Olaf, Erik, Knut, 10. Juli

 
(Video 3:48‘)
Im deutschen Sprachraum wird das Heiligengedenken der drei skandinavischen Könige Olaf, Knut und Erik gemeinsam am 10. Juli begangen. 

Olaf II. Haraldsson von Norwegen (995 -1030) war schon als Jugendlicher an den Beutezügen der Wikinger entlang den Küsten Europas beteiligt. 1011 lernte er in England das Christentum kennen und ließ sich 1013 taufen. 1016 rief man Olaf zum König aus. Als solcher bestellte er Missionare ins Land und sorgte für die Christianisierung. Im Krieg gegen Dänemark unterlag er 1027. Beim Versuch sein Reich zurückzuerobern kam er am 29. Juli 1030 bei der Schlacht von Stiklestad ums Leben. Olaf wurde schon bald als Heiliger verehrt. Seine Gebeine wurden 1031 in die Clemenskirche in Trondheim überführt. 

Erik IX. Jedvardsson von Schweden (1120-1160) war seit 1156 König von ganz Schweden. Das Land war bereits christianisiert. Als frommer König sorgte er für den Ausbau der kirchlichen Strukturen. Mit den Feldzügen gegen die Finnen 1154 und 1157 ging ebenso die christliche Mission einher. Am 18. Mai 1160 wurde Erik Mordopfer einer politischen Verschwörung. Er wurde im Dom zu Uppsala begraben. 1167 wurden eine Gebeine erhoben. 

Knud IV. von Dänemark (1043 - 1086) bestieg 1080 den Thron. Auch er förderte zugunsten seiner politischen Ziele die Kirche. In einigen Sprengeln seines Reiches musste er den christlichen Glauben erst einführen. Insgesamt vollzog er den Übergang von der germanischen Missionskirche zur eigenständigen Ortskirche. 1086 rief er zum Feldzug gegen England auf. Das provozierte einen Volksaufstand, bei dem Knut am 10. Juli 1086 in der St. Alban Kirche in Odense ermordet wurde. 1101 erfolgte die Heiligsprechung. 
 
Verehrung
König Olavs Leichnam wurde an Ort und Stelle verscharrt. Nach einer Hungersnot und weil der neue Dänenherrscher noch strengere Gesetze erließ und Bischof Grimkjell Olav zum Märtyrer erklärte, wurde er ein Jahr nach seinem Tod in der Klemenskirche von Trondheim bestattet und ruht seit dessen Fertigstellung 1300 im Nidarosdom. Olavs Grab wurde sofort zur Pilgerstätte, hunderte von Kirche und Kapellen in ganz Skandinavien trugen bald seinen Namen. Als „ewiger König von Norwegen“ wurde er zu einer Symbolfigur der Herrscherdynastie. Als Schutzpatron der Warägergarde der byzantinischen Kaiser erreichte seine Verehrung auch die orthodoxe Kirche. Sein Gedenktag am 29. Juli wurde mit der Liturgiereform auf den Todestag des dänischen Königs Knud am 10. Juli festgelegt.

König Erik wurde im Dom von Alt-Uppsala bestattet. Bei der Erhebung seiner Gebeine im Zuge der Übertragung des Bistumssitzes nach Östra Aros entsprang 1273 eine Quelle an der Nordseite des neuen Doms, was für jede damalige Heiligenverehrung ausschlaggebend war. Sein Kult wurde von den Dominikanern und Franziskanern bzw. den Erzbischöfen von Uppsala sowie von den schwedischen Herrschern gefördert. Seine Reliquien ruhen seit 1574 in einem vergoldeten Schrein im evangelisch gewordenen Dom, sein Gedenktag am 18. Mai wurde mit der Liturgiereform 1970 auf den Todestag des dänischen Königs Knud, ebenso wie der des norwegischen Königs Olav am 10. Juli festgelegt.
 
Eine Missernte mit einer darauffolgenden Hungersnot wurde als göttliche Strafe für den Mord an Knud angesehen und beförderte zusammen mit Wundererzählungen von seinem Grab seinen Kult, den bereits sein unmittelbarer Nachfolger auf dem Königsthron förderte. 1101 erreichte sein Halbbruder König Erik I. die Bestätigung seiner Verehrung als erster dänischer Heiliger durch Papst Paschalis II. Er ruht in der Krypta der Odenser Domkirche Sankt Knud, die über seiner Martyriumskirche erbaut wurde.
 
 

Quellen:
vgl. deutsche-biographie.de; 2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere
 
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