16 Märtyrerinnen von Compiègne, 17. Juli

Ihr Tod führte zum Ende der Schreckensherrschaft der Französischen Revolution
 

16 Märtyrerinnen von Compiègne (17. Juli 1794); Buntglasfenster in der Kirche Saint-Honoré d'Eylau in Paris

"Wir sind bereit zu sterben. Es lebe Christus, unser König!"

Am 17. Juli 1794 wurden 16 Ordensfrauen zusammen mit 24 anderen Gefangenen während der Französischen Revolution als „Volksfeinde“ beschuldigt und zum Tod verurteilt. Noch am selben Abend wurden die Nonnen durch die Straßen von Paris zum Schafott geführt. Der Henker erlaubte ihnen, die Gebete zu denen auch der Gesang des Te Deum, „Großer Gott wir loben Dich“ gehörte, zu beenden. Nachdem sie anschließend das Veni Creator Spiritus „Komm Heiliger Geist“ gesungen und ihre Gelübde erneuert hatten, erhielten sie von ihrer Priorin einen letzten Segen, küssten eine kleine Marienstatue, dann wurden sie enthauptet.
 
Die 16 Schwestern aus dem Karmel-Kloster von Compiègne, 80 km nordöstlich von Paris, waren im Alter von 29 bis 79 Jahren. Am 24. Juni 1794 waren sie verhaftet worden, weil sie aus Treue zur Kirche und zu ihrer Ordensberufung den erzwungenen Eid auf die Zivilkonstitution nicht ablegten. Sie wurden zum Tod verurteilt und am gleichen Tag  enthauptet.
 
Kontext
Die Zivilverfassung der Französischen Revolution hatte das religiöse Leben verboten. Die Karmelitinnen wurden 1792 aus ihrem Kloster vertrieben. Obwohl sie gezwungen waren, sich zu verstecken, hielten die Schwestern im Geheimen an ihrem gemeinschaftlichen Leben des Gebets und der Buße fest. Auf Anregung ihrer Oberin, legten die Schwestern ein zusätzliches Gelübde ab: Sie wollten ihr Leben für ein Ende der Revolution und für die katholische Kirche in Frankreich aufopfern. Am Tag ihrer Hinrichtung wurden die Schwestern in offenen Karren durch die Straßen von Paris gefahren und mussten sich von der versammelten Menge beschimpfen lassen. Unbeirrt sangen sie Gebete während sie sich dem Schafott näherten. Zehn Tage später wurde Robespierre, der Rädelsführer der Revolution verhaftet und am nächsten Tag hingerichtet.
Der unschuldige Tod dieser 16 Frauen wird in Zusammenhang gebracht, dass die Schreckensherrschschaft der Revolution beendet wurde. 

Verehrung
Die sechzehn Märtyrerinnen ruhen in einem Massengrab auf dem Friedhof de Picpus in Paris. Sie wurden am 27. Mai 1906 von Pius X. seliggesprochen. Ihr Gedenktag ist der 17. Juli.
 
Darstellung
In Ordenskleidung mit Märtyrerpalmen und Schafott.
 
Das Schicksal der sechzehn Frauen inspirierte Gertrud von Le Fort zu ihrem Buch: Die Letzte am Schafott.  
und Georges Bernanos zu der Schrift: Les Dialogues des Carmélites.
 
Francis Poulenc verarbeitete den Stoff in der Oper Dialogues des Carmélites, die am 26. Januar 1957 uraufgeführt wurde und heute als eine von wenigen Opern des 20. Jahrhunderts zum weltweiten Standardrepertoire gehört.
 
Nach einem Drehbuch von Philippe Agostini verfilmten Philippe Agostini und Raymond Leopold Bruckberger den Stoff 1960 unter dem Titel Le Dialogue des Carmélites; der deutsche Titel lautet: Opfergang einer Nonne.
 
Papst Franziskus hat am 20.12.2024 die 16 Ordensfrauen heiliggesprochen.
 
Quellen
vgl.carmelitequotes.blog/2024/12/18/compiegnesaints; 2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere
 
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