Laurentius von Brindisi, 21. Juli

Friedensstifter, Missionar, Kirchenlehrer 
 

 
„Der Friede ist ein Werk Gottes – und der größte Dienst, den wir dem Herrn tun können.“
„Gott wirkt nicht nur durch Wunder, sondern durch unsere Treue in der Dunkelheit.“
„Christus ist unser Alles: Wenn du heilst, bist du Christus; wenn du liebst, bist du Christus; wenn du lehrst, bist du Christus“.
„Kein Christ kann leben ohne die Eucharistie – denn da ist Christus selbst, unser Leben.“
„Die Heilige Schrift ist nicht nur Wort Gottes – sie ist der Atem Gottes, lebendig in uns.“

Namen
Giulio Cesare Russo;
Ordensnamen: Laurentius 
 
Zeitgenossen
• Teresa von Ávila (1515-1582), Spanien, Karmelitin und Kirchenlehrerin.
• Maria Magdalena de’ Pazzi (1566–1607), Italien, Karmelitin und Mystikerin.
• Philipp Neri (1515–1595), Italien, Gründer des Oratoriums.
• Franz von Sales (1567–1622), Savoyen/Frankreich, Bischof von Genf, Kirchenlehrer und Mitbegründer der Salesianischen Spiritualität.
• Robert Bellarmin (1542–1621), Italien, Jesuit, Kardinal, Prediger und Kirchenlehrer.

Gedenktag
21. Juli

Leben
Geboren: 22. Juli 1559 in Brindisi (Apulien Süditalien), Gestorben: 22. Juli 1619 in Lissabon (Lissabon)
 
Lebensgeschichte
Giulio Cesare de Rossi war Schüler und Oblate der Franziskaner-Konventualen in Brindisi und trat 1575 als Fra Lorenzo in den jungen Kapuzinerorden ein. Nach der Priesterweihe 1582 wurde er bei der Ausbildung des Ordensnachwuchses eingesetzt. Laurentius hatte sich im Studium in Padua und Venedig überragende theologische Kenntnisse sowie zahlreiche Sprachen angeeignet. Er sprach neben Italienisch und Latein auch fließend Deutsch und Französisch und beherrschte die biblischen Sprachen wie Griechisch, Syrisch und Hebräisch so gut, dass ihn Juden bei Streitgesprächen für einen konvertierten Juden hielten. Von seinem phänomenalen Gedächtnis hieß es, er könne die gesamte Heilige Schrift auf Latein, Griechisch und Hebräisch auswendig.
 
In etwas mehr als zehn Jahren übernahm er im jungen Kapuzinerorden  als Provinzial der Toskana die Leitung der Provinzen Venedig, Schweiz, Böhmen-Österreich, Tirol-Bayern und Genua bis hin zur Leitung des gesamten Ordens als Generalminister auf. In diesen Funktionen bereiste er halb Europa zu Fuß und gründete zahlreiche Klöster.
 
1601 entsandte ihn Papst Clemens VIII. zu Kaiser Rudolf nach Prag und von dort aus als obersten Feldkaplan zu den kaiserlichen Truppen nach Ungarn. Nicht zuletzt auf Laurentius’ anfeuernde, mehrsprachige Predigten und mutiges Vorangehen soll die Verteidigung gegen die Invasion der Türken bei Stuhlweißenburg zurückzuführen sein.
 
1606 von Papst Paul V. nach Deutschland entsandt, nahm er als Gegenreformator Einfluss auf die Politik der katholischen Fürsten. Mit Herzog Maximilian von Bayern verband ihn eine enge Freundschaft.
 
1609 organisierte er die Katholische Liga gegen die Protestantische Union, die Fronten des Dreißigjährigen Krieges. 

Bei aller diplomatischen Umtriebigkeit war Bruder Laurentius ein tief innerlicher Priester, dessen Eucharistiefeiern vor lauter Andacht mehrere Stunden dauern konnten, ein als Star gefeierter Prediger, dessen Verehrung ihn zu Verkleidungen und Schleichwegen zwangen, und ein fruchtbarer Schriftsteller. Neben seinen Predigten sind ein Genesis-Kommentar zu nennen sowie die erste Auseinandersetzung mit Martin Luther auf der Grundlage einzig der Heiligen Schrift.
 
1618 reiste er als Unterhändler der durch den Vize-König bedrückten Neapolitaner zu König Philipp III. von Spanien nach Lissabon, wo er an seinem 60. Geburtstag starb, möglicherweise an einem Giftanschlag. 
 
Verehrung
Bruder Laurentius Brindisi wurde auf dem Friedhof des Klarissenklosters von Villafranca del Bierzo im nordspanischen León beigesetzt, das Grab wurde jedoch während der napoleonischen Besatzung 1808 zerstört.
 
Er wurde 1783 selig-, 1881 heiliggesprochen und 1959 zum Kirchenlehrer erhoben.
 
Darstellung
Als Kapuziner mit Kreuz oder tief im Gebet versunken
 
Patron
von Brindisi, der Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol
 
(Quelle Bistum Augsburg)