Einsiedler, Ordenspriester, Fürsprecher
„Ein Mönch aus dem Orient, dem das ganze Christentum etwas zu verdanken hat. In der Stille hat er das Licht Gottes aufleuchten lassen.“ (Paul VI.)
Heiliger Scharbel,
du schweigst – und Gott spricht in dir.
Du siehst nicht mit den Augen, sondern mit dem Herzen.
Dein Gesicht leuchtet von innen.
Lehre mich die Stille,
das Gebet ohne Worte,
den Glauben, der trägt im Verborgenen.
Bitte für mich,
dass ich in Gott ruhe,
und durch ihn Licht werde für andere.
Amen.
Namen
Sharbel Makhluf;
Taufnamen: Youssef Antoun Makhluf
Gedenktag
24. Juli
Lebensdaten
Geboren: 8. Mai 1828 im Bergdorf Bekaa Kafra (Libanon);
Gestorben: 24. Dezember1898.
Zeitgenossen
– Bernadette Soubirous (1844–1879)
– Katharina Labouré (1806–1876)
– Johannes Bosco (1815–1888)
– Pfarrer von Ars, Johannes Maria Vianney (1786–1859)
– Bernadette Soubirous (1844–1879)
– Katharina Labouré (1806–1876)
– Johannes Bosco (1815–1888)
– Pfarrer von Ars, Johannes Maria Vianney (1786–1859)
Lebensgeschichte
Sharbel Makhluf wurde im höchstgelegenen dauerhaft bewohnten Ort des Nahen Ostens geboren. Er war das fünfte Kind einer einfachen, bäuerlichen Familie.
Sein Vater, Antoun Zaarour Makhluf, war Maultiertreiber und starb, als Sharbel drei Jahre alt war.
Seine Mutter, Brigita Chidiac, heiratete später den Diakon Farès al-ʿAwas, der Sharbel stark religiös prägte. Zwei seiner Brüder traten ebenfalls in kirchliche Berufe ein. Zwei seiner Onkel waren Einsiedler im Orden der Antoniner.
Sharbel besuchte keine offizielle Schule im modernen Sinne.
Stattdessen wurde er: von seiner Mutter und dem Stiefvater (Diakon) religiös unterrichtet, lernte das Lesen der Bibel, und wurde früh mit der aramäischen (syrisch-maronitischen) Liturgie die noch die Sprache Jesu verwendet vertraut gemacht.
Stattdessen wurde er: von seiner Mutter und dem Stiefvater (Diakon) religiös unterrichtet, lernte das Lesen der Bibel, und wurde früh mit der aramäischen (syrisch-maronitischen) Liturgie die noch die Sprache Jesu verwendet vertraut gemacht.
Als Jugendlicher arbeitete er mit auf den Feldern und kümmerte sich um Tiere – später zog er sich oft zurück zum Gebet.
Mit 23 Jahren verließ er über Nacht seine Familie und wanderte zum Kloster Unserer Lieben Frau von Maïfouk. Er verabschiedete sich von seiner bald nachgereisten Familie durch die verschlossene Tür mit den Worten: „Mutter, wir sehen uns im Himmel wieder.“ Antuon erhielt den Ordensnamen Sharbel, zu Ehren des Märtyrers Scharbel von Edessa.
Nach seinen ewigen Gelübden wurde er zum Studium ins Kloster der heiligen Cyprian und Justinus nach Kfifan bei Batroun geschickt.
Nach seiner Priesterweihe 1859 in Bkerke, dem Sitz des maronitischen Patriarchen, kehrte er nach Annaya zurück, wo er 16 Jahre lang zurückgezogen im Gebet lebte.
1875 bezog er eine abgelegene Einsiedelei, die er nur noch selten und nur auf Geheiß seiner Oberen verließ. Seinen Tagesablauf prägten die Anbetung des Allerheiligsten, kleine Handarbeiten und das unablässige Gebet, gekrönt von einer tief innerlich erlebten Eucharistiefeier.
Den Ratsuchenden ob Muslime, Christen oder Anhänger der Drusen aus den benachbarten Orten antwortete er in knappen, prägnanten Sätzen, die an die der Mönchsväter und -mütter des 3. und 4. Jahrhunderts erinnern.
Am 16. Dezember 1898 erlitt er beim liturgischen Gebet „O Vater der Wahrheit“ einen Schlaganfall. Diese Worte wiederholte er unablässig bis zu seinem Tod, der ihn während der Weihnachtsvigil am 24. Dezember ereilte.
Verehrung
gilt als Nationalheiliger des Libanon. Christen aller Konfessionen – und auch viele Muslime und Drusen – verehren ihn als Heiler, Wundertäter und Fürsprecher. Sein Grab in Annaya ist einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte im Nahen Osten.
Er ist vergleichbar mit dem Heiligen Pfarrer von Ars der ein Zeitgenosse war mit dessen Armut, Einfachheit und tiefen Christusliebe; mit Pater Pio aufgrund unzähliger Heilungen, Wunder, der großen Volksverehrung.
Er ist vergleichbar mit dem Heiligen Pfarrer von Ars der ein Zeitgenosse war mit dessen Armut, Einfachheit und tiefen Christusliebe; mit Pater Pio aufgrund unzähliger Heilungen, Wunder, der großen Volksverehrung.
Scharbel wurde der Tradition entsprechend ohne Sarg direkt in der Erde bestattet. Eigenartige Lichtphänomene um sein Grab und das Austreten einer duftenden Flüssigkeit lockten bald so viele Beter an, dass es geöffnet wurde. Unzählige Gebetserhörungen und zuletzt anerkannte Wunderheilungen auf seine Fürbitte führten schließlich 1965 zur Seligsprechung durch Papst Paul VI. im Petersdom, drei Tage vor dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils. 1977 erfolgte die Heiligsprechung.
Das Kloster Annaya ist heute ein vielbesuchter Wallfahrtsort – auch für Muslime.
Vermächtnis
Sharbel ist über die Grenzen des Libanon hinaus bekannt und wird weltweit verehrt.
Tausende dokumentierte Heilungen und Bekehrungen sind mit seiner Fürsprache verbunden.
Tausende dokumentierte Heilungen und Bekehrungen sind mit seiner Fürsprache verbunden.
Er wird von vielen als „heiliger Mann der Stille“ angesehen – ein moderner Wüstenvater, der zeigt, dass radikale Gottsuche auch in der modernen Welt möglich ist, dass Heiligkeit nicht aus Reden, sondern aus radikaler Hingabe an Gott entsteht.
„Ein Wort in der Stille ist mehr wert als tausend in der Welt.“
„Gott allein genügt. Wer ihn besitzt, dem fehlt es an nichts.“
„Ich diene der Eucharistie – und sie nährt mich für das ewige Leben.“
(Quelle u. a. vgl. Bistum Augsburg)
Gebete
Herr,
ich schaue das stille Gesicht deines Dieners,
den gesenkten Blick,
das Licht des Schweigens auf seiner Stirn.
Du hast Scharbel verborgen in der Einsamkeit,
damit er in deiner Nähe allen bekannt werde.
Du hast ihn schweigen lassen,
damit dein Wort in ihm laut erklinge.
Seine Augen sind geschlossen – doch sein Herz schaut dein Licht.
Seine Lippen sagen nichts – und verkünden doch dein Geheimnis.
Sein Antlitz ist wie eine brennende Kerze, die sich verzehrt, um anderen Licht zu geben.
Gott,
lehre mich mit Scharbel still zu werden,
mit dem Herzen zu hören,
mit der Seele zu beten.
Schenke mir Mut zur Verborgenheit,
zur Tiefe,
zur Hingabe.
Heiliger Scharbel,
du Mann des Gebets,
du Licht aus dem Libanon,
tritt für mich ein,
damit ich lerne, mit Gott eins zu sein
und durch ihn für die Welt da zu sein.
Amen.
