Ignatius von Loyola, 31. Juli
Die Zeit des Ignatius war außergewöhnlich: Den Anfängen der neuzeitlichen Naturwissenschaft, den ersten Weltentdeckungsreisen im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit.

Gebet
Nimm, o Herr, und empfange „Der Mensch ist geschaffen, Gott unsern Herrn zu loben, ihm Ehrfurcht zu erweisen und ihm zu dienen […] Alles andere auf Erden ist dem Menschen dazu geschaffen, ihm zu helfen, dieses Ziel zu erreichen.“
meine ganze Freiheit,
mein Gedächtnis, meinen Verstand
und meinen ganzen Willen,
alles, was ich habe und besitze.
Du hast es mir gegeben,
Dir, o Herr, gebe ich es wieder zurück.
Alles ist Dein.
Verfüge darüber nach Deinem Willen.
Gib mir nur Deine Liebe und Deine Gnade, denn die genügen mir.
Videoanimation (9:37 Minuten)
Ein zentrales Wesenselement des heiligen Ignatius von Loyola ist die Haltung der “Indifferentia”, die Bereitwilligkeit, alles anzunehmen oder aufzugeben, was Gottes Willen dient – sei es Gesundheit oder Krankheit, Reichtum oder Armut, ein langes oder kurzes Leben. Nur eine von allen Eigeninteressen gelöste Seele ist wirklich frei.
- Bleiben wir gelassen in Erfolg und Misserfolg, gleichmütig in allen Stimmungslagen, frei von Unruhe und Verwirrung.
- Suchen wir die Gemeinsamkeit statt Spaltung, Versöhnung statt Streit, Verständnis statt Besserwisserei.
- Legen wir Ungeduld und Stolz ab, dass wir uns selbst zurücknehmen, dass wir anderen den Vortritt lassen.
- Schieben wir nie etwas Gutes zu tun auf, sei es noch so klein, nur weil wir glauben, später könnten wir Besseres leisten.
- Suchen wir das Gespräch und die Begegnung mit Menschen, von denen wir lernen können, auch und gerade dann, wenn sie uns nicht sympathisch sind.
- Fangen wir erst gar nicht damit an, Andere zu bessern, ehe wir nicht damit bei uns selbst begonnen haben.
- Danken wir Gott für alles, was jeder Tag bringt auch für das, was wir als Zumutung empfinden.
- Leben und lieben wir, nicht zur eigenen Ehre sondern „zur größeren Ehre Gottes“.
Namensbedeutung
der Feurige (lat.)
Namensvarianten
Ignaz, Nazju, Ignatio, Ignace
Gedenktag
31. Juli
Lebensdaten
Geboren: 31. Mai 1491 auf Schloss Loyola bei Azpeitia im Baskenland, Nordspanien; gestorben: 31. Juli 1556 in Rom.
Lebenszeit
Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Eine Epoche tiefgreifender Umbrüche: Renaissance, Reformation, Weltentdeckungsfahrten, Humanismus und die Ausweitung des Osmanischen Reiches.
Zeitgenossen
Kaiser Karl V. (1500–1558), König von Spanien dessen Rivalen waren Franz I. (1494–1547) von Österreich,
Heinrich VIII. (1491–1547), der die englische Reformation auslöste, Maria I. (1516–1558), versuchte die Rückkehr Englands zum Katholizismus;
Süleyman I. (1494–1566), auf dem Höhepunkt der Macht des Osmanischen (türkischen) Reiches
Iwan IV. (1530–1584), „Iwan der Schreckliche“ Zar von Russland,
Süleyman I. (1494–1566), auf dem Höhepunkt der Macht des Osmanischen (türkischen) Reiches
Iwan IV. (1530–1584), „Iwan der Schreckliche“ Zar von Russland,
Martin Luther (1483–1546)
Huldrych Zwingli (1484–1531)
Johannes Calvin (1509–1564)
Papst Paul III. (1468–1549), berief das Konzil von Trient ein und bestätigte 1540 den Jesuitenorden
Huldrych Zwingli (1484–1531)
Johannes Calvin (1509–1564)
Papst Paul III. (1468–1549), berief das Konzil von Trient ein und bestätigte 1540 den Jesuitenorden
Franz Xaver (1506–1552), Mitbegründer der Jesuiten
Teresa von Ávila (1515–1582) Reformerin des Karmelordens,
Philipp Neri (1515–1595) Priester in Rom,
Petrus Kanisius (1521–1597) Jesu ist, der in Deutschland wirkte,
Johannes von Gott (1495–1550)
Teresa von Ávila (1515–1582) Reformerin des Karmelordens,
Philipp Neri (1515–1595) Priester in Rom,
Petrus Kanisius (1521–1597) Jesu ist, der in Deutschland wirkte,
Johannes von Gott (1495–1550)
Erasmus von Rotterdam (1466–1536) Philosoph, Niccolò Machiavelli (1469–1527) Philosoph, Nikolaus Kopernikus (1473–1543) Naturwissenschaftler,
François Rabelais (um 1494–1553) Maler, Tizian (um 1488/90–1576) Maler, Michelangelo Buonarroti (1475–1564)
François Rabelais (um 1494–1553) Maler, Tizian (um 1488/90–1576) Maler, Michelangelo Buonarroti (1475–1564)
Ferdinand Magellan (um 1480–1521)
und Juan Sebastián Elcano (um 1486–1526), vollendeten die erste Weltumsegelung
Hernán Cortés (1485–1547) und Francisco Pizarro (um 1478–1541) Eroberer;
und Juan Sebastián Elcano (um 1486–1526), vollendeten die erste Weltumsegelung
Hernán Cortés (1485–1547) und Francisco Pizarro (um 1478–1541) Eroberer;
Josef Karo (1488–1575), Verfasser des „Schulchan Aruch“ jüdischer Gelehrter und Moses Isserles (1520–1572), bedeutender aschkenasischer Gelehrter
Ebussuud Efendi (1490–1574), einflussreichster islamischer Rechtsgelehrter unter Süleyman I.
Ebussuud Efendi (1490–1574), einflussreichster islamischer Rechtsgelehrter unter Süleyman I.
Lebensgeschichte
Iñigo oder Eneko López de Loyola diente als Offizier im Heer des Vizekönigs von Navarra, war auf sein Aussehen bedacht und für seine Duellierlust bekannt, als ihm bei der Verteidigung der Stadt Pamplona 1521 eine Kanonenkugel das rechte Bein zerschmetterte und seine Karriere beendete.
Während der Monate der Genesung auf dem väterlichen Schloss gingen ihm die Ritterromane aus mit deren Lektüre er sich die Zeit vertrieb, und er griff aus Verlegenheit zu geistlichen Schriften und Heiligenlegenden, worauf ihm sein bisheriges Leben recht oberflächlich und sinnlos vorkam.
Sobald er konnte, ritt er zum Benediktinerkloster Montserrat unweit von Barcelona, wo er eine Lebensbeichte ablegte, drei Tage durchbetete und seine Waffen vor der Schwarzen Madonna ablegte.
Er lebte darauf monatelang als Einsiedler in einer Höhle bei Manresa und schrieb das Büchlein „Geistliche Übungen - Exerzitien“ und zog anschließend als Pilger nach Jerusalem, das er nach drei Wochen jedoch wieder verließ.
Er lebte darauf monatelang als Einsiedler in einer Höhle bei Manresa und schrieb das Büchlein „Geistliche Übungen - Exerzitien“ und zog anschließend als Pilger nach Jerusalem, das er nach drei Wochen jedoch wieder verließ.
Der „Pilger“, wie er sich selber im Rückblick nennt, hatte die Notwendigkeit des Studiums erkannt und drückte als 33-Jähriger in Barcelona die Schulbank. Darauf studiert an den Universitäten von Alcalà, Salamanca und Paris, wo er 1533 den Magistergrad in Theologie erlangt.
1534 legt er mit Petrus Faber, Franz Xaver und vier weiteren Gefährten auf dem Montmartre in Paris die Gelübde der Keuschheit, der Armut sowie der Bekehrung der Muslime im Heiligen Land ab – was aber aufgrund der Türkenkriege nicht möglich wurde.
Ignatius und seine Gefährten, mittlerweile alle zu Priestern geweiht, unterstellen sich mit einem besonderen Gehorsamsgelübde dem Papst, der 1540 die Regel der „Gesellschaft Jesu“ anerkannte. Die Zahl der Gefährten (Jesuiten) wächst rasch an, sie wählen Ignatius zum Ordensgeneral und durchziehen Europa mit einem Netz von Schulen, Kollegien und Seminaren, womit sie innerhalb weniger Jahrzehnten zur bedeutendsten Bewegung der Gegenreformation werden und entscheidenden Einfluss auf die Politik und Kirche nehmen.
Während des Studiums in Paris bildete sich um ihn eine Gruppe Gleichgesinnter. In Rom stellten sich diese ersten Gefährten später dem Papst zur Verfügung. 1540 bestätigte Paul Ill. die „Gesellschaft Jesu" (Jesuiten) als Orden, dessen Motto lautet „Alles zur größeren Ehre Gottes". Ignatius leitete ihn als erster Generaloberer bis zu seinem Tod am 31. Juli 1556.
Als 1556 Ignatius starb, wirken bereits 1000 Jesuiten in zwölf Provinzen, in 72 Niederlassungen und 79 Kollegien weltweit.
Verehrung
Ignatius wurde 1606 selig- und 1622 heiliggesprochen. Sein Grab befindet sich in der Mutterkirche des Jesuitenordens „Il Gesù“ in Rom.
Darstellung
in schwarzem Gewand oder Messgewand, mit dem Jesusmonogramm IHS, mit Kreuz, flammendem Herzen, drei Nägeln, Drachen, Fackel oder Buch
Patron
der Geistlichen Übungen und Exerzitienhäuser, des Baskenlands, der Soldaten
Quellen
2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere