Irenäus, 28. Juni
Vater der Glaubenslehre - Lehrer der Einheit von Altem und Neuen Testament
„Die Herrlichkeit Gottes ist der lebendige Mensch, das Leben des Menschen aber ist die Schau Gottes.“
Namensdeutung
der Friedliche, Friedfertige (griech.)
Gedenktag
28. Juni
Lebensdaten
Geboren: um 135 in Smyrna, heute Izmir; gestorben: um 202 in Lyon.
Zeitgenossen
• Blandina (gest. 177) Sklavin, Märtyrerin
• Blandina (gest. 177) Sklavin, Märtyrerin
• Perpetua und Felicitas (181–203) Römische Bürgerin, Mutter und Sklavin, Märtyrerinnen
• Pothinus (gest. 177) Bischof von Lyon
• Pothinus (gest. 177) Bischof von Lyon
• Klemens von Alexandrien (um 150–um 215)
Lebensgeschichte
Irenäus war Schüler von Bischof Polykarp von Smyrna, der selbst noch Schüler des Apostels Johannes war. 155 gelangte er mit einer griechischen Handelskolonie ins gallische Lugdunum (Lyon). Er wurde Priester der griechisch sprachigen Gemeinde und war unter Bischof Pothinus tätig.
Als Pothinus 177 unter Kaiser Mark Aurel das Martyrium erlitt, folgte ihm Irenäus ins Amt als Bischof nach. Er widmete sich mit großem Eifer der Glaubensverkündigung.
Die Bistümer Besançon und Valence wurden von Missionaren gegründet, die Irenäus aus Lyon ausgesandt hat.
Irenäus vermittelte im Osterfest-Terminstreit, indem er Papst Victor davon abbrachte, die kleinasiatischen Bischöfe auszuschließen, die Ostern wie die Juden am 14. Nisan (dem jüdischen Jahreskalender) feierten statt am ersten Sonntag nach Frühlingsanfang. Er überzeugte ihn, jeder Kirche in den Dingen freie Hand zu lassen, die nicht den Glauben in Frage stellt.
Auf Irenäus geht der theologische Begriff der Tradition zurück: die lebendige, durch ununterbrochene Sukzession der Bischöfe garantierte Überlieferung des Glaubens der Apostel unter Maßgabe der Heiligen Schrift als „Kanon der Wahrheit“.
Die Darstellung der Verkündigung der Apostel stellt den ersten Katechismus (Glaubensbuch der Kirche) des christlichen Glaubens dar.
Von großer Bedeutung ist sein Buch gegen die Irrlehren, mit dem er den Glauben der Kirche von gnostischen (esoterischen) und weiteren Irrlehren abgrenzte.
Der Überlieferung nach erlitt Irenäus im Jahr 202 das Martyrium.
Verehrung
Seit dem 5. Jahrhundert ruht Irenäus in der nach ihm benannten Kirche in Lyon. Auf Grund seiner theologischen Werke gilt er als „Vater der Dogmatik“ der Glaubenslehre.
Papst Franziskus hat Irenäus als den „Lehrer der Einheit“ bezeichnet und ihn 2022 zum Kirchenlehrer erhoben.
Patron
Der Stadt und des Erzbistums Lyon (Frankreich)
Impulse (Gebete)
O Gott, der du durch die Größe deiner Barmherzigkeit so freundlich dich uns geoffenbart hast, der du die Erde und den Himmel gemacht hast, du allerhöchster Herr, du einziger und wahrer Gott, über dem es keinen anderen Gott gibt, lass doch durch unseren Herrn Jesus Christus den Heiligen Geist in uns herrschen. Amen.
Zitate
"Gott erschuf den Menschen, um jemanden zu haben, dem er seine Liebe erweisen könne."
"Gott erschuf den Menschen, um jemanden zu haben, dem er seine Liebe erweisen könne."
“Die Herrlichkeit Gottes ist der lebendige Mensch.“
"Wo die Kirche, da ist auch der Geist Gottes; und wo der Geist Gottes, dort ist die Kirche und alle Gnade."
"Da der Glaube ein und derselbe ist, hat keiner mehr, der viel über ihn sagen kann, und keiner weniger, der wenig über ihn sagen kann."
„Auf Grund seiner grenzenlosen Liebe ist Christus geworden, was wir sind, um uns vollkommen zu dem zu machen, was er ist.“
„Der unsichtbare, der unbekannte Gott, Schöpfer aller Dinge, hat die Menschheit so geliebt hat, dass er Mensch wurde wie wir. Indem er in Jesus Fleisch angenommen hat, wollte er sein ewiges Leben mit jedem Menschen teilen, ohne unsere gebrechliche und widersprüchliche Natur dadurch zu überrollen oder gar zu vernichten, sondern vielmehr zu erfüllen. Allem, was wir sind, ist von jeher Fülle verheißen, in und durch die Gemeinschaft in Gott.“
„Das Leben im Menschen ist die Herrlichkeit Gottes, das Leben des Menschen ist die Schau Gottes“.
Der Begriff „Leben“ macht Irenäus Denken besonders anziehend. Jeder Mensch hat die Sehnsucht nach einem Leben in Fülle und Wahrheit.
Weihnachten ist der Schlüssel zum Sinn des Lebens: „Dies ist der Grund, warum das Wort Mensch geworden ist und der Sohn Gottes Menschensohn: damit der Mensch, indem er sich mit dem Wort vermischt und so die Sohnschaft empfängt, Sohn Gottes wird“.
„Das Wort Gottes, Jesus Christus, unser Herr, (...) hat sich auf Grund seiner überströmenden Liebe zu dem gemacht, was wir sind, um uns zu dem zu machen, was er ist“.
Als Menschen sind wir voll Bestandteil der materiellen Welt. Alles, was existiert, wurde geschaffen und wird durch die Liebe Gottes, des Schöpfers aller Dinge, am Leben erhalten. Den Schritt über den unerlässlichen Abgrund, der ihn vom physischen Kosmos trennte und mit dem er den Menschen zu einem Leben wie dem seinen einlud, hat sich Gott nicht nachträglich ausgedacht: Er war von Anfang Bestandteil des Plans der göttlichen Liebe. Wir werden geliebt als die, die wir sind, und für das, was wir in der Gemeinschaft werden können, die Gott uns anbietet. Indem wir das Licht der ewigen Liebe Gottes teilen, entdecken wir, dass wir wirklich für ein unerhofftes Leben gemacht sind.
Quellen
vgl. 2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere
