Adelige, Ehefrau, Mutter, Pilgerin, Mystikerin, Ordensgründerin, kirchliche Mahnerin
„Ehre, Macht und Reichtum vergehen, aber Tugend und Demut bleiben.“
„Sei mir, o Herr, ein Licht auf meinem Weg, denn ohne dich bin ich blind.“
Namen
Birgitta Birgersdotter
Bedeutung: die Helle, Erhabene (keltisch)
Namensvarianten
Birgitta, Birgit, Brigitta, Brigitte, Britt, Britta, Birte, Brigida, Brigid, Bridget, Brige, Bride, Berit, Gitte, Biggi, Pirjo
Gedenktag
23. Juli
Lebensdaten
Geboren: um 1303 in Finsta bei Uppsala, 90 km nordöstlich von Stockholm (Schweden); gestorben am 23. Juli 1373 in Rom (Italien).
Lebensgeschichte
Birgitta war die Tochter eines Großgrundbesitzers und Reichsrats. Sie war über ihre Mutter mit dem schwedischen Königshaus verwandt. Schon als Kind hatte sie Marien- und Christusvisionen. Statt ins Kloster zu gehen, wurde sie aber mit 13 Jahren mit Ulf Gudmarsson aus einer ebenso einflussreichen Familie verheiratet. Sie lebte 20 Jahre lang als Ehefrau und wurde Mutter von acht Kindern auf der Burg Ulvåsa am Vätternsee, zwischen Göteborg und Stockholm.
In ihrer Sorge um ledige Mütter in Östergötland werden sowohl ihre Nächstenliebe als auch ihr Freimut deutlich.
1335 wurde sie zur Oberhofmeisterin der 15-jährigen schwedischen Königin Blanche berufen. 1339 unternahm Brigitta mit ihrem Mann eine Pilgerreise zum Grab des heiligen Olav nach Trondheim. Zwei Jahre später machte sie eine Pilgerreise zum über 3000 Kilometer entfernten Jakobusgrab nach Santiago de Compostela in Nordspanien. Kurz nach ihrer Rückkehr verstarb ihr Mann in der Zisterzienserabtei Alvastra.
Birgitta lebte nun als Witwe und Drittordensschwester des heiligen Franziskus am königlichen Hof, als ihre Visionen zunahmen und sie als „Braut Christi“ den Auftrag erhielt, einen Orden zu gründen den sie 1346 auf ihrem Gut in Vadstena am Vätternsee, das König Magnus Eriksson errichtete. Die Ordensgemeinschaft mit dem Namen des Allerheiligsten Erlösers wurde später nach ihr als Birgittenorden benannt.
Birgitta schrieb, inspiriert von ihren Visionen eine Ordensregel für Gemeinschaften von Priestern und Nonnen in Doppelklöstern.
1349 zog sie mit ihrer Tochter Katharina nach Rom, um die Anerkennung ihres Ordens zu erwirken. 1370 bestätigte Papst Urban V. die Ordensregel.
Birgitta äußerte sich offen zum unmoralischen Lebenswandel des schwedischen Adels und Klerus.
Sie versuchte im Hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich und England zu vermitteln und die Päpste zur Rückkehr von Avignon nach Rom zu überzeugen: „Ein Papst soll kommen, der nicht nach Macht, sondern nach Seelen verlangt.“
Sie versuchte im Hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich und England zu vermitteln und die Päpste zur Rückkehr von Avignon nach Rom zu überzeugen: „Ein Papst soll kommen, der nicht nach Macht, sondern nach Seelen verlangt.“
Zurück von der Pilgerfahrt ins Heilige Land, starb Brigitta 1373 in Rom.
Verehrung
Birgittas Tochter Katharina überführte 1374 die Gebeine ihrer Mutter nach Vadstena und förderte die Verbreitung des Ordens sowie die Heiligsprechung, die 1391 – nicht zuletzt aufgrund ihrer ungeheuer einflussreichen Visionen – erfolgte.
1396 wurde Birgitta Patronin ihrer Heimat.
Frauen wie Birgitta machen deutlich, welche Stärke und welche Begabung Frauen in die Gesellschaft und in die Kirche eingebracht haben. 1999 wurde sie zusammen mit Katharina von Siena und Edith Stein von Papst Johannes Paul II. zur Patronin Europas erklärt.
Auf Birgitta geht eine Vielzahl von Gebetstraditionen zurück so die Fünfzehn Gebete zum leidenden Heiland und besonders Die sieben Vaterunser
„O Herr Jesus Christus,
ich bitte dich aus tiefstem Herzen:
präge in mein Herz deine heiligen fünf Wunden ein mit solcher Liebe und Ehrfurcht, dass ich ständig über sie nachdenke und deine Liebe erkenne,
die dich dazu gebracht hat, für uns Sünder so große Schmerzen zu leiden.
Gib mir die Gnade, dir in deinem Leiden zu folgen, dich zu lieben in deiner Demut und dir treu zu bleiben in aller Bedrängnis. Amen.“
Bis Dezember 2016 gab es ein Birgittenkloster im oberbayerischen Altomünster.
Darstellung
als Nonne mit Buch, Feder, Herz oder kniend vor einem Kreuz
Patronin
von Schweden und Europa, der Pilger, für einen friedlichen Tod
(Quelle vgl. Bistum Augsburg)
Tagesgebet
Herr, unser Gott,
du hast der heiligen Birgitta eine innige Liebe zum Gekreuzigten geschenkt und ihr den Reichtum deines Erbarmens geoffenbart.
Hilf uns, dass wir Christus auf seinem Leidensweg nachfolgen, damit wir ihn auch in seiner Herrlichkeit schauen, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
