Ulrich von Augsburg, 4. Juli

Ulrich von Augsburg (890-973); Gemälde von Leonhard Beck (1510), Kunstsammlung in der Veste Coburg
 
„Wenn man die Heilige Schrift zu sehr drückt, so drückt man anstatt Milch Blut heraus.“
 
Menschen auf Tragbahren, auf Schemeln kriechend oder in Rollbetten liegend, befanden sich in seiner Umgebung, und er sorgte für ihren täglichen Unterhalt mit den besten Speisen und Getränken.
 
Namensbedeutung
An Erbgut Reiche (althochdeutsch)

Namensvarianten
Uli, Ulrik, Olerik, Ódor, Oldřich, Urch, Ulrico

Gedenktag
4. Juli

Lebensdaten
Geboren: um 890 in Wittislingen bei Dillingen am der Donau (50 km nordöstlich von Ulm); gestorben: 4. Juli 973 in Augsburg. 
Zeitgenossen:
Wenzel von Böhmen (907–935)
Wolfgang von Regensburg wurde 972 von Ulrich zum Bischof geweiht. 
Matilda von Ringelheim (895–968)
 
Lebensgeschichte
Ulrichs Vater Hupald war Gaugraf über Dillingen, über seine Mutter Dietpirch war er mit dem deutschen Königshaus verwandt.
 
Nach seiner Ausbildung im Kloster St. Gallen unter Notker Balbulus, wurde Ulrich 909 Sekretär des Augsburger Bischofs Adalbero der sein Onkel war.

923 wird Ulrich Bischof von Augsburg und
Reichsfürst und ist gleichermaßen als Politiker und Seelsorger tätig.
Er lässt die Stadt gegen die Ungarneinfälle befestigen und befehligte 955 erfolgreich die Verteidigung Augsburgs und hatte entscheidenden Anteil am Sieg König Ottos I. gegen die Ungarn in der Schlacht am Lechfeld dadurch, dass  er den König mit seinem verfeindeten Sohn versöhnte. 

Ulrich bereiste das ganze Bistum, baute zerstörte Kirchen, Klöster und Dörfer wieder auf, disziplinierte den Klerus, predigte dem Volk und sorgte für eine würdige Liturgie.
Von seinen Pilgerfahrten nach Rom brachte er Reliquien mit.
 
Die Legende berichtet, Bischof Ulrich hatte einmal ein langes Gespräch mit einem Freund, von Donnerstagabend bis zum Freitagmorgen. In den frühen Morgenstunden kam ein Brief des Herzogs von Bayern. Ulrich bedankte sich bei dem Boten und schenkte ihm ein übrig gebliebenes Stück Fleisch vom Abend davor. Er bemerkte jedoch nicht, dass schon Freitag war, an dem ja Fleischessen untersagt war. Der Bote glaubte, dass er den beliebten Bischof bei einer Sünde ertappt hatte. Außerdem wollte er ihm schaden. So lief er zum Herzog und berichtete: ,,Der Bischof isst am Fasttag Fleisch!" Zum Beweis holte er das Stück Fleisch hervor. Doch da war kein Fleisch, sondern ein Fisch!
Deshalb wird der heilige Ulrich
mit einem Fisch abgebildet.
 
Ulrich starb nach 50 Jahren im Amt  am 4. Juli 973 und wurde in der von ihm wiederaufgebauten Kirche St. Afra in Augsburg beigesetzt.
 
Von der Wallfahrt zu seinem Grab, bringen Pilger seit dem 16. Jahrhundert Ulrichskreuze mit; diese sind dem Kreuz nachgebildet, das Ulrich den Ungarn entgegenhielt.
 
Im späten Mittelalter war der Vorname Ulrich einer der verbreitetsten Namen.
 
In der Diözese Augsburg findet seit 1955 jährlich die Ulrichswoche mit zahlreichen Wallfahrten und Glaubensangeboten für die ganze Bistumsfamilie statt.
 
Darstellung
im Bischofsgewand, mit Fisch, Buch und Hirtenstab, oft auf dem Pferd. 
 
Patron
von Augsburg, dem Grödnertal, 

Quellen
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; und andere
 
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