Dorothea von Montau, 25. Juni

Patronin für Frieden und Versöhnung zwischen Deutschen und Polen. 

Dorothea von Montau (1347-1394)

Zwangsverheiratet - Mutter - Witwe -  Mystikerin - Patronin der Versöhnung zwischen Deutschen und Polen 
 
Aus einem Brief von Dorothea an ihre Tochter Gertrud:
„Wenn du die Kommunion empfangen hast, bitte Gott um Kräfte für dich, damit du den Willen Gottes erfüllen kannst: Der Herr möge dich die göttlichen Ermahnungen und Einsprechungen hören lasse. Er lasse dir sein Licht leuchten, damit du den Herrn in deiner eigenen Seele schauen kannst. Dazu verleihe er dir die göttlichen Tugenden von Glaube, Hoffnung und Liebe, dazu die Kardinaltugenden von Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Er schenke dir die sieben Gaben des Hl. Geistes, er würdige dich der acht Seligkeiten. Er gebe dir den Sinn des Geruchs, damit du Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Tugend und Untugend unterscheiden lernst, er gebe dir auch den Sinn des Geschmacks, damit du die geistlichen und heiligen Güter verschmecken kannst, und er schenke dir den Sinn des Fühlens, damit du Ungemach und Schaden für deine Seele erkennen kannst.“
 
Namen
Dorothea Swarte (Geschenk Gottes - griech.)
 
Namensvarianten
Doreen, Doris, Dorita, Dörte
 
Gedenktag
25. Juni
 
Lebensdaten
Geboren: 25. Januar 1347 in Groß Montau (Mątowy Wielkie) 60 km südlich von Danzig; gestorben: 25. Juni 1394 in Marienwerder (Kwidzyn, 100 km südlich von Danzig).
 
Lebensgeschichte
Dorothea Swarte wurde als siebtes von neun Geschwistern in eine wohlhabende holländisch-deutschen Bauernfamilie hineingeboren die an der Weichselmündung siedelte.
Als Sechs- oder Siebenjährige verbrachte sie heimlich die Nächte im Gebet, nachdem sie im Anschluss an eine schwere Verbrühung erste göttliche Visionen und Auditionen erfahren hatte.
 
Der Schriftsteller Günther Grass hat der Heiligen in seinem Roman „Der Butt“ ein Denkmal gesetzt. 
Dorothea von Montau ist neben die hl. Katharina von Siena und die hl. Birgitta von Schweden zu stellen ist. Grass erzählt das Leben von Dorothea freilich anders, als es in den Heiligenbüchern dargestellt. Er bürstet ihr Leben gegen den Strich. Dafür lässt er vor allen den Ehemann der Dorothea zu Wort kommen: Den Waffenschmied Adalbert Schlichting. Bei der Hochzeit ist er 36 Jahre alt, seine Dorothea erst 16 Jahre. Und Schlichting hat es nicht leicht mit ihr: Seine Frau bringt Emotionen für ihren Herren Jesus auf und treibt mit ihrer Großzügigkeit Armen gegenüber den Waffenschmied fast in den Ruin. Dorotheas göttliche Visionen schließlich machen die Familie zum Gespött der Leute.

Grass spricht durch Dorotheas Mann in sehr derber Art. Er blickt anders auf das überlieferte Bild der Heiligen. Historisch verbürgt ist nämlich, dass sich Dorothea von ihrem Mann trennen wollte. Ihr Argument: Sie will ins Kloster gehen, frei sein für Gott. Für Grass wird Dorothea die erste Frau, die gegen die Konvention der Zwangsheirat in der Gesellschaft des Mittelalters revoltiert. Mehr noch: Ihr ganzes Verhalten, ihre religiösen Visionen, ihre Freigiebigkeit zeigen: Dorothea wollte sich auch vom Frauenbild ihrer Zeit befreien. Wollte nicht die unterwürfige Gattin, die brave Hausfrau, die dienstbereite Gastgeberin sein. Sie wollte vor allem eins sein: frei sein für Gott. Frei von Geld, Ehezwang und Schwangerschaft, frei für Gott und für sich selbst. Grass liest das Leben der Dorothea als Leben einer modernen Frau.

Doch Freiheit bekam eine Frau nicht einfach so. Dorothea, die fast als Hexe verbrannt worden wäre, bekam sie erst nach dem Tod ihres Mannes. Da zog sie in ihre innere Freiheit ein: eingemauert in eine kleine Zelle am Dom in Marienwerder (heute Kwidzyn ca. 80 Kilometer südlich von Danzig). Hier lebte sie, zurückgezogen von der Welt, aber frei von den sozialen Zwängen ihrer Zeit . 

Dorothea war den Männern und Mächtigen ihrer Zeit nicht geheuer. Das zeigt auch ihr Heiligsprechungsprozess. Der wurde zwar bald nach ihrem Tod in Gang gesetzt aber bald wieder auf Eis gelegt.
 
Verehrung 
Erst 1976 sprach Papst Paul VI. Dorothea von Montau heilig, diese ungewöhnliche Frau.
 
Darstellung:
mit ihren 9 Kindern von den 8 außer ihrer Tochter Gertrud an der Pest starben, mit Buch, Laterne und Rosenkranz, 5 Pfeilen für die Wundmale Jesu 
 
Patronin:
Des Weichsellandes, von Preußen, des Deutschen Ordens

Quellen
Biographie bei Bistum Augsburg. Die Hl. Dorothea von Monteau

Quellen
2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere
 
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