„Wer die Welt für Christus gewinnen will, muss den Mut haben, mit ihr in Konflikt zu treten.“
“Gib dem Hass nicht nach. Wir befinden uns hier in einem dunklen Tunnel, aber wir müssen weiter. Am Ende leuchtet uns ein ewiges Licht.“
Gebet
Seliger Titus Brandsmann,
du hast dich nicht versteckt, als die Welt dunkler wurde.
Du hast geschrieben, gesprochen, geholfen –
mit Liebe statt Hass,
mit Mut, mit Glaube, mit offenem Herzen.
Du hast dich eingesetzt für die Wahrheit,
für Menschlichkeit, für Gott.
Auch als es dich alles gekostet hat.
Begleite uns,
wenn wir mutlos werden,
wenn wir leise bleiben, wo wir reden sollten, wenn wir spüren: Das, was richtig ist, wird unbequem.
Stärke uns, wie du stark warst –
im Kleinen und im Großen,
mit Liebe und ohne Hass.
Zeig uns, wie Glaube im Alltag geht –
durch Mitgefühl, Klarheit und Hoffnung. Amen
Ordenspriester, Märtyrer
Namensbedeutung
Wildtaube (lat.)
Namensvarianten
Tito, Thies, Tizian, Tiziano,
Gedenktag
27. Juli
Lebensdaten
geboren am 23. Februar 1881 in Oegeklooster (Niederlande), gestorben am 26. Juli 1942 im KZ Dachau bei München.
Lebensgeschichte
Taufname Anno Sjoerd. Herkunft aus einer alten, katholischen Bauernfamilie, Schulunterricht bei Franziskanern. 1899 trat er, dem calvinistischen Umfeld in Friesland fast zum Trotz, wie vier seiner Geschwister in einen Orden ein und wurde mit dem Namen Titus – dem Namen einen Schülers des Apostel Paulus und dem seines eigenen Vaters – Karmelit.
1905 zum Priester geweiht, wurde er zum Studium nach Rom entsandt und kehrte anschließend in die Niederlande zurück, wo er als Professor für Philosophie und Geschichte der Mystik – er übersetzte die Schriften der heiligen Teresa von Ávila ins Niederländische – an der neugegründeten Katholischen Universität in Nimwegen tätig war und 1932/33 auch als Rektor. Er machte zusätzlich eine Ausbildung zum Journalisten und engagierte sich in der katholischen Presse sowie als Berater der katholischen Schulen und der Niederländischen Bischofskonferenz. Auch seinem Orden, besonders in Deutschland, galt sein Einsatz.
Er veröffentlichte Artikel zu allen möglichen gesellschaftlichen Themen wie Soziales, Umweltschutz, Tierschutz etc. und hat darüber eine große Bekanntheit erlangt. Er wurde zum geistlichen Begleiter der katholischen Journalisten in den Niederlanden.
Das war der Punkt, wo er ab 1940, als die Nationalsozialisten die Niederlande besetzten, immer wieder in Konflikt mit den Nationalsozialisten kam, die auch in den Niederlanden Anhänger hatten.
Das war der Punkt, wo er ab 1940, als die Nationalsozialisten die Niederlande besetzten, immer wieder in Konflikt mit den Nationalsozialisten kam, die auch in den Niederlanden Anhänger hatten.
Brandsma trat gegen die nationalsozialistische Ideologie und der Verfolgung der Juden auf und setzte sich für die Unabhängigkeit der freien katholischen Presse ein. Als er allen katholischen Journalisten persönlich ein diesbezügliches Schreiben der niederländischen Bischöfe überbringen wollte, wurde er am 19. Januar 1942 verhaftet und übers Konzentrationslager Amersfoort ins KZ Dachau verbracht.
Krank, von der Lagerhaft und Hunger geschwächt musste er zur schweren Feldarbeit ausrücken; er wurde in einem blasphemischen Akt wie Jesus Christus gegeißelt, ertrug alles mit Ruhe und innerem Frieden und wurde schließlich in die Krankenstation eingewiesen. Auf dem Weg dorthin, wissend, was ihn erwartete, verschenkte er seinen letzten Tabak; in der Krankenbaracke wurde er sterbend, für medizinische Experimente missbraucht und schließlich am 26. Juli 1942 um 13.50 Uhr durch eine Carbolsäurespritze „abgespritzt“, wie es im Jargon des KZ hieß.
Verehrung
Pater Titus Brandsma wurde als erster der Geistlichen aus dem KZ Dachau am 3. November 1985 durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Seine Heiligsprechung erfolgte am 15. Mai 2022 durch Papst Franziskus. In den Niederlanden und im Karmeliterorden wird der Gedenktag von Titus Brandsmas am 27. Juli begangen.
Titus Persönlichkeit ist sehr komplex: Er war eitel, jähzornig, radikal, politisch naiv, anspruchslos fromm, tatkräftig, persönlich sehr mutig…
Es zeichnet Heilige aus, dass sie unterwegs sind, dass sie nicht fertig sind, sondern unterwegs zur Vollkommenheit; Heilige sind keine Aufstiegsbiographien oder gläubige Karrieristen, sondern Menschen, die mit sich selber, mit ihrer Zeit, mit den Umständen gekämpft haben, sich auseinandergesetzt haben – und darin ihren Weg zum Glauben, ihren Weg zu Gott gefunden haben!
Brandsma setzt sich sehr stark für eine persönliche Gottesbeziehung ein. Er betont immer wieder den Gott in uns, der zu suchen ist, und den Gott im anderen, der zu finden ist.
Titus Brandsma ist politisch aktuell in seinem Kampf gegen nationalistische Tendenzen; Christsein ist unvereinbar mit jeder Form von Nationalismus, Rassismus, Rassenideologie oder sonstigen ideologischen Zuspitzungen.Brandsman trat unabdingbar für den Frieden und die Versöhnung unter den Völkern ein.
Patron
der Journalisten und der deutschen Ordensprovinz der Karmeliten
(Quelle vgl. Bistum Augsburg)
Tagesgebet
Gott, du hast dem heligen Titus den Geist des Mutes verliehen, trotz erniedrigender Verfolgung und Todesdrohung für die Freiheit der Kirche und die Würde des Menschen einzutreten. Höre auf seine Fürsprache und hilf uns, dass wir in der Erwartung deines Reiches der Gerechtigkeit und des Friedens treu zum Evangelium stehen und dich in den Bedrängnissen des Lebens als den Barmherzigen erkennen. Darum bitten durch Jesus Christus… Amen.
Gott, du hast dem heligen Titus den Geist des Mutes verliehen, trotz erniedrigender Verfolgung und Todesdrohung für die Freiheit der Kirche und die Würde des Menschen einzutreten. Höre auf seine Fürsprache und hilf uns, dass wir in der Erwartung deines Reiches der Gerechtigkeit und des Friedens treu zum Evangelium stehen und dich in den Bedrängnissen des Lebens als den Barmherzigen erkennen. Darum bitten durch Jesus Christus… Amen.
Lesung
Fürbitten
Gott, unser Vater, immer wieder werden Menschen Opfer ihrer gewalttätigen Mitmenschen, aber immer wieder erweist du dich in den Märtyrern als der stärkere und leidest von neuem. Auf die Fürsprache des heligen Titus bitten wir dich:
Gott, unser Vater, immer wieder werden Menschen Opfer ihrer gewalttätigen Mitmenschen, aber immer wieder erweist du dich in den Märtyrern als der stärkere und leidest von neuem. Auf die Fürsprache des heligen Titus bitten wir dich:
- Mach deine Kirche zu einem Hort der Freiheit, der Menschenrechte und zu einer unerschrockenen Verteidigerin des Lebens.
- Schenke den Gewaltherrschern Einsicht und hilf ihnen, dass sie auch ihre Gegner achten können.
- Hilf den Journalisten und den Medienschaffenden, dass sie den Mut haben, in verantwortungsvoller und ehrlicher Weise ihren Anteil an der öffentlichen Meinung beizutragen.
- Gib uns die Kraft, die Andersartigkeit unserer Mitmenschen zu ertragen und auch in ihnen Gottes Kinder zu erkennen.
Gütiger Gott, du hast uns im heligen Titus Brandsma ein Beispiel wahrer Nächsten- und Feindesliebe geschenkt. Auf seine Fürbitte gewähre uns die Gnade, dass auch wir unseren Feinden verzeihen können, durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Worte von Titus Brandsma
Wir leben in einer Welt, in der man sogar die Liebe verurteilt und als Schwäche bezeichnet, die beseitigt werden muss, über die der Mensch hinwegkommen muss. Nicht Liebe, sondern Entfaltung der eigenen Kraft gilt. Lass jeden so stark wie möglich sein, lass die Schwachen untergehen. Die Zeit für das Christentum mit seiner Predigt der Liebe ist vorbei, es muss ersetzt werden durch die alte germanische Kraft. Mit diesen Dogmen treten sie auf, und es gibt Menschen, die dafür sehr empfänglich sind. Die Liebe wird verkannt…
Wenn auch das neue Heidentum die Liebe nicht mehr will, wir werden – eingedenk der Geschichte – dennoch mit der Liebe das Heidentum überwinden und unsere Liebe nicht preisgeben. Die Liebe wird uns das Herz der Heiden wiedergewinnen lassen. Die Natur geht über die Lehre. Lass die Theorie die Liebe verwerfen und verurteilen, sie als Schwäche bezeichnen, die Praxis des Lebens wird diese immer wieder eine Kraft sein lassen, die die Herzen der Menschen überwindet und gefangen hält. (Titus Brandsma)
Quellen
2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere
