„Ich habe mich ganz Jesus geschenkt.“
„Ich bin bereit, jedes Leid zu tragen, das der liebe Gott mir schickt.“
„Ich betrachte Leiden als das schönste Geschenk, das Gott mir geben konnte.“
Ihr Leben und ihre Wunder haben sie zur bedeutendsten Heiligen Indiens gemacht – besonders in Kerela.
Gebet
Liebe heilige Alphonsa,
du hattest es nicht leicht im Leben –
du warst oft krank und hattest Schmerzen,
aber du hast nie aufgegeben.
Du hast alles Gott anvertraut
und jeden Tag versucht, das Gute zu sehen.
Bitte hilf auch mir,
geduldig zu sein, wenn es schwierig wird.
Zeig mir, wie ich mit Mut und Vertrauen durch schwere Zeiten komme.
Hilf mir, nicht nur an mich zu denken,
sondern auch für andere da zu sein.
Danke, dass du bei Gott für uns betest.
Ich vertraue dir. Amen
Gedenktag
28. Juli
Lebensdaten
geboren am 19. August 1910 in Arpookara, Kerala, Süd-West-Indien. Gestorben am 28. Juli 1946 in Bharananganam, Kerala, Indien.
Lebensgeschichte
Alfonsa mit Taufname Anna wurde als Annakkutty (kleine Anna) in Kudamaloor, einem Dorf im Fürstenstaat Travancore, der unter britischer Herrschaft stand (heute Distrikt Kottayam, Kerala, Indien), als Tochter von Joseph und Mary Muttathupadathu geboren. Annas Mutter starb, als sie noch klein war, daher zog ihre Tante mütterlicherseits sie auf.
Die kleine Anna (Annakkutty)
Ihre Großmutter vermittelt ihr sehr früh eine kindliche Liebe am Glauben. Sie erfährt gelebte Liebe zum Gebet und die frohe Bereitschaft, armen Menschen wie den Bettlern zu helfen, die jeden Mittwoch von der Großmutter eingeladen werden. In den christlichen Familien Keralas war es Brauch, eine ganze Stunde dem Abendgebet zu widmen. Bereits mit fünf Jahren übernahm Annakutty dabei mit kindlicher Begeisterung das Vorbeten.
Mit sieben Jahren, empfing sie zum ersten Mal den Heiland in der heiligen Kommunion. Dieses Glück konnte sie nicht für sich behalten: “Wisst ihr, warum ich heute so glücklich bin? Ich trage Jesus in meinem Herzen”, lautete ihr Bekenntnis gegenüber ihren Freundinnen.
Sie besuchte die Grundschule. Dort schloss sie eine enge Freundschaft mit dem Hindu-Mädchen Pongana. Diese berichtete später beim Seligsprechungsprozess: “Annakutty war ein besonders feines Mädchen. Immer war sie bereit, Leid zu ertragen und anderen zu verzeihen. Ihre Geduld und Klugheit, ihre Liebe zu dem, der sie verletzt hatte, hat mich sehr beeinflusst und zum Gutsein bewegt.
Mit ihrer Großmutter zusammen las sie die Lebensgeschichte der kleinen hl. Theresia von Lisieux. Schon in dieser Zeit, als sie sah, wie ihre älteren Schwestern schon früh verheiratet wurden, wuchs in ihr der Wunsch, allein Jesus Christus als Bräutigam zu gehören.
1920 wechselte Annakutty auf die Mittelschule nach Muttuchira. Aus diesem Grund kam sie nun in die Obhut ihrer Tante Anna Murickal. Diese hatte kein Verständnis für die Frömmigkeit und Berufung Annkuttys, die sich oft ins benachbarte Kloster der Karmelitinnen begab und lange Zeit im Gebet nach der hl. Kommunion verbrachte.
Als Annakutty 13 Jahre alt war arrangierte die Tante für sie eine Ehe. Um dem zu entgehen, entschloss sich Anna in ihrer Verzweiflung, ihren Körper zu entstellen und verbrannte ihren Fuß in einem Haufen glühender Kohlen.
Ihr Beichtvater P. James Muricken vermittelte ihr die Möglichkeit, als Internatsschülerin ein College der Kongregation der Franziskaner Klarissen in Bharananganam zu besuchen. Bei dieser Kongregation begann sie ihr Postulat am 2. August 1928, dem Festtag des hl. Alphons Maria von Liguori. Sie nahm den Ordensnamen Alphonsa von der Unbefleckten Empfängnis an. Am 19. Mai 1930 folgte die Einkleidung.
Die nächsten fünf Jahre waren gezeichnet von schwerer Krankheit und seelischem Leiden. Nur im Schuljahr 1932 konnte sie Kinder unterrichten. Ansonsten arbeitete sie als Sekretärin, da sie eine hervorragende Schrift hatte.
Am 12. August 1936, dem Fest der hl. Klara, legte sie die ewige Profess ab, was sie sich schon im Alter von 12 Jahren wünschte: “Jesus ist mein einziger Bräutigam, und kein anderer.” Diesem bot sie sich als Geschenk an: “Mein Herr, tue mit mir, was du willst. Ich bin Dein! Prüfe mich im Feuer der Leiden. Läutere mein Herz mit Schmerz. Biete mir keinerlei weltliche Behaglichkeit, sondern führe mich, dass ich wahre Tugend erringe.”
Der Herr nahm sie beim Wort, und es folgte: Typhus, Lungenentzündung, Schleimhaut- und Magenentzündung, Leberprobleme, Tumorerkrankung und ein Schock, als ein Dieb in der Nacht in ihr Schlafzimmer einbrach.
Doch Alphonsa bereute nichts von ihrer Hingabe. Ihre Leiden betrachtete sie als ein Stück vom Kreuze Jesu. “Ich sehne mich danach, mit Freude zu leiden. Es scheint, dass mein Bräutigam diesen Wunsch erfüllen will!”
Am 20. November 1944 schrieb sie an ihren Seelenführer: “Lieber Vater, da mein guter Herr Jesus mich so sehr liebt, wünsche ich aufrichtig, in diesem Krankenbett zu bleiben und auch noch anderes, was immer es sei, zu leiden, sogar bis ans Ende der Welt. Ich spüre nämlich, dass Gott die Absicht hat, mein Leben zu einem Geschenk zu machen, zu einem Geschenk von Leiden.”
Bei der Seligsprechung 1986 sagte Johannes Paul II.: “Schwester Alphonsa lernte, das Leid zu lieben, weil sie den leidenden Christus liebte. Sie lernte, durch ihre Liebe zum gekreuzigten Herrn das Kreuz selbst zu lieben. Schwester Alphons wußte, dass sie durch ihr Leiden am Apostolat der Kirche teilnahm, sie fand im Leiden Freude, indem sie alles Christus schenkte. So hat sie sich die Worte des hl. Paulus zu eigen gemacht: ‘Jetzt freue ich mich an den Leiden, die ich für euch ertrage: Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich an meinem Erdenleben das, was an den Leiden Christi noch fehlt’ (Kol 1, 24).
Gott hat Schwester Alfonsa mit einer liebevollen, glücklichen Gemütsart ausgestattet, mit der Fähigkeit, sich an gewöhnlichen, einfachen Dingen zu erfreuen. Die Wucht ihrer Leiden, Unverständnis und Eifersucht konnten die Freude des Herrn, die ihr Herz erfüllte, nicht auslöschen!”
“Mit dieser Einstellung, ein Geschenk der Liebe für den Herrn zu bringen, war sie bis zum letzten Moment ihres Lebens glücklich und trug immer ein Lächeln auf ihren Lippen.
Ruhig und froh vollendete sich ihr 36-jähriges irdisches Leben im Kloster der Franziskaner-Klarissen von Bharananganam am 28. Juli 1946 um 12.30 Uhr. Es war ein Sonntag.
Verehrung
Kinder riefen es auf den Straßen: Eine Heilige ist gestorben.
Ein Hindu-Mädchen mit einem Geschwür am Bein legte Kerzen an ihr Grab und war am nächsten Morgen vollständig geheilt”.
Ein Hindu-Mädchen mit einem Geschwür am Bein legte Kerzen an ihr Grab und war am nächsten Morgen vollständig geheilt”.
Bei ihrer Beerdigung prophezeite ihr Beichtvater P. Romulus: “Wir sollten über den Tod dieser heiligmäßigen Frau nicht traurig sein! Niemand muss Tränen für sie vergießen. Wir haben jetzt eine uns sehr verbundene Fürsprecherin im Himmel haben. Wir alle sind gesegnet. Auch unser Dorf Bharananganam ist gesegnet. So Gott will, wird es das Lisieux Indiens werden! Pilger von überall in Kerala, von ganz Indien und darüber hinaus werden das Grab von Alphonsa aufsuchen. Bischöfe, ja selbst Kardinäle werden in ihrem Grab beten”.
Diese Vorhersage hat sich erfüllt. Selbst Hindus und Muslime suchen das Grab von Alfonsa auf.
Gleich nach ihrer Beerdigung in der Marienkirche ihres Klosters ereigneten sich zahlreiche Wunder.
Ihr Seligsprechungsprozess wurde 1953 eingeleitet und kam 1986 durch Papst Johannes Paul II. zum Abschluss, als sie und Pater Kyriakus Elias Chavara als erste Inder seliggesprochen wurden.
2008 wurde sie von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen.
Bharananganam ist ein Wallfahrtsort geworden, der Alfonsa jedes Jahr mit einem zehntägigen Fest ehrt.
Quellen
2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere
