Barnabas, 11. Juni

Apostel - Märtyrer

Barnabas (gestorben 61)

Barnabas war ein trefflicher Mann, erfüllt vom Heiligen Geist und von Glauben… 25 Er zog nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen. 26 Er fand ihn und nahm ihn nach Antióchia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und lehrten eine große Zahl von Menschen. In Antióchia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen.

13,1 In der Gemeinde von Antióchia gab es Propheten und Lehrer: Bárnabas und Símeon, genannt Niger, Lucias von Kyréne, Mánaën, ein Jugendgefährte des Tetrárchen Heródes, und Saulus. 2 Als sie zu Ehren des Herrn Gottesdienst feierten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Wählt mir Bárnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie berufen habe! 3 Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen.“
(Apg 11,24-26; 13,1-3)
 
Namensdeutung
Sohn der Prophetie, des Trostes (aramäisch)

Gedenktag
11. Juni

Lebensdaten
Geboren auf Zypern; gestorben 61 in Salamis, Zypern
 
Lebensgeschichte
Der griechischsprachige Levit Jose, Barnabas genannt, stammte von Zypern und gehörte zu den 72 Jüngern Jesu, die Jesus seit der Taufe im Jordan gefolgt waren. In der Apostelgeschichte heißt es, dass er sein Gut verkaufte und das Geld den Aposteln überließ.
 
Barnabas bedeutet »Sohn der Ermahnung« (Apg 4,36) oder »Sohn des Trostes«. Nachdem er sich in Jerusalem niedergelassen hatte, war er einer der ersten, der nach der Auferstehung Jesu Christ wurde. Mit großer Hochherzigkeit verkaufte er einen Acker, der ihm gehörte, und übergab den Erlös den Aposteln für die Bedürfnisse der Kirche (vgl. Apg 4,37).
 
Er machte sich zum Gewährsmann der Bekehrung des Saulus bei der christlichen Gemeinde von Jerusalem, die dem ehemaligen Verfolger noch mißtraute (vgl. Apg 9,27). Nachdem er nach Antiochia in Syrien gesandt worden war, holte er Paulus in Tarsus ab, wohin sich dieser zurückgezogen hatte; er verbrachte mit ihm ein ganzes Jahr und widmete sich der Evangelisierung dieser wichtigen Stadt, in deren Gemeinde Barnabas als Prophet und Lehrer bekannt war (vgl. Apg 13,1). So hat Barnabas im Augenblick der ersten Bekehrungen der Heiden begriffen, dass das die Stunde des Saulus war. So hat er in jenem wichtigen Augenblick Paulus gleichsam der Kirche zurückgegeben; er hat ihr in diesem Sinn den Völkerapostel noch einmal geschenkt.
 
Von der Gemeinde Antiochias wurde Barnabas zusammen mit Paulus in die Mission entsandt, und die beiden machten jene Reise, die unter dem Namen »erste Missionsreise« des Apostels bekannt ist. In Wirklichkeit handelte es sich um eine Missionsreise des Barnabas, denn er war der wahre Verantwortliche, dem sich Paulus als Mitarbeiter anschloß; sie erreichten die Regionen von Zypern und Zentral- und Südanatolien in der heutigen Türkei, mit den Städten Attalia, Perga, Antiochia in Pisidien, Ikonion, Lystra und Derbe (vgl. Apg 13–14).
 
Zusammen mit Paulus begab sich Barnabas dann zum sogenannten Konzil von Jerusalem, wo die Apostel zusammen mit den Ältesten nach einer gründlichen Untersuchung beschlossen, die Praxis der Beschneidung von der christlichen Identität zu trennen (vgl. Apg 15,1–35). Nur so haben sie schließlich offiziell die Kirche der Heiden möglich gemacht, eine Kirche ohne Beschneidung: Wir sind einfach durch den Glauben an Christus Söhne Abrahams.
 
Die beiden, Paulus und Barnabas, gerieten dann zu Beginn der zweiten Missionsreise in eine Auseinandersetzung, weil Barnabas beabsichtigte, als Gefährten den Johannes, genannt Markus, mitzunehmen, während Paulus das nicht wollte, weil sich der junge Mann während der vorhergehenden Reise von ihnen getrennt hatte (vgl. Apg 13,13; 15,36–40).
Es gibt also auch unter Heiligen Auseinandersetzungen, Zwietracht und Streitigkeiten. Und das erscheint tröstlich, weil wir sehen, daß die Heiligen nicht »vom Himmel gefallen« sind. Sie sind Menschen wie wir, mit Problemen, die auch kompliziert sein können. Die Heiligkeit besteht nicht darin, nie einen Fehler, eine Sünde begangen zu haben. Die Heiligkeit wächst in der Fähigkeit zur Bekehrung, zur Reue, zur Bereitschaft, wieder neu anzufangen, und vor allem in der Fähigkeit zu Versöhnung und Vergebung. 
 
Und so kommt Paulus, der dem Markus gegenüber ziemlich hart und bitter gewesen war, schließlich wieder mit ihm zusammen. In den letzten Briefen des hl. Paulus, dem Brief an Philemon und im Zweiten Brief an Timotheus, tritt gerade Markus als sein Mitarbeiter in Erscheinung. Also nicht der Umstand, nie einen Fehler begangen zu haben, sondern die Fähigkeit zu Versöhnung und Vergebung macht uns heilig. Und wir können alle diesen Weg zur Heiligkeit lernen. Auf jeden Fall reiste Barnabas zusammen mit Johannes, genannt Markus, um das Jahr 49 nach Zypern (vgl. Apg 15,39). Von dem Zeitpunkt an verlieren sich seine Spuren. Tertullian schreibt ihm den Brief an die Hebräer zu, was nicht ganz unwahrscheinlich ist, weil Barnabas, da er zum Stamm Levi gehörte, ein Interesse für das Thema des Priestertums haben konnte. Und der Brief an die Hebräer erläutert uns auf wunderbare Weise das Priestertum Jesu. [vgl. Benedikt XVI. Generalaudienz 31.1.2007]
 
Der Legende nach soll er auch in Rom gepredigt und sogar den späteren Bischof Clemens I. getauft haben. In Mailand soll Barnabas dann selber Bischof gewesen sein. Nach örtlicher Überlieferung wurde er allerdings auf Zypern gesteinigt.
 
Verehrung
Reliquien des heiligen Barnabas werden in Köln, Andechs, Prag, Toulouse und Namur verehrt. In Mailand feiert man sein Fest bereits seit dem 5. Jahrhundert.
 
Darstellung
Mit Evangelienbuch, Stein oder Ölzweig, häufig mit Paulus zusammen
 
Patron
Von Zypern, Mailand, Florenz und Logroño
 
Quellen
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; und andere
 
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