Benedikt, 11. Juli

 
„Der Mann Gottes.“ -  „Er lebte, wie er lehrte“. – „Er konnte mehr sehen, weil er mehr liebte.“

„Ora et labora – Bete und arbeite!“ Dieser Satz zeigt die Lebensweisheit Benedikts. Sie betont die Dialektik von Gebet und Arbeit die im Studium reflektiert wird. „Bete so wie du arbeitest und arbeite so wie du betest“. 
 
Namensbedeutung
Der Gesegnete (lateinische)
Benedikt von Nursia, italienisch: Benedetto di Norcia

Namensvarianten
Bene, Benny, Bendix, Benz, Ben, Beda, Bennett, Pentti, Benoît, Baruch, Bento, Bent, Bengt, Benito, Bence
 
Zeitgenossen
• Boëthius (480–524), Philosoph und Märtyrer
• Radegundis (520–587), Königin und Ordensgründerin
• Caesarius von Arles (470–542), einer der bedeutendsten Bischöfe Galliens. Er förderte Predigt, Armenfürsorge, Klöster und die kirchliche Reform.
• Avitus von Vienne (um 450–518), Theologe und Diplomat, der sich für die Einheit der Kirche einsetzte.
• Fulgentius von Ruspe (462–533), einer der wichtigsten Theologen 
• Remigius von Reims (um 437–533), der Taufbischof des Frankenkönigs Chlodwig I.. Seine Mission war entscheidend für die Christianisierung des Frankenreiches.

Gedenktag
11. Juli 
 
Animationsvideo (2:37‘)

Kontext
Zur Zeit des Benedikt von Nursia (480–547) befand sich Europa in einer tiefgreifenden Umbruchsphase:
Gesellschaftlich: Das Weströmische Reich war 476 untergegangen. Städte verloren an Bedeutung, Handel und Infrastruktur zerfielen vielerorts. Unsicherheit, Armut und wiederkehrende Kriege prägten den Alltag. 
Politisch: Die Regionen Italiens stand zunächst unter der Herrschaft des Ostgotenkönigs Theoderich der Große (454–526). Nach seinem Tod begannen die verlustreichen Kriege zwischen dem Oströmischen Reich unter Justinian I. (482–565) und den Ostgoten. Diese Kämpfe verwüsteten große Teile Italiens.
Kirchlich: Die Kirche war die einzige Institution, die vielerorts noch Kontinuität bot. Bischöfe übernahmen zunehmend auch gesellschaftliche Verantwortung. Zugleich gab es theologische Auseinandersetzungen, etwa mit dem Arianismus, und die Suche nach einer verlässlichen Form christlichen Lebens.
Religiös: Das Mönchtum, das im Osten durch die Wüstenväter entstanden war, breitete sich im Westen aus. Benedikt wählte aber weder das einsame Eremitenleben noch ein ungeordnetes Gemeinschaftsleben, sondern entwickelte mit seiner Regel einen ausgewogenen Weg aus Gebet, Arbeit und gemeinschaftlichem Leben. 
Kulturell: Mit den Benediktinerklöstern entstanden Orte, an denen gebetet, gelernt, gearbeitet und Bücher abgeschrieben wurden. Sie bewahrten antikes Wissen und wurden zu Zentren der Bildung, Landwirtschaft, Gastfreundschaft und Seelsorge.

Lebensdaten
Geboren um 480 in Norcia in Umbrien, Italien 80 km südöstlich von Periugia/Assisi; gestorben am 21. März 547 in Montecassino zwischen Rom und Neapel, Italien. 

Lebensgeschichte
Benedikt wurde als Sohn eines reichen Landbesitzers geboren. Seine Zwillingsschwester war die später ebenfalls als Heilige verehrte Scholastika.
Nach der Schulzeit in Nursia studierte Benedikt in Rom. Von der Sittenlosigkeit dort enttäuscht, ging er in die Berge nach Enfide (dem heutigen Affile) und lebte dort mit einer Gruppe von asketischlebenden Einsiedlern. Dann zog er sich drei Jahre lang in eine Höhle bei Subiaco östlich von Rom zurück. Über dieser Höhle wurde im 12. Jahrhundert das Kloster San Benedetto, auch Sacro Speco(dt. „heilige Höhle“) genannt, gegründet.

Die Mönche des nahegelegenen Klosters Vicovaro, die ihn mit Essen versorgten, machten ihn zu ihrem Vorsteher, doch als er ihre Gemeinschaft nach seinen Vorstellungen umzugestalten begann, versuchten sie ihn zu vergiften.
 
Im Tal von Subiaco gründete Benedikt eine Gemeinschaft von Einsiedlern nach dem Vorbild des ägyptischen Mönchsvaters Pachomius mit zwölf Klöstern zu je zwölf Mönchen. Dazu kam der Konvent seiner Schwester Scholastika.
 
529 zog er mit einigen Gefährten auf den naheliegenden Berg Cassinium 150 km südöstlich von Rom, zwischen Rom und Neapel), wo er das Kloster Montecassino errichtete und die Benediktsregel verfasste, mit der Benedikt die älteren Überlieferungen besonders der ägyptischen und griechischen Mönche und Väter für die westliche Kirche erschlossen hat.
 
Benedikt beschränkte seine Sorge nicht auf seine geistliche Familie, sondern stand den Menschen der Umgebung in ihren Nöten bei in der Zeit der Völkerwanderung. 
 
Der Überlieferung nach starb er am Gründonnerstag des Jahres 547, stehend am Altar und mit erhobenen Armen.
 
Verehrung
Papst Gregor der Große, der nach der Benediktsregel lebte, verfasste um 590 die erste Biographie von Benedikt und entsandte Benediktiner nach England.
 
Ab dem 7. Jahrhundert war seine Verehrung im ganzen Abendland verbreitet.
Sein Gedenktag am 11. Juli geht auf die angebliche Übertragung seiner Gebeine aus dem bereits zerstörten Grab nach Frankreich zurück.
 
Reliquien Benedikts befinden sich unter anderem in den Klöstern Benediktbeuren, Metten und Einsiedeln.
 
Bei der Wiedererrichtung der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Abtei Montecassino erhob Papst Paul VI. Benedikt zum Patron von Europa.
 
Darstellung
Im schwarzen Habit mit Kelch und Schlange, Rabe mit Brot, Regelbuch, Pelikan, mit seiner Zwillingsschwester Scholastika
 
Patron
des Mönchtums, von Europa, der Lehrer, Bergleute, Kupferschmiede, Höhlenforscher, Schulkinder und Sterbenden, Helfer bei Fieber, Entzündungen, Vergiftungen, Steinleiden und gegen Zauberei
 
Gebet 
Gott, unser Vater,
alles Gute kommt von dir.
Schenke uns die Kraft, dich täglich im Gebet zu suchen und zu preisen
und in der Mühe der Arbeit an deinem Schöpfungswerk teilzunehmen und dich zu verherrlichen.
Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.
Amen
Text: Sr. Maria OSB
 
Quellen
vgl. deutsche-biographie.de; 2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere sowie mit Unterstützung vom KI. 
 
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