Maria Theresia Scherer, 16. Juni
Baute im 19. Jahrhundert unzählige Krankenhäuser, Schulen und Waisenhäuser auf.

Maria Theresia Scherer (1825-1888)
„Immer vorwärts, nicht stille stehen; mutig ausharren; alles tun, um Frieden zu haben!“ (Theresia Scherer)
Gedenktag
16. Juni
Lebensdaten
Maria Theresia Scherer wurde 1825 in Meggen, bei Luzern in der Schweiz geboren. Zusammen mit dem Kapuziner-Pater Theodosius Florentini gründete sie die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz. Mit großer Umsicht setzte sie sich ein für Jugendliche, Arme und Kranke. In den Bedürfnissen der Zeit sah sie Gottes Willen. Scherer starb mit 62 Jahren am 16. Juni 1888 in Ingenbohl im Kanton Schwyz, wo sie auch begraben ist. Papst Johannes Paul II. sprach sie am 29. Oktober 1995 selig.
Leben
Anna Maria Katharina Scherer wurde am 31. Oktober 1825 als viertälteste von 7 Geschwistern geboren und am gleichen Tag in Meggen getauft. Ihre Eltern Karl Scherer und Anna Maria Sigrist waren arm. Als die Siebenjährige in die Volksschule eintrat, starb der Vater 1833 an einer akuten Lungenentzündung. Am Beerdigungstag mussten die Kinder das Elternhaus verlassen und wurden verteilt. Katharina lebte fortan bis zum 16. Lebensjahr im Haus zweier Onkel, die an ihr eine tüchtige Magd hatten. Freude am Glauben wurde Scherer schon als Kind geweckt. Sie schreibt: "Zur Predigt, Christenlehre, zum Gottesdienste und zum Empfang der Sakramente bin ich immer gerne gegangen..." Und: „Ich war ausserordentlich heiter und froh. In der Schule, unter Aufsicht des Lehrers war ich fleissig, sonst aber schwatzhaft, zerstreut und schlimm. Ich suchte und fand auch immer solche Mädchen, die ungefähr solche Anlagen hatten wie ich.“Der Ortspfarrer hatte die Absicht, Katharina ins Bürgerspital zu schicken, um sie in Hauswirtschaft und Krankenpflege ausbilden zu lassen. Das Spital wurde für Katharina das Übungsfeld für ihre künftige grosse Aufgabe.
1845 - mit 20 Jahren - trat sie in Altdorf im Kanton Uri in die von Kapuzinerpater Theodosius Florentini (1808–65) gegründete Kongregation der Lehrschwestern vom Heiligen Kreuz zu Menzingen im Kanton Zug ein. Danach wirkte sie je ein Jahr als Praktikumshilfe an der Schule in Galgenen und als Oberin und Lehrerin in Baar, anschließend drei Jahre in gleicher Funktion in Oberägeri. 1849 legte sie die Lehramtsprüfung in Zug ab und führte 1850/51 die Armenanstalt in Näfels, gleichzeitig betreute sie die Mädchen der dortigen Industrieschule. Nach einer kurzen Phase als Lehrerin in Menzingen führte sie ab 1852 das 1850 in Chur von Theodosius Florentini gegründete Hilfsspitals Planaterra und siedelte 1853 in das unter ihrer Aufsicht gebaute Kreuzspital um. Wegen unterschiedlicher Auffassungen, unter anderem auch hinsichtlich der Zweckbestimmung des Instituts, wurden die Lehrschwestern in Menzingen und die „Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz“ auch Ingenbohler Schwestern genannt 1856 zu zwei unabhängigen Instituten umgewandelt. Theresia entschied sich für den Verbleib bei Pater Theodosius und wurde 1857 in Chur von den neugegründeten Ingenbohler Schwestern zur ersten Generaloberin gewählt; dieses Amt übte sie bis zu ihrem Tod aus. Mit geistlicher und weltlicher Unterstützung errichtete sie 1865-88 ein vielseitiges Werk mit Niederlassungen in allen Landesteilen der Schweiz, in Süddeutschland und anderem 1892/95 in Hegne am Bodensee, in Böhmen, in Ober- und Niederösterreich, in Tirol, in Slawonien, Dalmatien, in der Steiermark, in Mähren und Ungarn. Scherer erbaute und organisierte Spitäler, Ambulatorien, Armen- und Waisenhäuser, Kinder- und Krankenheime, Volks-, Taubstummen- und Mittelschulen sowie Mädchenpensionate und stellte immer wieder Krankenschwestern für den Lazarettdienst in den europäischen Kriegsgebieten zur Verfügung.
Nach dem Tod von Pater Theodosius 1865 tilgte sie innerhalb von vier Jahren die hohen Schulden, die dieser mit erfolglosen Fabrikprojekten angehäuft hatte. 1878 genehmigte Papst Leo XIII. die revidierten Statuten der Kongregation, 1897 erfolgte die definitive Approbation.
Während des Kulturkampfes setzte sich Theresia Scherer nachhaltig für den Unterricht der Lehrschwestern an öffentlichen Schulen ein. Kurz vor ihrem Tod errichtete sie in Zürich das Krankenhaus „Theodosianum“ und legte den Grundstein für einen Neubau der von der Gründung an von Scherer geleiteten Mädchenmittelschule, die seit 1890 „Theresianum“ genannt wird. Beim Amtsantritt als Generaloberin umfaßte die Kongregation 72 Schwestern, 50 Novizinnen und 30 Kandidatinnen, bei Scherers Tod 1888 waren es 1658 Schwestern, 1940 waren es 9638, Schwestern und 2004 waren es 4279 Schwestern.
1931 wurde der Informationsprozeß für ihre Seligsprechung eröffnet, 1995 erfolgte ihre Seligsprechung in Rom. Ihr Grab in Ingebohl wurde zu einem Wallfahrtsort.
Bedeutsame Zeitgenossen
• Theodosius Florentini (1808–1865) – Ihr engster Weggefährte und Mitgründer der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz.
• Johannes Bosco (1815–1888) – Einer der einflussreichsten katholischen Erzieher und Ordensgründer des 19. Jahrhunderts.
• Katharina Kasper (1820–1898) – Zeitgenossin mit einem ähnlichen karitativen Einsatz für Arme, Kranke und Benachteiligte.
• Johannes Bosco (1815–1888) – Einer der einflussreichsten katholischen Erzieher und Ordensgründer des 19. Jahrhunderts.
• Katharina Kasper (1820–1898) – Zeitgenossin mit einem ähnlichen karitativen Einsatz für Arme, Kranke und Benachteiligte.
• Adolph Kolping (1813–1865)
• Maria Domenica Mazzarello (1837–1881)
• Papst Leo XIII. (1810–1903) – Prägte die Kirche ihrer letzten Lebensjahre und gilt als Wegbereiter der katholischen Soziallehre. Quellen
vgl. deutsche-biographie.de; 2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere