
Alfons Maria von Liguori (1696–1787)
Ordensgründer, Bischof, Kirchenlehrer
Namen
Alfonso Maria de’ Liguori
Gedenktag
1. August
Lebensdaten
Geboren: 27. September 1696 in Marianella bei Neapel (Italien); gestorben: 1. August 1787 in Pagani bei Salerno.
Zeitgenossen
• Paul vom Kreuz (1694–1775): Italienischer Mystiker, Gründer der Passionisten und bedeutender Prediger der Betrachtung des Leidens Christi.
• Benedikt Joseph Labre (1748–1783): Französischer Pilger und Asket, der in freiwilliger Armut lebte und ganz auf Gottes Vorsehung vertraute.
• Maria Crescentia Höss (1682–1744): Franziskanerin aus Kaufbeuren, Mystikerin und Oberin ihres Klosters, bekannt für ihre geistliche Weisheit und Nächstenliebe.
• Veronika Giuliani (1660–1727): Kapuzinerin, Mystikerin und Äbtissin, deren tiefes Gebetsleben und ihre Visionen sie zu einer der bedeutendsten Mystikerinnen des Barock machten.
• Johann Sebastian Bach (1685–1750): Deutscher Komponist des Barock und einer der bedeutendsten Kirchenmusiker der Geschichte.
• Maria Theresia (1717–1780): Erzherzogin von Österreich und Königin von Ungarn und Böhmen; eine der einflussreichsten Herrscherinnen Europas.
• Leonhard Euler (1707–1783): Schweizer Mathematiker und Physiker, dessen Arbeiten die moderne Mathematik und Naturwissenschaft nachhaltig prägten.
• Voltaire (1694–1778): Französischer Philosoph und Schriftsteller der Aufklärung, der mit seinen Schriften die europäische Geistesgeschichte maßgeblich beeinflusste.
Lebensgeschichte
Der intellektuell und künstlerisch hochbegabte Adlige Alfonso Maria de’ Liguori erhielt bereits als 17jähriger den Doktortitel in kirchlichem und weltlichem Recht und schlug eine erfolgreiche Juristenkarriere ein.
1722 brachten ihn Fastenexerzitien zur religiösen Besinnung, und nachdem er 1723 über einen verlorenen, spektakulären Prozess aufs tiefste gedemütigt wurde, setzte er gegen den Willen des Vaters den Entschluss durch, Priester zu werden, und nahm das Theologiestudium auf.
Mit 31 Jahren zum Priester geweiht, lebte er zuerst zurückgezogen im väterlichen Haus und wirkte dann unter den zum Tode Verurteilten, Tagelöhnern und unheilbar Kranken, die unendliche Barmherzigkeit und den Rettungswillen Gottes zu verkünden. Er führte in und um Neapel Volksmissionen durch und band im „Kapellenwerk“ Laien in seine seelsorgerische Arbeit mit ein. Als sich der überarbeitete Liguori in Scala bei Amalfi erholte und sich den Ziegenhirten widmete um die sich niemand kümmerte, gründete er mit Thomas Falcoia und Maria Celeste Crostarosa die „Kongregation vom Allerheiligsten Erlöser“ zur Volksmission (Redemptoristen), deren Ordensregel 1749 anerkannt wurde.
Liguori verfasste als Ordensoberer zahlreiche Schriften, um seinen Ordenspriestern Hilfestellung beim Beichthören zu geben, und führte infolge seiner zunehmenden Krankheiten immer weniger Volksmissionen durch. Trotz angeschlagener Gesundheit wurde er 1762 zum Bischof von Sant’Agata dei Goti berufen. 13 Jahre brauchte er, um die geistlich verwahrloste Diözese wieder aufzurichten, und er wirkte so segensreich im Bistumsgebiet, dass die Bevölkerung ihn „Vater der Armen“ nannte.
Ab 1768 von Gelenkrheumatismus befallen, war Liguori nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt. Er konnte nur noch sitzend die heilige Messe feiern und die Nahrung mit einem Strohhalm Nahrung aufnehmen. Dennoch durfte er sich erst 1775 von seinem Amt ins Kloster Nocera dei Pagani zurückziehen, von wo aus er die Ausbreitung seines Ordens erleben konnte. 1787 starb Ligouri mit 91 Jahren.
Verehrung
1816 Seligsprechung,
1839 Heiligsprechung,
1871 Erhebung zum Kirchenlehrer
1950 Erhebung zum Patron der Beichtväter und Sittenlehrer.
Seine Reliquien werden in der Basilika Sant’Alfonso von Pagani aufbewahrt.
Darstellung
Im Habit der Redemptoristen, mit Missionskreuz, Rosenkranz oder Schreibfeder
Patron
der Beichtväter und Moraltheologen
Quellen
2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere