„Der Heilige auf Skiern.“
“Lernt in eurer Seele stärker zu sein als mit euren Muskeln. Wenn euch das gelingt, werdet ihr die wahren Apostel des Glaubens an Gott sein!“
“Gott mit vollkommener Heiterkeit dienen.”
„Wahrhaft leben und sich nicht nur recht und schlecht durchschlagen. Ohne Glauben, ohne ein Erbe, das es zu verteidigen gilt, ohne beständigen Kampf für die Wahrheit zu leben, das heißt nicht leben, das ist bloß ‚zurecht kommen‘. Wir dürfen nie einfach nur ‚zurecht kommen‘.“
Die Heiligsprechung wird am 7. Sept. 2025 durch Papst Leo in Rom erfolgen!
Pier Giorgio Frassati
Selige Pier Giorgio Frassati (Video 8'34)
Seliger Frassati (Video 28' Englisch mit Untertiteln deutsch)
Am 6. April 1901 in Turin geboren, seine Mutter, Adelaide, war Malerin, sein Vater der Gründer der heute noch großen Tageszeitung La Stampa, Alfredo Frassati war auch politisch aktiv und wurde der jüngste Senator im italienischen Parlament und war von 1920-1922 italienischer Botschafter in Berlin; Pier studierte Bergbau, er besuchte auch Berlin und Freiburg; im Alter von 24 Jahren erkrankt er an Kinderlähmung unbemerkt von seiner Familie, die zu dieser Zeit mit dem Sterben der Großmutter beschäftigt war und stirbt innerhalb von sechs Tagen am 4. Juli 1925 im Elternhaus in Turin.
Lebensgeschichte
Pier Giorgio wächst in einer Familie auf - er hat eine jüngere Schwester, die dem Glauben distanziert, wenn nicht abweisend gegenübersteht. Sein Vater, Alfredo Frassati ist ein einflussreicher Journalist, der die liberale Tageszeitung "La Stampa" gründet.
Doch schon früh fühlt sich der junge Pier Giorgio zu Christus hingezogen. Unter dem Einflußt des Salesianers Don Cojazzi entdeckt er die Schönheit des christlichen Glaubens. Bald schon setzt er sich intensiv mit der Heiligen Schrift auseinander, besucht täglich die Messe und entwickelt eine tiefe Marienfrömmigkeit. Dabei ist er alles andere als ein Frömmler: Er ist begeisterter Alpinist, lebensfroh, hat einen großen Freundeskreis und gleichzeitig eine außergewöhnlich große Empathie für Mitmenschen in prekären Verhältnissen. Christliches Engagement ist für ihn selbstverständlich auch caritatives, soziales und politisches Engagement.
Ab 1919 studiert er Bergbauwissenschaften an der Technischen Hochschule in Turin. Er tritt der "Vinzenz-Konferenz" (Caritasorganisation der Kirche) bei und widmet sich in diesem Rahmen in seiner Freizeit der Unterstützung von Kranken, Bedürftigen, Waisen und Soldaten, die aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehren.
Ab 1921 engagiert er sich auch politisch in der italienischen Volkspartei und in der Pax Romana, einer internationalen NGO, die von katholischen Intellektuellen getragen wird.
Einige Zeit verbringt er in Berlin und in Freiburg im Breisgau - sein Vater ist Botschafter in Berlin - und lernt den Priester Dr. Carl Sonnenschein kennen, eine Leitfigur der katholischen Caritas in der Zeit nach dem I. Weltkrieg, der ihn nachhaltig beeindruckt. Er begleitet Sonnenschei bei dessen Besuchen und Einsätzen bei den Armen.
In diese Zeit fällt auch die Bekanntschaft mit der Familie des späteren Jesuiten und Theologen Karl Rahner in Freiburg. Noch viele Jahre später erinnert dieser sich an Pier Giorgio:
„Was an ihm auffiel, war seine Reinheit, seine strahlende Freude, seine Frömmigkeit, die "Freiheit der Kinder Gottes" gegenüber allem Schönen in der Welt, sein sozialer Sinn, sein Bewusstsein, das Leben und Schicksal der Kirche zu teilen. Aber was noch überraschender war, war, dass all dies so natürlich und herzlich spontan erschien! Sein Glaube hatte keine menschliche "Erklärung". Wenn Frassati Christ war, dann weder als Reaktion auf die liberale und antiklerikale Generation seiner Eltern noch aus irgendeinem vagen "kulturellen" Motiv heraus. Sein Glaube nährte sich von der eigentlichen Substanz des Christentums: der Existenz Gottes, dem Gebet als Sauerteig der Existenz, den Sakramenten als Nahrung des ewigen Lebens, der universalen Brüderlichkeit als Gesetz der menschlichen Beziehungen…. Ein Christ, der Lebensfreude atmet, der nichts Sektiererisches an sich hat, der sein Christentum mit einer Spontaneität lebt, die fast beängstigend ist, als hätte er überhaupt keine Probleme.“ (Karl Rahner, Erinnerungen im Gespräch mit Meinold Krauss, Freiburg: Herder, 1984)
Trotz gesellschaftlichen Widerstands und der Ablehnung seiner Eltern lebte Frassati seinen Glauben mit Entschlossenheit und Konsequenz. Seine aufrichtig mitfühlende Art faszinierte die Menschen, und sein Ansehen wuchs schnell. Im Jahr 1922 tritt er dem Dritten Orden der Dominikaner bei und gründet die "Gesellschaft undurchsichtiger Typen", eine Gruppe von Freunden, die ihre Spiritualität bei ausgedehnten Alpenwanderungen pflegten.
Das Leben von Pier Giorgio Frassati endete unerwartet früh. Im Alter von nur 24 Jahren erkrankt er an Kinderlähmung, die er sich bei seinen Besuchen in den Elendsvierteln Turins zugezogen hat. Unbemerkt von seiner Familie, die zu dieser Zeit mit dem gleichzeitigen Tod der Großmutter beschäftigt ist, stirbt er innerhalb von sechs Tagen am 4. Juli 1925 in seinem Elternhaus in Turin.
Die Nachricht von Frassati's Tod verbreitete sich schnell in der Stadt und Tausende von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten strömen zu seiner Beerdigung. Sein Erbe und sein Vermächtnis blieben jedoch lebendig.
Papst Johannes Paul II. nennt ihn den Mann der acht Seligpreisungen und nimmt ihn am 20. Mai 1990 in das Verzeichnis der Seligen auf. Seitdem wird Pier Giorgio Frassati auch als Patron der Weltjugendtage verehrt.
(vgl. Georg Schimmerl, Wien)
(vgl. Georg Schimmerl, Wien)
PARA O ALTO | Um filme sobre Pier Giorgio Frassati (Englisch 1:11:13)
Pier Giorgio studierte Bergbauwissenschaften an der Turiner Polytechnischen Hochschule.
Das Bergsteigen war sein Lieblingssport.
Er liebte die Kunst, besuchte das Theater, die Oper und Museen.
Die feurigen Predigten von Savonarola und die Schriften der hl. Katharina von Siena bewogen ihn 1922 zum Eintritt in den Dritten Orden des hl. Dominikus. Er wählte für sich den Namen Girolamo, nach dem Dominikanerprediger und Ordensreformator Girolamo Savonarola: "Ich bin ein glühender Verehrer des Mönches, der als Heiliger auf dem Scheiterhaufen gestorben ist", schrieb er an einen Freund.
Pier schöpfte seine Kraft und Liebe aus der täglichen Kommunion mit Christus in der Eucharistie, aus häufiger nächtlicher Anbetung, aus der Meditation des Hohen Lieds der Liebe des Apostel Paulus und aus den Lehren der hl. Katharina von Siena.
1919 trat er in den Katholischen Studentenverein und in den Bund der Katholischen Jugend Italiens ein. Ausserdem wurde er Mitglied des katholisch gesinnten Partito Popolare Italiano.
Er schrieb an einen Freund: "Die in Deutschland verlebten Tage gehören zu den schönsten meiner Jugend."
1981 wurde sein Sarg geöffnet und man entdeckte, dass sein Leichnam unverwest war. Am 20. Mai 1990 wurde Pier Giorgio Frassati, der "Mensch der acht Seligpreisungen", von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.
Quellen:
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; Würtz, Christian (2020): „Der selige Pier Giorgio Frassati und seine Aufenthalte bei Familie Rahner in Freiburg“ im Freiburger Diözesan-Archiv, Band 140 (2020), S. 217–241 und andere

