Beda der Ehrwürdige, 25. Mai
Brückenbauer zwischen Glaube und Wissenschaft

Beda Venerabilis, Ausschnitt aus einem Glasfenster der Kirche Unserer Lieben Frau und der englischen Märtyrer in Cambridge.
Beda war ein englischer Mönch, Theologe, Historiker und Universalgelehrter. Sein Hauptwerk, die Kirchengeschichte des englischen Volkes, ist bis heute eine zentrale Quelle für die Frühgeschichte Europas und der Kirche in England.
Ordenspriester, Kirchenlehrer
Namensdeutung
Der Gebieter, der Bote, vielleicht auch der Beter (angelsächsisch)
Gedenktag
Gedenktag
25. Mai
Lebensdaten
Geboren um 672 bei Sunderland, Nordostengland; gestorben am 26. Mai 735 in Jarrow am Tyne River in Nordostengland.
Lebensgeschichte
Beda – der Name ist äußerst selten – muss seinem späteren Umgang nach aus einer angesehenen, vermutlich adligen Familie gestammt haben. Mit sieben Jahren wurde er als Oblate ins Kloster Monkwearmouth gegeben, wo er von Abt Benedict Biscop, der eine umfangreiche Bibliothek besaß, erzogen wurde.
682 ging Beda mit dem Erzieher Ceolfrith nach Jarrow und half dort bei der Gründung einer neuen Abtei.
Zehn Jahre später, mit 19 Jahren, wurde Beda vom Bischof von Hexham zum Diakon geweiht – das Unterschreiten des Mindestalters von 25 Jahren war vielleicht seinen außerordentlichen Geistesgaben oder dem Umstand geschuldet, dass der Konvent fast vollständig einer Seuche zum Opfer gefallen war.
Mit 30 Jahren wurde er zum Priester geweiht und verfasste erste Lehrbücher für den Unterricht an der Klosterschule. Er lehrte Dichtkunst und soll selber ein begnadeter Rezitator sowohl lateinischer als auch volkssprachlicher Verse gewesen sein, weiter unterrichtete es Grammatik, Orthographie und Geschichte, letztere Disziplin auf sehr hohem Niveau.
Beda machte für sein bedeutendstes Werk, die „Kirchengeschichte des englischen Volkes“ ab der Zeit der römischen Eroberung Britaniens, intensive Quellenkunde und wertete auch heidnische Autoren aus. Besonders dieses Werk, für das er bis nach Rom recherchieren ließ, machte ihn europaweit berühmt und trug ihm den Ehrentitel „Vater der englischen Geschichtsschreibung“ ein, den er bis heute trägt.
Beda verfügte nicht nur über ein immenses Wissen in den Bereichen der Mathematik und Astronomie, sondern setzte auch wissenschaftliche Standards, indem er die Ergebnisse anerkannter Autoritäten wie zum Beispiel Isidors von Sevilla nachrechnete und zu teils anderen Resultaten gelangte. Er war auch ein unermüdlicher Verfasser von Heiligenviten. Er übernahm die Zeitrechnung von Dionysius Exiguus (um 530) und setzte damit die moderne Zählung der Kalenderjahre vor und nach Christi Geburt durch, so wie wir sie heute kennen. Er berechnete den Ostertermin auf wenige Jahre exakt und bemerkte bereits den Kalenderfehler der erst 1582 unter Papst Gregor XIII. behoben werden sollte.
Zu seinen rund 60 Büchern die ihn schon zu Lebzeiten unstrittig als größten Gelehrten seiner Zeit machten und die alle erhalten sind, weil sie eifrig kopiert wurden, gehört auch ein Bibelkommentar. Er führte eine umfangreiche Korrespondenz.
An Ostern 735 litt Beda wiederholt an Atemnot. Bettlägerig diktierte er einem Schreiber die letzten Seiten seiner Übersetzung des Johannesevangeliums und starb am Fest Christi Himmelfahrt mir dem Gebet „Ehre sei dem Vater …“ auf den Lippen.
Zitate und Gebet
„Unwissenheit der Schrift ist Unwissenheit Christi.“
Gebet vor seinem Sterben:
„Glückselig bist du, Herr, Gott der Väter, würdig, gelobt und verherrlicht zu werden in alle Ewigkeit. Deine Werke sind gerecht, und alle deine Wege sind Barmherzigkeit und Wahrheit. Ich lobe dich, ich danke dir,
und ich preise deinen Namen ewig. Amen.“
Würdigung
In einer Zeit, in der Glaube und Wissenschaft oft als Gegensätze gesehen werden, steht Beda für eine harmonische Verbindung von Glaube, Bildung und kritischer Forschung. Seine Methode der Geschichtsschreibung war ungewöhnlich modern: quellenkritisch, systematisch und genau.
Verehrung
Bedas sterbliche Überreste ruhen seit dem 11. Jahrhundert in der Kathedrale von Durham in der Galilee Chapel, nachdem sein Grab während des Klostersturms von 1541 geplündert wurde.
Der Beinamen „Venerabilis“ das heißt „der Ehrwürdig“ trägt er seit dem 9. Jahrhundert.
1899 sprach Papst Leo XIII. ihn offiziell heilig und erhob ihn zum Kirchenlehrer.
Patron der Gelehrten und Lehrer
Beda ist für alle Menschen in Bildungsberufen ein Vorbild. In einer Wissensgesellschaft, in der Bildung eine Schlüsselrolle spielt, ist sein Leben eine Einladung zur Verantwortung des Denkens im Licht des Glaubens.
Zeitlose Tugenden
- Demut
- Liebe zur Wahrheit
- Dienst an der nächsten Generation
Diese Werte sind heute genauso aktuell wie im 8. Jahrhundert.
Kirchliche Wertschätzung
Heilig gesprochen im 9. Jahrhundert und als Kirchenlehrerr ausgezeichnet seit 1899 durch Papst Leo XIII.
Seine liturgische Verehrung ist im römischen Generalkalender verankert.
Seine liturgische Verehrung ist im römischen Generalkalender verankert.
Unter König Ludwig I. von Bayern wurde er in die Ruhmeshalle Walhalla bei Regensburg aufgenommen.
Darstellung
Mit Bücher, mit Schreibfeder oder Lineal
Patron
Der englischen Schriftsteller und Historiker
Quellen
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; und andere