maler Hans Holbein der Jüngere sein Gast.
More machte sich einen Namen als Richter von London sowie als Rechtslehrer, weltweit besonders aber als Humanist, Satiriker und Schriftsteller. Er lernte die führenden Gelehrten seiner Zeit kennen.
König Heinrich VIII. förderte Mores Karriere. Er schlug ihn 1521 zum Ritter und ließ sich von ihm bei einer Schrift gegen Luther helfen, die ihm und allen englischen Monarchen nach ihm den päpstlichen Ehrentitel „Verteidiger des Glaubens“ eintrug.
1529 wurde More Lordkanzler, weil sein Vorgänger die Auflösung der Ehe des Königs mit Katharina von Aragon nicht vollzog. Als Heinrich VIII. die Loslösung der englischen Kirche von Rom betrieb und von allen Geistlichen seine Anerkennung als künftiges Kirchenoberhaupt verlangte, trat More von seinem Amt zurück.
1534 verlangte das Parlament von allen Inhabern öffentlicher Ämter, die Thronfolge der Kinder aus Heinrichs zweiter Ehe mit Anne Boleyn anzuerkennen. Diesen Eid verweigerte More, weil ihn sein Gewissen an das Recht und die Unauflöslichkeit der Ehe band und er den Zugriff des Königs auf die Rechte der Kirche als unrechtmäßig ablehnte. Darauf wurde er gemeinsam mit Bischof John Fisher von Rochester eingekerkert, des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt. Am 22. Juni 1535 wurde John Fischer und am 6. Juli Thomas More in London enthauptet.
Verehrung
Mores Reliquien ruhen in der Kathedrale von St. Dunstan in Canterbury.
1886 wurde er gemeinsam mit dem Märtyrerbischof John Fisher seliggesprochen, von dessen Todesdatum am 22. Juni der gemeinsame Gedenktag rührt.
1935 als Zeichen gegen Totalitarismus zur Zeit des Nationalsozialismus, erfolgte auch ihre gemeinsame Heiligsprechung durch Pius XI. 2000 erklärte Papst Johannes Paul II. ihn zum Patron der Regierenden und der Politiker.
Darstellung
als Lordkanzler mit Amtskette, mit Papstkreuz, Kelch und Hostie
Patron
der Regierenden und der Politiker, der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG)
Gebete
Herr, schenke mir eine gute Verdauung und auch etwas zum Verdauen.
Schenke mir Gesundheit des Leibes, mit dem nötigen Sinn dafür, ihn möglichst gut zu erhalten.
Schenke mir eine heilige Seele, Herr, die im Auge behält, was gut ist und rein, damit sie im Anblick der Sünde nicht erschrecke, sondern das Mittel finde, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen.
Schenke mir eine Seele, der die Langeweile fremd ist, die kein Murren kennt und kein Seufzen und Klagen, und lass nicht zu, dass ich mir allzu viele Sorgen mache um dieses sich breit machende Etwas, das sich „Ich“ nennt.
Herr, schenke mir Sinn für Humor. Gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben und anderen davon mitteile.
