
Ordensfrau, Ordensgründerin, Friedensnobelpreisträgerin
An ihrem Todestag begehen die Vereinten Nationen seit 2012 den Internationalen Tag der Nächstenliebe. Weltweit erinnert dieser Tag an die Bedeutung von Mitgefühl, Solidarität und tatkräftiger Hilfe.
„Seid lebendiger Ausdruck der Güte Gottes: Güte in eurem Gesicht,
Güte in euren Augen,
Güte in eurem Lächeln,
Güte in eurem warmen Gruß.
Alle unsere Worte sind umsonst,
wenn sie nicht aus der Tiefe
unseres Herzens kommen.
Lächeln erzeugt Lächeln,
genauso wie Liebe Liebe erzeugt.
Lächelt jeden an und das wird euch helfen, mit mehr Liebe füreinander besser zu leben. Seid immer froh, gebt allen, die leiden und einsam sind, ein glückliches Lächeln.“
Güte in eurem Lächeln,
Güte in eurem warmen Gruß.
Alle unsere Worte sind umsonst,
wenn sie nicht aus der Tiefe
unseres Herzens kommen.
Lächeln erzeugt Lächeln,
genauso wie Liebe Liebe erzeugt.
Lächelt jeden an und das wird euch helfen, mit mehr Liebe füreinander besser zu leben. Seid immer froh, gebt allen, die leiden und einsam sind, ein glückliches Lächeln.“
„Ohne Leiden wäre unsere Arbeit nur Sozialarbeit, sehr gut und hilfreich, aber es wäre nicht das Werk Jesu Christi, nicht Teil der Erlösung.”
„Komm nicht zu mir in die Slums, sondern kümmere dich um die Bedürftigen in deiner Umgebung, zunächst in deiner Familie, dann in deiner Nachbarschaft. Schaffe um dich herum eine Welt der Freude und des Friedens. Schau, ob jemand deine Hilfe braucht, und dann hilf einfach. Tu kleine Werke der Nächstenliebe, aber, ganz wichtig, tu sie für Jesus. Das ist dein Auftrag."
“Freude ist das Zeichen der Einheit mit Gott und der Gegenwart Gottes. Freude ist die normale Konsequenz eines von Liebe brennenden Herzens.”
Tagesgebet
O Gott, du hast die selige Jungfrau Teresa berufen,
auf die Liebe deines am Kreuze dürstenden Sohnes,
mit besonders liebevoller Zuwendung zu den Ärmsten zu antworten;
wir bitten dich, verleihe uns auf ihre Fürsprache,
dass wir in den leidenden Brüdern und Schwestern Christus dienen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unsern Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.
auf die Liebe deines am Kreuze dürstenden Sohnes,
mit besonders liebevoller Zuwendung zu den Ärmsten zu antworten;
wir bitten dich, verleihe uns auf ihre Fürsprache,
dass wir in den leidenden Brüdern und Schwestern Christus dienen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unsern Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.
Kyrie
- Herr Jesus Christus, du zeigst dich uns in den Armen und Ausgestoßenen. Herr, erbarme dich.
- Herr Jesus Christus, du berufst Menschen, Dich mit ihrem ganzen Leben zu bezeugen. Christus, erbarme dich.
- Herr Jesus Christus, du willst mit uns Menschen Dein Reich aufbauen. Herr, erbarme dich.
Fürbitten
Mutter Teresa sagte: „Gott ist ein liebender Vater, unser Vater, und wir brauchen uns nur an ihn zu wenden.“ Auf ihre Fürsprache bitten wir Gott unseren Vater:
- Für die Armen und Ausgestoßenen, die Kranken und Sterbenden, denen Mutter Teresa sich besonders zugewendet hat. A: Wir bitten dich erhöre uns.
- Für die Kinder und Jugendlichen, die in Armut aufwachsen.
- Für die Missionarinnen und Missionare der Nächstenliebe, die das Werk von Mutter Teresa weiterführen.
- Für alle, die durch ihr Leben der Barmherzigkeit Gottes ein Gesicht geben.
- Für die Zweifelnden, die wie Mutter Teresa schwere Glaubensprüfungen durchleben.
Gott, in Mutter Teresa von Kalkutta hast du uns ein Beispiel barmherzigen Handelns gegeben. Wir vertrauen auf deine Liebe, in der du uns annimmst und unsere Bitten hörst. Wir danken dir und loben dich heute und jeden Tag unseres Lebens.
Die liturgischen Gebete, Lesungen, Fürbitten etc.
Namen
Anjezë Gonxha Bojaxhiu
Gedenktag
5. September
Lebensdaten
geboren am 27. August 1910 in Skopje, Albanien heute Nordmazedonien, gestorben am 5. September 1997 in Kalkutta
Lebensgeschichte
Anjezë Gonxha Bojaxhiu stammte aus einer albanischen, katholischen Familie. Sie erlebte eine frohe Kindheit, doch als sie neun Jahre alt war, starb ihr Vater.
Agnes besuchte ein Jesuitengymnasium und wollte bereits mit zwölf Jahren Missionarin werden. Mit 18 Jahren trat sie in Dublin den Loreto-Schwestern bei, einem irischen Zweig der Englischen Fräulein (Maria-Ward-Schwestern). Von dort wurde sie ins Noviziat nach Indien geschickt, wo sie in Kalkutta zunächst als Lehrerin und später auch als Direktorin einer höheren Mädchenschule tätig war.
1931 legte sie dort ihre Ordensgelübde ab und nahm aus Verehrung für die heilige Thérèse von Lisieux, die Patronin der Missionare, den Ordensnamen Teresa an.
Am 10. September 1946 hörte sie während einer Zugfahrt durch Kalkutta den Ruf Christi „Mich dürstet“ und verstand ihn als Aufforderung, sich um die Ärmsten zu kümmern. Sie erhielt vom Bischof und von der Ordensleitung die Erlaubnis, das Kloster zu verlassen und in den Slums zu leben und zu arbeiten.
Wie die Menschen dort trug sie nur noch einen schlichten Sari mit blauer Borte. Schwester Teresa eröffnete eine Schule, kümmerte sich um die Kranken und pflegte obdachlose Leprakranke. Ehemalige Schülerinnen und Helferinnen kamen, um sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen. So entstand 1950 die Kongregation der „Missionarinnen der Nächstenliebe“. Aus Schwester Teresa wurde Mutter Teresa – ein Name, der um die Welt ging.
Einmal fand Mutter Teresa eine Frau, die elend auf der Straße lag und im Sterben lag. Daraufhin gründete sie Sterbehospize für die Ärmsten. Bald traten auch die Missionsbrüder der Nächstenliebe hinzu.
Mutter Teresas Lebenswerk war es, Christus in den Armen zu dienen. Dafür erhielt sie zahlreiche Ehrungen, darunter 1979 den Friedensnobelpreis. Ihre Nobelpreisrede nutzte sie für ein flammendes Plädoyer gegen die Abtreibung:
„Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß ermorden kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch, als wenn wir uns gegenseitig umbringen? … Aber heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts.“
„Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß ermorden kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch, als wenn wir uns gegenseitig umbringen? … Aber heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts.“
Der „Engel der Armen“ erhielt nach ihrem Tod ein Staatsbegräbnis, an dem die ganze Welt Anteil nahm.
Verehrung
Am 19. Oktober 2003 sprach Papst Johannes Paul II. Mutter Teresa selig.
Am 19. Oktober 2003 sprach Papst Johannes Paul II. Mutter Teresa selig.
Im früher atheistisch geprägten Albanien, das bis 1990 jegliche Religionsausübung verboten hatte, wird der Tag ihrer Seligsprechung als Nationalfeiertag begangen.
Am 4. September 2016 wurde Mutter Teresa unter Anteilnahme zahlloser Gläubiger vor Ort und von Millionen Fernsehzuschauern durch Papst Franziskus heiliggesprochen.
Würdigung
(vgl. Interview mit Leo Maasburg in der Zeitschrift CICERO am 03.09.2016)
LM: Die Kritik an Mutter Teresa kommt in der Regel aus drei Quellen. Erstens kommt sie von Leuten, die grundsätzlich mit dem christlichen Glauben nichts anfangen können. Zweitens entsteht sie aus einer fundamentalen Unwissenheit über die tatsächlichen Umstände in den Slums und den Peripherien der Gesellschaft, wo ganz eigene Regeln gelten. Mutter Teresa hat bei der Linderung der Not immer das äußerst Mögliche versucht. Und drittens ist den meisten Kritikern nicht bewusst, was eine Ordensberufung ist. Mutter Teresa war keine Politikerin, und wollte auch nie eine sein. Man hat ihr immer wieder vorgeworfen, dass sie – sinngemäß – den Armen Fische gab, statt ihnen das Angeln beizubringen. „Meine Armen sind zu schwach, um die Angel zu halten. Wenn sie bei mir zu Kräften gekommen sind, schicke ich sie gerne zu Ihnen, und dann bringen Sie Ihnen das Angeln bei.“
LM: Mutter Teresa sagte auf die Frage, ob sie Menschen bekehren wolle einmal: „Ja, aber nicht so wie Sie sich das vorstellen. … Ich muss sie nur lieben. Und die Liebe bekehrt, wen sie will.“ Das war ihre Methode Menschen jeder Religion zu Gott zu führen. Und sie war überzeugt davon, dass es nur einen Gott gibt. Sie hat einmal gesagt: „Rasse und Religion spielen keine Rolle, wir sind alle Kinder Gottes, erschaffen um zu lieben und geliebt zu werden.“
C: Zehn Jahre nach ihrem Tod wurden Briefe (Tagebuchaufzeichnungen) veröffentlicht, aus denen hervorging, dass Mutter Teresa über Jahrzehnte an massiven Glaubenszweifeln litt. „Dunkelheit umgibt mich auf allen Seiten. Meine Seele leidet. Vielleicht gibt es gar keinen Gott." Dabei würde man doch eigentlich denken, dass sich Heiligkeit in einem besonders tiefen Glauben ausdrückt, und nicht umgekehrt ausgerechnet darin, nicht glauben zu können.
LM: Aus katholischer Sicht leidet Gott an den Zweifeln der Menschen an seiner Existenz mit. Die mystische Erfahrung einer Mutter Teresa besteht letztlich auch darin, dieses Leiden mitzutragen.
Quellen
Bistum Augsburg; Wikipedia und andere Seiten