
Jesus, Herr, unser Gott,
Marcellinus und Petrus haben dich bezeugt bis zum Tod. Sie haben ihr Leben nicht versteckt.
Gib uns ein Herz wie ihres:
Ehrlich. Standhaft. Voll Vertrauen.
Zeig uns, dass du da bist. Lass uns Zeugen deiner Liebe sein.
Marcellinus und Petrus, betet für uns,
dass wir uns trauen, zu glauben,
mutig und echt.
Amen.
Lebensdaten
Gestorben 299 oder 304 in Rom
Lebensgeschichte
Im Jahre 304 löste Kaiser Diokletian eine intensive Christenverfolgung aus, bevor mit Kaiser Konstantin eine Anerkennung des christlichen Glaubens sich durchsetzen sollte.
Das zweite der vier Edikte, mit denen Diokletian die Vernichtung der Christen anordnet, betrifft vor allem die Verhaftung von Bischöfen, Priestern und Diakonen. Viele werden hingerichtet. Unter diesen Umständen wird der Priester Marcellinus in den Kerker geworfen. Wie viele schwört er seinem Glauben nicht ab; die Gefängnisse werden so zu kleinen Glaubensgemeinschaften.
Im Gefängnis lernte Marcellinus Petrus, einen Exorzisten (damals ein Amt in der Kirche), kennen. Gemeinsam bezeugten sie im Kerker ihren Glauben und bekehrten viele Mitgefangene, die sich taufen ließen. In den Quellen ist von Wundern wie der Heilung der Tochter des Gefängniswärters die Rede. Diese Dinge erweckten den Unmut der Verwaltung, was letztlich zur Verurteilung der beiden Glaubenszeugen zum Tode führte.
Hier beginnt die Geschichte ihres Martyriums, über das Papst Damasus I. einige Jahrzehnte später ausführlicher berichten sollte.
Marcellinus und Petrus wurden gefoltert und in einen schwarzen Wald, Sylva nigra, bei Rom gebracht: die Peiniger wollten alle Spuren der beiden Männer verwischen. In dem Wald erfahren sie eine letzte, grausame Demütigung – sie müssen ihr eigenes Grab ausheben und werden schließlich enthauptet. Der Plan aber Marcellinus und Petrus für immer aus dem Gedächtnis zu löschen, ging nicht auf: Eine Christin, Lucillia, erfuhr vom Ort des Martyriums und ließ die Leichname der Männer auf einen Friedhof an der römischen Via Labicana, heute Via Casilina, bringen. Der Überlieferung nach wurden Marcellinus und Petrus dort am 2. Juni beigesetzt. Die an der Stelle heute zu besichtigenden Katakomben tragen ihren Namen. Papst Damasus I. verfasste eine Inschrift für die Gräber, Kaiser Konstantin ließ an der Via Labicana später die Basilika „Santi Marcellino e Pietro ad Duas Lauros“, „bei den zwei Lorbeerbäumen“, und daneben das Mausoleum für seine Mutter Helena errichten.
Die Reliquien der Märtyrer wurden 827 von Einhard, dem Sekretär Kaiser Karls des Großen entwendet und nach Steinbach im Odenwald und später nach Ober-Mühlheim am Main gebracht, das seitdem den Namen: Seligenstadt trägt - 30 km östlich von Frankfurt am Main -, von wo aus sie zu Schutzpatronen des Karolingerreiches wurden.
Seit Verbreitung ihrer Leidensgeschichte gehören Marcellinus und Petrus zu den im römischen Messformular angerufenen Heiligen.
Patrone
von Seligenstadt
Quellen
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; und andere