Bernhardin von Siena, 20. Mai

 
Patron der Werbefachleute und Öffentlichkeitsarbeit
 
„Gott hat dir zwei Ohren und eine Zunge gegeben, damit du mehr hörst als sprichst.“

„Wer klar spricht, hat eine klare Seele. Wenn einer dunkel spricht, deutet dies eine dunkle Seele an.“

„Kern der Predigt sollte die Verehrung  von Jesus sein. Hat Gott uns nicht durch das Licht und die Lieblichkeit dieses Namens in sein wunderbares Licht gerufen (1. Petrusbrief 2, 9)? … Daher muss dieser Name verkündet werden, damit er leuchtet und nicht verschwiegen wird. Aber auch in der Predigt darf der Name nicht mit einem unreinen Herzen und einem befleckten Mund ausgesprochen werden. Er muss in einem erlesenen Gefäß aufbewahrt und aus ihm heraus verkündet werden“.

Ordenspriester, Volksprediger, Friedensstifter
 
Namen
Bernhardin (Bernhardino, Bernhard, Bernd, Ben) von Siena

Gedenktag
20. Mai 

Lebensdaten
Geboren 1380 in Massa Marittima (in der Toskana, zwischen Follonica und Siena (Italien); gestorben am 20. Mai 1444 in L’Aquila, 120 km östlich von Rom).
 
Lebensgeschichte
Bernardino, Sohn des Tollo di Dino di Bando und der Nera di Bindo degli Avveduti, ein Nachkomme der bedeutenden Familie degli Albizzeschi, wurde nach dem frühen Tod seiner Eltern, er war 6 Jahre alt, zunächst von seiner Tante Diana, dann von einem Onkel Christoforo in Siena erzogen und erhielt eine gediegene Ausbildung.
 
Während einer Pestepidemie pflegte er seine Mitbürger bis zur Aufopferung der eigenen Gesundheit, verzichtete dann auf sein Erbe und trat 1402 in Siena den Orden der Franziskaner-Minoriten ein und vor der Priesterweihe in den strengeren Zweig der Franziskaner-Observanten. 

Nach seiner Priesterweihe wirkte er als Volksprediger in Siena und Pavia, bis er 1411 an der Pest erkrankte, diese überlebte und anschließend 5 Jahre lang dem Gebet und der Meditation lebte.
 
Ab 1416 zog er als Bußprediger durch ganz Oberitalien, wo seine Predigten bis zu 30.000 Zuhörer fanden. Besonders scharf wandte er sich gegen den Geldwucher, die Ausbeutung durch überhöhte Zinsen, die Geldwirtschaft der Multireichen, gegen Glück- und Geldspiele und klagte das unmoralische Leben der  Mächtigen an.
 
Um den ganz Italien zerreißende Streit zwischen den Familien der Welfen und der Ghibellinen, bzw. den „Päpstlichen“ und „Kaiserlichen“, zu schlichten, ließ Bernhardin die entsprechenden Familienwappen abhängen und stattdessen ein Schild mit dem Namen Jesu, das Christus-Monogram, die drei griechischen Buchstaben IHS verehren. Bernhardin war sehr erfolgreich, was Neider auf den Plan rief, ihn mehrfach der Ketzerei zu beschuldigen. Die Päpste in seiner Zeit unterstützten ihn jedoch und dreimal sollte er zum Bischof ernannt werden -  von Siena, Ferrara und Urbino - das er aber ablehnte (deshalb auch die Darstellung von 3 Bischofsmitren). Kaiser Sigismund rühmte sich, sein Freund zu sein.
 
Bernhardin verkündete besonders die Verehrung des Namens „Jesu“, dargestellt mit dem Monogramm: IHS. Er stellte am Ende seiner Predigten immer eine Tafel mit diesem Namenszug in goldenen Buchstaben, von Sonnenstrahlen umringt auf.
Ignatius von Loyola wählte rund 100 Jahre später dieses Zeichen zum Wappen des Jesuitenordens.
 
Zusammen mit seinem Schüler Johannes von Capestrano bemühte  sich Bernhardin um die Einführung der strikten Observanz in seinem Orden und war in mehr als 500 Klöstern als Reformer tätig. Ab 1438 war Bernhardin Generalvikar der Franziskanerobservanten. 1442 legte er dieses Amt nieder und nahm seine Predigtreisen wieder auf, seiner Schwäche wegen auf einem Esel reitend. Auf dem Weg nach Neapel erkrankte er und verstarb am 20. Mai in L’Aquila.

Verehrung
Bernhardin wirkte als Friedensstifter zwischen den verfeindeten Familien der Welfen und Gibelinen und wurde schon zu Lebzeiten als Heiliger verehrt. Sein Ruhm beruht vor allem auf seinen Predigten in der Sprache des Volkes, die von seinen Hörern gesammelt und überliefert wurden. Sie bezogen sich auf das familiäre, soziale und politische Leben in seiner Zeit und waren auch den ersten humanistischen Strömungen gegenüber aufgeschlossen, sie überzeugten durch ihre Klarheit und ihren gesunden Menschenverstand, waren reich an Beispielen, kräftigen Tönen und witzigen Aussprüchen.
 
Die Stadt L’Aquila bereitete ihm ein glanzvolles Begräbnis und richtete ein Franziskanerkloster für sein Grab ein. Den Schrein für seine Gebeine stiftete König Ludwig XI. von Frankreich. Bereits 1450 heiliggesprochen, ist er bis heute in ganz Italien verehrt. Der San-Bernadino-Pass in der Schweiz, im Kanton Graubünden, trägt seinen Namen. 
 
Darstellung
Als hagerer Franziskaner mit einer Sonnenscheibe mit der Inschrift: IHS, der Heiligen Schrift oder drei Bischofsmitren. 
 
Quellen
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; maria-bernarda.ch und andere
 
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