Pier Giorgio Frassati, 4. Juli
„Der Heilige auf Skiern.“
“Lernt in eurer Seele stärker zu sein als mit euren Muskeln. Wenn euch das gelingt, werdet ihr die wahren Apostel des Glaubens an Gott sein!“
“Gott mit vollkommener Heiterkeit dienen.”
„Wahrhaft leben und sich nicht nur recht und schlecht durchschlagen. Ohne Glauben, ohne ein Erbe, das es zu verteidigen gilt, ohne beständigen Kampf für die Wahrheit zu leben, das heißt nicht leben, das ist bloß ‚zurecht kommen‘. Wir dürfen nie einfach nur ‚zurecht kommen‘.“
Heiligsprechung am 7. Sept. 2025 durch Papst Leo in Rom.
Pier Giorgio Frassati
Selige Pier Giorgio Frassati (Video 8'34)
Seliger Frassati (Video 28' Englisch mit Untertiteln deutsch)
Geboren: 6. April 1901 in Turin; gestorben: 4. Juli 1925 im Elternhaus in Turin.
Zeitgenossen
Josemaría Escrivá (1902–1975)
Teresa von Kalkutta (1910–1997)
Óscar Romero (1917–1980)
Gianna Beretta Molla (1922–1962)
Teresa von Kalkutta (1910–1997)
Óscar Romero (1917–1980)
Gianna Beretta Molla (1922–1962)
Lebensgeschichte
Pier Giorgio Mutter, Adelaide Ametis Frassati war eine angesehene Malerin, sein Vater Alfredo Frassati gründete die Tageszeitung „La Stampa“ und engagierte sich politisch. Er war einer der jüngsten Senatoren Italiens und war von 1922 bis 1925 italienischer Botschafter in Berlin. Pier hatte eine jüngere Schwester, Luciana, die dem Glauben zunächst eher distanziert, wenn nicht sogar ablehnend gegenüberstand. Schon früh fühlte Pier zu Jesus hingezogen. Unter dem Einfluss des Salesianerpriesters Don Pietro Cojazzi entdeckte er die Schönheit des christlichen Glaubens. Er setzte sich intensiv mit der Heiligen Schrift auseinander, nahm täglich an der Feier der Heiligen Messe teil und entwickelte eine tiefe Marienfrömmigkeit. Seine Kraft schöpfte er aus der täglichen Kommunion in der Eucharistie, aus der häufigen nächtlichen eucharistischen Anbetung, aus der Betrachtung des Hohenlieds der Liebe des Apostels Paulus (1 Kor 13) sowie aus den Schriften der heiligen Katharina von Siena.
Dabei war Pier alles andere als ein Frömmler. Er war begeisterter Bergsteiger, lebensfroh, gesellig und hatte einen großen Freundeskreis. Ebenso liebte er die Kunst und besuchte mit Begeisterung Theateraufführungen, Opern und Museen. Zugleich zeichnete ihn eine außergewöhnliche Empathie für Menschen in Not aus. Er trat der Vinzenzkonferenz bei und widmete einen großen Teil seiner Freizeit dem Dienst an Kranken, Armen, Waisen sowie den aus dem Ersten Weltkrieg heimkehrenden Soldaten.
1919 trat er dem Katholischen Studentenverein sowie dem Bund der Katholischen Jugend Italiens bei. Im selben Jahr begann er das Studium der Bergbauwissenschaften am Polytechnikum in Turin. Die Wahl dieses Studienfachs begründete er damit, dass er später als Ingenieur besonders den Bergarbeitern dienen wolle, deren harte Lebensbedingungen ihn tief bewegten. Ebenfalls 1919 wurde er Mitglied der katholisch geprägten Partito Popolare Italiano.
Während seines Studiums hielt er sich mehrfach in Berlin und Freiburg im Breisgau auf, wo sein Vater als Botschafter tätig war. Dort lernte er den Priester Dr. Carl Sonnenschein kennen, eine der bedeutendsten Gestalten der katholischen Caritas im Deutschland der Nachkriegszeit. Frassati begleitete ihn bei seinen Besuchen und Hilfseinsätzen unter den Armen, was ihn nachhaltig prägte. Rückblickend schrieb er an einen Freund: „Die in Deutschland verlebten Tage gehören zu den schönsten meiner Jugend.“
In Freiburg begegnete er auch der Familie des späteren Jesuiten und Theologen Karl Rahner. Dieser erinnerte sich viele Jahre später an Pier Giorgio:
„Was an ihm auffiel, war seine Reinheit, seine strahlende Freude, seine Frömmigkeit, die ‘Freiheit der Kinder Gottes’ gegenüber allem Schönen in der Welt, sein sozialer Sinn, sein Bewusstsein, das Leben und Schicksal der Kirche zu teilen. Aber was noch überraschender war, war, dass all dies so natürlich und herzlich spontan erschien! Sein Glaube hatte keine menschliche ‘Erklärung’. Wenn Frassati Christ war, dann weder als Reaktion auf die liberale und antiklerikale Generation seiner Eltern noch aus irgendeinem vagen ‘kulturellen’ Motiv heraus. Sein Glaube nährte sich von der eigentlichen Substanz des Christentums: der Existenz Gottes, dem Gebet als Sauerteig der Existenz, den Sakramenten als Nahrung des ewigen Lebens, der universalen Brüderlichkeit als Gesetz der menschlichen Beziehungen … Ein Christ, der Lebensfreude atmet, der nichts Sektiererisches an sich hat, der sein Christentum mit einer Spontaneität lebt, die fast beängstigend ist, als hätte er überhaupt keine Probleme.“
(Karl Rahner, Erinnerungen im Gespräch mit Meinold Krauss, Freiburg: Herder, 1984)
Im Jahr 1922 trat Frassati dem Dritten Orden des heiligen Dominikus bei. Maßgeblich beeinflusst wurde dieser Schritt durch die leidenschaftlichen Predigten Girolamo Savonarolas und die Schriften der heiligen Katharina von Siena. Als Ordensnamen wählte er „Girolamo“ – nach dem Dominikaner und Ordensreformator Savonarola. An einen Freund schrieb er: „Ich bin ein glühender Verehrer des Mönches, der als Heiliger auf dem Scheiterhaufen gestorben ist.“ Gemeinsam mit Freunden gründete er die „Gesellschaft der undurchsichtigen Typen“, eine Gemeinschaft, die Freundschaft, Gebet, Humor und ausgedehnte Bergtouren miteinander verband.
Das Leben Pier Giorgio Frassatis endete unerwartet früh. Im Alter von nur 24 Jahren erkrankte er an Kinderlähmung, die er sich vermutlich bei seinen Besuchen in den Armenvierteln Turins zugezogen hatte. Während seine Familie gleichzeitig durch die schwere Erkrankung und den Tod seiner Großmutter in Anspruch genommen war, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rasch. Am 4. Juli 1925 starb er in seinem Elternhaus in Turin.
Sein Tod erschütterte die Stadt. Tausende Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten begleiteten ihn auf seinem letzten Weg. Viele entdeckten erst bei seinem Begräbnis das Ausmaß seines verborgenen karitativen Wirkens.
1981 wurde sein Sarg geöffnet. Dabei stellte man fest, dass sein Leichnam in bemerkenswertem Erhaltungszustand vorgefunden wurde. Papst Johannes Paul II. bezeichnete ihn als den „Mann der acht Seligpreisungen“ und sprach ihn am 20. Mai 1990 selig.
Heute gilt Pier Giorgio Frassati als Vorbild für junge Christen in aller Welt und wird in besonderer Weise mit den Weltjugendtagen verbunden. Seine Heiligsprechung zusammen mit der von Carlo Acutis erfolgte am 7. September 2025 durch Papst Leo XIV. in Rom (vgl. Georg Schimmerl, Wien).
Dabei war Pier alles andere als ein Frömmler. Er war begeisterter Bergsteiger, lebensfroh, gesellig und hatte einen großen Freundeskreis. Ebenso liebte er die Kunst und besuchte mit Begeisterung Theateraufführungen, Opern und Museen. Zugleich zeichnete ihn eine außergewöhnliche Empathie für Menschen in Not aus. Er trat der Vinzenzkonferenz bei und widmete einen großen Teil seiner Freizeit dem Dienst an Kranken, Armen, Waisen sowie den aus dem Ersten Weltkrieg heimkehrenden Soldaten.
1919 trat er dem Katholischen Studentenverein sowie dem Bund der Katholischen Jugend Italiens bei. Im selben Jahr begann er das Studium der Bergbauwissenschaften am Polytechnikum in Turin. Die Wahl dieses Studienfachs begründete er damit, dass er später als Ingenieur besonders den Bergarbeitern dienen wolle, deren harte Lebensbedingungen ihn tief bewegten. Ebenfalls 1919 wurde er Mitglied der katholisch geprägten Partito Popolare Italiano.
Während seines Studiums hielt er sich mehrfach in Berlin und Freiburg im Breisgau auf, wo sein Vater als Botschafter tätig war. Dort lernte er den Priester Dr. Carl Sonnenschein kennen, eine der bedeutendsten Gestalten der katholischen Caritas im Deutschland der Nachkriegszeit. Frassati begleitete ihn bei seinen Besuchen und Hilfseinsätzen unter den Armen, was ihn nachhaltig prägte. Rückblickend schrieb er an einen Freund: „Die in Deutschland verlebten Tage gehören zu den schönsten meiner Jugend.“
In Freiburg begegnete er auch der Familie des späteren Jesuiten und Theologen Karl Rahner. Dieser erinnerte sich viele Jahre später an Pier Giorgio:
„Was an ihm auffiel, war seine Reinheit, seine strahlende Freude, seine Frömmigkeit, die ‘Freiheit der Kinder Gottes’ gegenüber allem Schönen in der Welt, sein sozialer Sinn, sein Bewusstsein, das Leben und Schicksal der Kirche zu teilen. Aber was noch überraschender war, war, dass all dies so natürlich und herzlich spontan erschien! Sein Glaube hatte keine menschliche ‘Erklärung’. Wenn Frassati Christ war, dann weder als Reaktion auf die liberale und antiklerikale Generation seiner Eltern noch aus irgendeinem vagen ‘kulturellen’ Motiv heraus. Sein Glaube nährte sich von der eigentlichen Substanz des Christentums: der Existenz Gottes, dem Gebet als Sauerteig der Existenz, den Sakramenten als Nahrung des ewigen Lebens, der universalen Brüderlichkeit als Gesetz der menschlichen Beziehungen … Ein Christ, der Lebensfreude atmet, der nichts Sektiererisches an sich hat, der sein Christentum mit einer Spontaneität lebt, die fast beängstigend ist, als hätte er überhaupt keine Probleme.“
(Karl Rahner, Erinnerungen im Gespräch mit Meinold Krauss, Freiburg: Herder, 1984)
Im Jahr 1922 trat Frassati dem Dritten Orden des heiligen Dominikus bei. Maßgeblich beeinflusst wurde dieser Schritt durch die leidenschaftlichen Predigten Girolamo Savonarolas und die Schriften der heiligen Katharina von Siena. Als Ordensnamen wählte er „Girolamo“ – nach dem Dominikaner und Ordensreformator Savonarola. An einen Freund schrieb er: „Ich bin ein glühender Verehrer des Mönches, der als Heiliger auf dem Scheiterhaufen gestorben ist.“ Gemeinsam mit Freunden gründete er die „Gesellschaft der undurchsichtigen Typen“, eine Gemeinschaft, die Freundschaft, Gebet, Humor und ausgedehnte Bergtouren miteinander verband.
Das Leben Pier Giorgio Frassatis endete unerwartet früh. Im Alter von nur 24 Jahren erkrankte er an Kinderlähmung, die er sich vermutlich bei seinen Besuchen in den Armenvierteln Turins zugezogen hatte. Während seine Familie gleichzeitig durch die schwere Erkrankung und den Tod seiner Großmutter in Anspruch genommen war, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rasch. Am 4. Juli 1925 starb er in seinem Elternhaus in Turin.
Sein Tod erschütterte die Stadt. Tausende Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten begleiteten ihn auf seinem letzten Weg. Viele entdeckten erst bei seinem Begräbnis das Ausmaß seines verborgenen karitativen Wirkens.
1981 wurde sein Sarg geöffnet. Dabei stellte man fest, dass sein Leichnam in bemerkenswertem Erhaltungszustand vorgefunden wurde. Papst Johannes Paul II. bezeichnete ihn als den „Mann der acht Seligpreisungen“ und sprach ihn am 20. Mai 1990 selig.
Heute gilt Pier Giorgio Frassati als Vorbild für junge Christen in aller Welt und wird in besonderer Weise mit den Weltjugendtagen verbunden. Seine Heiligsprechung zusammen mit der von Carlo Acutis erfolgte am 7. September 2025 durch Papst Leo XIV. in Rom (vgl. Georg Schimmerl, Wien).
PARA O ALTO | Um filme sobre Pier Giorgio Frassati (Englisch 1:11:13)
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; Würtz, Christian (2020): „Der selige Pier Giorgio Frassati und seine Aufenthalte bei Familie Rahner in Freiburg“ im Freiburger Diözesan-Archiv, Band 140 (2020), S. 217–241 und andere

