Maria Theresia Gerhardinger, 9. Mai
Pionierin der Frauenbildung

„Alle Werke Gottes gehen langsam und leidvoll vor sich, dann aber stehen sie desto fester und blühen desto herrlicher.“
Lehrerin - Ordensgründerin - Pionierin der Frauenbildung
Namen
Taufname: Karolina Gerhardinger, Ordensnamen: Maria Theresia von Jesus
Gedenktag
9. Mai
Lebensdaten
Geboren am 20. Juni 1797 in Stadtamhof bei Regensburg; Gestorben am 9. Mai 1879 in München
Lebensgeschichte
Karolina Gerhardinger wurde am 20. Juni 1797 in Regensburg geboren. Sie war das einzige Kind des Schiffsmeisters Willibald Gerhardinger und seiner Frau Franziska.
Sie besuchte die Schule der Augustiner-Chorfrauen de Notre Dame in Stadtamhof bis zur Schließung 1806 infolge der Säkularisation. Bischof Michael Wittmann, damals noch Dompfarrer, versuchte die Schule zu erhalten, indem er ehemalige Schülerinnen als Lehrerinnen ausbildete. Bereits im Alter von 12 Jahren wurde Karolina Hilfslehrerin, mit 15 Jahren königliche Lehrerin an der Mädchenschule im Regensburger Stadtteil Stadtamhof. Sie erkannte, dass vor allem Mädchen aus ärmeren Familien schulisch nur schlecht ausgebildet waren, dies zu ändern, wurde zu ihrer Hauptanliegen.
Mit 25 Jahren entschloss sie sich, ihr Leben und ihre Arbeit Gott zu weihen. Nach Plänen von Bischof Wittmann von Regensburg sollte sie ein zeitgemäßes Kloster gründen, bei dem sich die Schwestern um die Erziehung und den Unterricht von Mädchen kümmerten. König Ludwig I. von Bayern genehmigte 1834 die Gründung eines solchen Klosters in Neunburg vorm Wald.
1835 legte Karolina ihr Ordensgelübde ab und nahm den Namen "Maria Theresia von Jesus" an. Sie war nun Oberin des neuen Ordens mit dem Namen "Arme Schulschwestern von Unserer Lieben Frau" indem sie zusammen mit zwei Gefährtinnen ein klösterliches Leben begann.
Als Bischof Wittmann im selben Jahr starb, fand Gerhardinger Unterstützung in Franz Sebastian Job, einem Freund Bischof Wittmanns und dem Beichtvater der Kaiserin Karoline Auguste von Österreich. Mit seinem unerwarteten Tod 1834 war die Klostergründung erneut in Frage gestellt. Theresia hielt fest an ihrem Vorhaben.
Am 16. November 1835 legte Karolina in der St. Galluskapelle in Regensburg ihre Gelübde ab und nahm den Namen Theresia von Jesus an.
Die von ihr gegründete Schule wurde bald zur Musterschule. Da sich die klösterliche Gemeinschaft ständig vergrößerte, wurde 1843 das Mutterhaus nach München verlegt. Rasch verbreitete sich der Orden in vielen Ländern Europas.
Auf Bitten König Ludwigs brach Theresia Gerhardinger 1847 mit fünf jungen Schwestern nach Nordamerika auf, gründete dort innerhalb eines Jahres acht neue Niederlassungen und setzte die erst 26-jährige Karolina Frieß als Generalkommissärin (als ihre Stellvertreterin dort) ein.
Nach ihrer Rückkehr aus Amerika erhielt Gerhardinger viele Anfragen um Schulschwestern aus anderen Teilen Deutschlands und aus dem europäischen Ausland.
Das Ringen um die Anerkennung der Ordensregel, die eine zentrale Leitung durch eine Frau vorsah, und die damit verbundene Auseinandersetzung mit Karl August Graf von Reisach, dem Erzbischof von München und Freising, fand 1865 ein glückliches Ende, als Papst Pius IX. die Ordensregel approbierte. Damit wurde die zentrale Leitung einer Gemeinschaft durch eine Frau als Generaloberin erstmals genehmigt.
Das Ringen um die Anerkennung der Ordensregel, die eine zentrale Leitung durch eine Frau vorsah, und die damit verbundene Auseinandersetzung mit Karl August Graf von Reisach, dem Erzbischof von München und Freising, fand 1865 ein glückliches Ende, als Papst Pius IX. die Ordensregel approbierte. Damit wurde die zentrale Leitung einer Gemeinschaft durch eine Frau als Generaloberin erstmals genehmigt.
Der Orden der Armen Schulschwestern war der erste moderne international und weltweit tätige Schulorden unter der selbstständigen Leitung einer Generaloberin. Die Schulen des Ordens waren richtungsweisend. Dem Orden ging es um die zielstrebige Erarbeitung einer nicht nur zeitgerechten, sondern weit in die Zukunft weisenden Pädagogik für eine Industriegesellschaft und die Bereitstellung von Bildungsmöglichkeiten für Mädchen und junge Frauen aus allen Schichten der Bevölkerung als Voraussetzung der Gleichberechtigung im gesellschaftlichen und politischen Leben.
Maria Theresia selbst war eine geniale Erzieherin, die mit Professionalität und Umsicht die Ausbildung von Erzieherinnen und deren Einsatz in vorbildlich geführten Schulen organisierte.
Im Jahre 1853 - 20 Jahre nach der Gründung des ersten Klosters in Neunburg, unterrichten bereits 346 Schwestern etwa 17 000 Schulkinder an den 70 Niederlassungen der Kongregation in den verschiedenen deutschen Ländern sowie in Böhmen, Österreich und Nordamerika.
Zu Lebenszeiten vom Gerhardinger gab es bereits 166 Niederlassungen in Europa und 125 in Nordamerika mit insgesamt 3000 Schulschwestern.
Zu Lebenszeiten vom Gerhardinger gab es bereits 166 Niederlassungen in Europa und 125 in Nordamerika mit insgesamt 3000 Schulschwestern.
Am 9. Mai 1879 starb Maria Theresia Gerhardinger mit fast 82 Jahren im Angerkloster in München. Sie hat ihr Grab in der St. Jakobskirche.
Verehrung
Heute ruht Maria Theresia Gerhardinger in der Grabkapelle der neuen St. Jakobskirche in München.
1985 sprach Papst Johannes Paul II. Schwester Maria Theresia Gerhardinger in Rom selig. Ihr Gedenktag ist der 9. Mai.
Am 3. September 1998 wurden mit der Aufstellung einer Büste von ihr in der Ruhmeshalle „Walhalla“ ihre Leistungen als Pionierin der Frauenbildung in Bayern, Deutschland und weltweit gewürdigt. Ihr Werk hat „entscheidend gerade zur Verbesserung der Lebens- und Bildungssituation von Frauen und Mädchen beigetragen.“
Zitate
„Durch Strenge, Härte, Strafen die Schuldisziplin herstellen oder aufrecht erhalten wollen, hieße Öl ins Feuer gießen. Tun wir uns demnach, liebe Schwestern, eine heilige Gewalt an; uns selbst zu überwinden, sanft zu werden, um durch liebevollen Ernst die rohen und leichtsinnigen Kinder im Zaume zu halten - die Hl. Engel werden uns dabei zu Hilfe kommen und beistehen und ersetzen, was wir in unserer Ohnmacht nicht vermögen.
Glauben wir's doch, liebe Schwestern, nur durch Liebe werden wir die Liebe der Kinder gewinnen, ihre Herzen zu Gott hinziehen; durch die Kinder auf die Mütter und durch die Mütter auf die Väter gut einwirken.“
Glauben wir's doch, liebe Schwestern, nur durch Liebe werden wir die Liebe der Kinder gewinnen, ihre Herzen zu Gott hinziehen; durch die Kinder auf die Mütter und durch die Mütter auf die Väter gut einwirken.“
Zeitgenossinnen
Madeleine Sophie Barat (1779–1865)
Gründerin der Gesellschaft vom Heiligen Herzen Jesu; engagiert für Mädchenbildung weltweit.
Anna Maria Taigi (1769–1837)
Ehefrau und Mutter, bekannt für ihr intensives geistliches Leben mitten im Alltag.
Katharina Kasper (1820–1898)
Gründerin der Armen Dienstmägde Jesu Christi; Einsatz für Kranke und Arme im Westerwald.
Pauline von Mallinckrodt (1817–1881)
Gründerin der Schwestern der Christlichen Liebe; besonders engagiert für Blinde und benachteiligte Kinder.
Franziska Schervier (1819–1876)
Gründerin der Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus; soziale Arbeit in Armenvierteln und Krankenpflege.
Maria Domenica Mazzarello (1837–1881), Mitgründerin der Don-Bosco-Schwestern; Jugendarbeit und Mädchenbildung.
Clara Fey (1815–1894)
Gründerin der Schwestern vom armen Kinde Jesus; Förderung verlassener Kinder.
Caterina Troiani (1813–1887)
Wegbereiterin katholischer Frauenmission in Nordafrika.
Jeanne Jugan (1792–1879)
Gründerin der Kleinen Schwestern der Armen; Sorge für alte und verarmte Menschen.
Bernadette Soubirous (1844–1879)
Zeitzeugin der Lourdes-Erscheinungen und Symbol marianischer Frömmigkeit des 19. Jahrhunderts.
Elisabeth Ann Seton (1774–1821)
Erste heiliggesprochene Frau der USA; Pionierin katholischer Schulen in Nordamerika.
Erste heiliggesprochene Frau der USA; Pionierin katholischer Schulen in Nordamerika.
Madeleine Sophie Barat (1779–1865)
Gründerin der Gesellschaft vom Heiligen Herzen Jesu; engagiert für Mädchenbildung weltweit.
Anna Maria Taigi (1769–1837)
Ehefrau und Mutter, bekannt für ihr intensives geistliches Leben mitten im Alltag.
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Gründerin der Armen Dienstmägde Jesu Christi; Einsatz für Kranke und Arme im Westerwald.
Pauline von Mallinckrodt (1817–1881)
Gründerin der Schwestern der Christlichen Liebe; besonders engagiert für Blinde und benachteiligte Kinder.
Franziska Schervier (1819–1876)
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Maria Domenica Mazzarello (1837–1881), Mitgründerin der Don-Bosco-Schwestern; Jugendarbeit und Mädchenbildung.
Clara Fey (1815–1894)
Gründerin der Schwestern vom armen Kinde Jesus; Förderung verlassener Kinder.
Caterina Troiani (1813–1887)
Wegbereiterin katholischer Frauenmission in Nordafrika.
Jeanne Jugan (1792–1879)
Gründerin der Kleinen Schwestern der Armen; Sorge für alte und verarmte Menschen.
Bernadette Soubirous (1844–1879)
Zeitzeugin der Lourdes-Erscheinungen und Symbol marianischer Frömmigkeit des 19. Jahrhunderts.
Quellen
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; gerhardinger.org und andere