Carlo Acutis, 12. Oktober


Kind, Jugendlicher (15), Influencer - „Cyber-Apostel“, erkrankt an Leukämie 
 
„Immer mit Jesus vereint sein: das ist mein Lebensprojekt.“ 
 
„Nicht ich , sondern Gott [non io mai Dio]“

“Die Eucharistie ist meine Autobahn in den Himmel.“
 
Namen
Carlo Acutis
 
Carlo Acutis ist der erste heilige Millennial - also jemand der ab den frühen 1980er Jahren geborenen wurde. Er starb am 12. Oktober 2006 im Alter von nur 15 Jahren an einer sehr aggressiven Form von Leukämie.

Schon als Kind führte Carlo ein erstaunlich selbstbewusstes frommes Leben mit täglichen Messbesuch, Rosenkranzgebet und ehrenamtlichem Engagement der Nächstenliebe. Sein Interesse und deine Begabung für das Internet und Gestaltung von Internetseiten führten dazu ihn „Cyber-Apostel“, „Internet-Patron“ oder „Influencer Gottes“, zu bezeichnen.
 
2020 wurde Carlo Acutis in Assisi - wo er begraben sein wollte  - seliggesprochen, am 9. September 2025 erfolgte die Heiligsprechung durch Papst Leo XIV. 

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Lebensgeschichte
Seine Familie praktizierte den Glauben nicht wohl aber sein Kindermädchen aus Polen. Seit seiner Kindheit begann Carlo, sich für die Dinge Gottes zu interessieren, was seine Eltern veranlasste, nach und nach zum Glauben zurückzukehren.
 
Carlos Mutter erzählt: „Ich war nicht besonders fromm, aber Carlo wollte schon als Kind immer in die Kirche gehen. Er wollte immer hineingehen und Jesus besuchen, ihn grüßen.“
 
Als Carlo vier Jahre alt war, starb sein Großvater mütterlicherseits. Carlo erzählte später, dass er ihm kurz nach seinem Tod im Traum erschienen sei und zu ihm gesagt habe, er solle für ihn beten, da er im Fegefeuer sei.
 
Von diesem Augenblick an wollte Carlo täglich in die heilige Messe gehen. Hatten seine Eltern oder seine Großmutter einmal keine Zeit, mit ihm in die Messe zu gehen, so reagierte der kleine Carlo wie andere Kinder, wenn ihnen etwas verweigert wird: er wurde bockig.
 
Schon im Alter von sieben Jahren - 1998 - bat Carlo darum, die Erstkommunion empfangen zu dürfen, was ihm gemäß dem Kirchenrecht gewährt wurde. Er sagte: „Ich glaube, dass viele Leute den Wert der heiligen Messe nicht wirklich bis ins Letzte verstehen. Denn wenn sie den großen Reichtum erkennen würden den der Herr uns geschenkt hat, indem er sich uns als Speise und Trank hingeschenkt hat in der heiligen Hostie, würden sie jeden Tag in die Kirche gehen um an den Früchten des Opfers, das dort gefeiert wird, teilzuhaben und auf viele überflüssige Dinge verzichten!“
 
Er liebte Drachensteigen, in der Natur spielen, und Tiere. Außerdem genoss er das Fußballspielen mit Freunden und spielt PlayStation. Seine Mutter erzählt: „Sie müssen Carlo nicht als jemanden ansehen, der perfekt ist. Er war ein sehr geerdetes Kind. Er war ein Sohn seiner Zeit. Er spielte mit seiner PlayStation und so weiter. Er verstand aber auch, dass diese Dinge, wie der Computer oder die PlayStation, eine Art ‚Tyrannei’ auf die Seele ausüben können. Sie können dich süchtig machen, zu Sklave dieser Dinge machen. So viel Zeit kann man verschwenden und Carlo hatte immer das Gefühl, dass er keine Zeit verschwenden durfte. Deshalb hat er sich selbst auferlegt, höchstens eine Stunde pro Woche auf seiner PlayStation zu spielen. Das gibt Ihnen eine kleinen Einblick, wie Carlo war“.
 
Ab 1997 besuchte Carlo Acutis die Grundschule am Tommaseo-Institut der Marcellus-Schwestern in Mailand. Bereits im Alter von sieben Jahren erhielt er seinen ersten Computer geschenkt. Im Alter von 12 Jahren empfing er am 24. Mai 2003 das Sakrament der Firmung in seiner Pfarrei Santa Maria Segreta. Im September 2005 wechselte er auf das Jesuitengymnasium Istituto Leone XIII in Mailand.
 
Er hatte eine Leidenschaft für Computer und verfügte für sein Alter über sehr fortschrittliche Kenntnisse.
Aber seine große Liebe war JESUS, gegenwärtig in der EUCHARISTIE.
 
Carlo besuchte jeden Tag die Messe und hielt vor oder nach jeder Messe eucharistische Anbetung ab. „Die Eucharistie ist meine Autobahn zum Himmel“, sagte er. „Wir haben mehr Glück als die Jünger, die vor 2000 Jahren mit Jesus lebten:  Um ihm zu begegnen, müssen wir nur in die Kirche eintreten. Jerusalem liegt neben unserem Zuhause“, sagte er auch.
 
Er beichtete oft und sagte: „Der Heißluftballon muss Gewicht abwerfen, um in die Höhe zu steigen, 
und so muss die Seele, die zu Gott aufsteigen will, auch jene kleinen Gewichte der lässlichen Sünden loswerden“.
Er betete auch täglich den Rosenkranz und sagte: „Maria ist die einzige Frau meines Lebens“.
In der Schule verbarg Carlo nie seinen Glauben und lud seine Freunde ein, gemeinsam zur Heiligen Messe zu gehen und zu Gott zurückzukehren. In einem Notizbuch schrieb er: „Traurigkeit ist, auf sich selbst zu schauen, Glück ist, auf Gott zu schauen“.
„Bekehrung ist nichts anderes, als den Blick von unten nach oben zu wenden: eine einfache Bewegung der Augen genügt“.
Obwohl er einer wohlhabenden Familie angehörte, lebte er sehr einfach. Mit seinen ersten Ersparnissen kaufte er einen Schlafsack für einen Bettler, den er auf dem Weg zur Messe sah.
Nachts brachte er denen, die auf der Straße lebten, immer Essen, manchmal auch einen Teil seines eigenen Abendessens.
 
Bereits als 11-Jähriger erstellte er unter anderem eine Webseite über insgesamt 146 Eucharistischen Wundern aus aller Welt, um die Menschen zum Glauben an die reale Gegenwart Jesu in der Eucharistie zu führen. Diese Webseite, die er nach drei Jahren intensiver Recherche fertigstellte, ist weltweit bekannt und wird seitdem auch als Ausstellung in vielen Pfarreien gezeigt.(www.miracolieucaristici.org)
 
„Alle werden als Original geboren, aber viele sterben als Fotokopie“, sagte Carlo und ermutigte jeden, die persönlichen Gaben, die Gott einem gegeben hat, zu entfalten. Er half auch als Katechet in seiner Pfarrei aus.
„Wer die Kirche kritisiert, kritisiert sich selbst“, pflegte er zu sagen.

Anfang Oktober 2006 erkrankte Carlo plötzlich an einer sehr schweren unheilbaren Leukämie, die er für den Papst und für die Kirche aufopferte. Er starb schon nach wenigen Tagen im Alter von 15 Jahren am 12. Oktober 2006 in Monza (Italien). Er sagte zu seinen Eltern: „Ich bringe dem Herrn die Leiden dar, die ich für den Papst und die Kircher ertrage, damit ich nicht im Fegefeuer sein und direkt in den Himmel kommen kann“.
 
Seine Mutter erzählt: „Wenn ich den Tod meines Sohnes nur auf irdische Weise betrachtet hätte, hätte niemand mich trösten können. Carlo hat mich gelehrt, ihn mit den Augen des Glaubens zu betrachten. 
Er ist gestorben, ohne die großen Versuchungen des Lebens zu erfahren oder Hindernisse allein bewältigen zu müssen. Er wurde geliebt und hat aufrichtig geliebt. Das war die Art und Weise, wie er den Willen Gottes annahm, mit einem Lächeln, ohne Klagen. ‚Nicht ich, sondern Gott‘ sagte er. Er war wirklich ganz auf Gott ausgerichtet und ich glaube, das war sein Geheimnis.“

Zwei Tage zuvor hatte er darum gebeten, die Krankensalbung und die Eucharistie zu empfangen. Carlo hatte seinen Tod einige Monate zuvor vorausgesagt, was registriert wurde.
„Ich bin dazu bestimmt, zu sterben.“ 
 
Am 11. Oktober 2006 fiel Carlo nach einer Blutwäsche ins Koma und wurde für klinisch tot erklärt. Am 12. Oktober 2006 starb er durch Herzversagen.
 
Am Tag seiner Beerdigung waren die Kirche und der Friedhof überfüllt mit Menschen. Viele der Teilnehmer waren Obdachlose, denen Carlo geholfen hatte, ohne dass seine Familie davon wusste.
Sein Lieblingsort auf der Welt war Assisi, und er hatte den Wunsch geäußert, dort begraben zu werden, so dass seine Familie seiner Bitte nachkam.
 
Carlos Geschwister: Die Zwillinge Francesca und Michele kamen nach seinem Tod 2010 zur Welt. Die Mutter von Carlo erzählt, wie sie auf die Fürsprache Carlos weitere Kinder bekommen habe.
Sie hatte ihren Mann kennengelernt, als sie in England studierte. Mit 24 Jahren heiratete sie und bekam Carlo im ersten Jahr ihrer Ehe. Sie glaubt, dass Carlo für sie gebetet habe, so dass sie im Alter von 44 Jahren mit den Zwillingen Francesca und Michele schwanger wurde. Auch die beiden sind sehr religiös. 
 
Verehrung 
Carlos Ruf der Heiligkeit begann sich rasch in der ganzen Welt auszubreiten, und am 12. Oktober 2012 wurde sein Selig- und Heiligsprechungsprozess eröffnet. Papst Franziskus erklärte ihn am 5. Juli 2018 zum Ehrwürdigen Diener Gottes und nannte ihn in seinem Apostolischen Schreiben Christus Vivit als Vorbild für junge Menschen.
Am 6. April 2019 wurden seine sterblichen Überreste nach Assisi überführt, an den Ort, wo der heilige Franz von Assisi alles hinterlassen hat, um dem Herrn zu folgen. Sein Körper ruht in einem Grabmal im rechten Kirchenschiff der Kirche Maria Maggiore in der Altstadt von Assisi, wo Hunderte von Gläubigen ihn täglich besuchen.
Am 21. Februar 2020 billigte Papst Franziskus ein Wunder, das der Fürbitte Carlos zugeschrieben wird.
Es handelt sich um die wundersame Heilung eines Kindes, das in Brasilien an einer angeborenen Anomalie litt.
Am 10. Oktober 2020 wurde Carlo von Papst Franziskus in Assisi seliggesprochen und heiliggesprochen am 9. September 2025 von Papst Leo XIV. 
 
 
Quellen
 carloacutis.de, Wikipedia und andere. 
 
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