
„Ich wünsche mir, dass die Gegenwart Gottes spürbar ist. Ich wünsche mir Gläubige, die über ihren Glauben und ihre Erfahrungen mit Gott sprechen und so den Glauben weitergeben."
“Die Beichte ist das Sakrament, wo Gott seine Gerechtigkeit zu vergessen scheint, um nur sein Erbarmen zu zeigen. Seine größte Freude ist es, uns zu verzeihen. Kehren wir also zu Ihm um, und wir werden glücklich sein!"
“Inmitten der anderen Priester bin ich wie ein Idiot!“
Namen
Jean-Marie Vianney, Pfarrer von Ars
Gedenktag
4. August
Leben
geboren am 8. Mai 1786 in Dardilly bei Lyon, gestorben am 4. August 1859 in Ars-sur-Formans.
Der arme Bauernsohn Jean-Marie Vianney wuchs in den Jahren der Französischen Revolution ohne regelmäßige Messfeiern und ohne jegliche schulische Bildung auf. Erst mit 17 Jahren konnte er die rudimentäre Pfarrschule des Ortsgeistlichen Charles Balley besuchen.
Als er im Sakrament der Firmung Stärkung erfuhr, nannte er sich zu Ehren seines Firmpatrons Johannes der Täufer zusätzlich Baptiste.
1809 zum Militär eingezogen, entzog er sich durch Desertion dem Kriegsdienst und lebte unter falschem Namen als Hilfslehrer in einem Bergdorf. Nachdem eine Amnestie ihm die Rückkehr erlaubt hat, konnte er die Schule beenden und wurde von Pfarrer Balley ans Priesterseminar vermittelt, wo seine schulischen Deffizite aber so groß waren, dass er wieder fortgeschickt wurde. Balley konnte die Verantwortlichen jedoch davon überzeugen, dass seine Frömmigkeit die Wissenseinschränkungen aufwog, und 1815 wurde er zum Priester geweiht.
1818 übernahm er die Pfarrstelle in Ars, einem Dorf mit etwa 250 Einwohnern, die sich bis auf den Besuch der Sonntagsmesse nicht für Religion interessierten. Vianney verschönerte in seiner unfreiwillig großen Freizeit die Kirche, sprach die Menschen freundlich an und gab den Armen alles, was er hatte.
Es sprach sich herum, dass er kaum aß und ganze Nächte im Gebet in der Kirche verbrachte. Mit der Hilfe einiger Menschen konnte er 1824 eine Mädchenschule eröffnen.
1827 vermeldete er, dass das Dorf „bekehrt“ sei: Vier Wirtshäuser in der Nachbarschaft der Kirche schlossen, die häufigen Tanzveranstaltungen und die Sonntagsarbeit ging zurück und die Menschen achteten unter seiner Kanzel auf seine einfachen Worte, wenn er predigte.
Als Vianneys extrem asketische Lebensweise und strenge Bußübungen, seine Güte, die Heimsuchung durch den Teufel und Wunder bekannt wurden, kamen immer mehr Menschen von außerhalb, um bei ihm zu beichten. Eine richtig gehende Wallfahrt aus ganz Frankreich setzte zu seinem Beichtstuhl ein, in dem er häufig schon ab ein Uhr morgens saß.
Dreimal versuchte der Pfarrer von Ars wegzugehen, aber weder die Dorfbewohner noch die Kirchenoberen erlaubten ihm den Rückzug. Auch die Kapläne, die man ihm zur Seite stellte, konnten seine Überanstrengung nicht lindern.
Er starb ausgezehrt im Alter von 73 Jahren am 4. August 1859
Verehrung
In Ars wurde eine Basilika erbaut, in der seine unversehrten Gebeine in einem Glasschrein von bis zu 500.000 Menschen im Jahr verehrt werden.
1905 wurde er selig-, 1925 heiliggesprochen, 1929 zum Patron der Pfarrer erklärt.
Aus Anlass seines 150. Todestages feierte die Kirche von Juni 2009 bis Juni 2010 ein Jahr des Priesters.
Darstellung
als hagere, asketische Gestalt mit violetter Priester-Stola
Patron
der Pfarrer
(vgl. Bistum Augsburg)
Impulse
„Der Mensch ist so groß, daß nichts auf der Erde ihm genügen kann. Nur wenn er sich Gott zuwendet, ist er zufrieden. Zieh einen Fisch aus dem Wasser: er wird nicht leben können. Das ist der Mensch ohne Gott.“
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