
„Apostel der Kranken“, Gründer von Gemeinschaften für Leidende und Behinderte
„Ich glaube, dass die Kranken, die Ärmsten und Behindertsten die stärksten Unterstützer der Kirche sind.“
Namen
Luigi (Aloisius) Novarese
Gedenktag
20. Juli
Lebensdaten
Geboren: 29. Juli 1914 in Casale Monferrato bei Alessandria zwischen Turin und Mailand (Italien);
gestorben: 20. Juli 1984 in Rocca Priora bei Frascati südlich von Rom (Italien)
Lebensgeschichte
Aloisius Novarese war das jüngste von neun Kindern einer Bauernfamilie; sein Vater starb schon wenige Monate nach seiner Geburt. Im Alter von neun Jahren stürzte Aloisius schwer und litt danach unter Knochentuberkulose, für die es damals keine Heilung gab.
Die Krankheit fesselte ihn über zehn Jahre lang ans Bett. Diese Erfahrung des körperlichen Leidens und der Isolation prägte ihn tief. Die Mutter verkaufte gegen den Willen der anderen Kinder den Familienbesitz, um die Pflege des Jungen zu finanzieren. Mit Hilfe einer intensiven Marienverehrung und der Fürsprache des hl. Don Bosco erlebte er eine unerwartete Heilung – ein Wendepunkt, der sein ganzes Leben formte. Aloisius beschloss, sein Leben den Kranken zu widmen, und wollte Medizin studieren, was der Tod der Mutter 1935 verhinderte. Nach einer Vision des auferstandenen Christus entschloss er sich, Priester zu werden und wurde 1938 zum Priester geweiht.
Ab 1946 arbeitete er im Vatikanischen Staatssekretariat, wo er enge Verbindungen zu Papst Pius XII. und später Johannes XXIII. unterhielt. Er verstand sich zeitlebens als Anwalt der Kranken und Menschen mit Behinderungen – nicht aus Mitleid, sondern aus echter christlicher Überzeugung, dass gerade diese Menschen einen zentralen Platz im Heilsplan Gottes haben.
1947 gründete Novarese die Stillen Arbeiter des Kreuzes – eine geistliche Familie für Kranke, Behinderte und ihre Helfer. Hinzu kamen weitere Gründungen wie das Apostolat des Leidens, die Marianische Priesterliga und die Bewegung der Brüder und Schwestern der Kranken. Ziel all dieser Initiativen war es, kranke Menschen aus der Passivität herauszuholen und sie zu aktiven Trägern der Evangelisation zu machen – nicht „Objekte“ der Fürsorge, sondern „Subjekte“ der Kirche. Er organisierte Wallfahrten, Exerzitien und Bildungstage für Menschen mit Behinderungen und war ein entschiedener Verfechter ihrer vollen Einbindung in das kirchliche Leben. Seine Spiritualität war zutiefst marianisch, priesterlich und vom Leiden Christi durchdrungen – jedoch getragen von Hoffnung, Freude und praktischer Solidarität.
Luigi Novarese starb am 20. Juli 1984 in Rocca Priora bei Rom.
Luigi Novarese starb am 20. Juli 1984 in Rocca Priora bei Rom.
Verehrung
Papst Franziskus erkannte ihm ein Wunder zu und sprach ihn am 11. Mai 2013 selig.
Bis heute wirken seine Werke weltweit weiter – besonders durch die Gemeinschaft Stille Arbeiter des Kreuzes, die in vielen Ländern aktiv ist und weiterhin Menschen mit Krankheit, Behinderung oder Leid begleitet.
Das Glaubensbekenntnis von Aloisius Novareses
„Ich glaube an Gott den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Ich glaube an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, geboren aus der Unbefleckten Jungfrau Maria, glorreich aufgenommen in den Himmel mit Leib und Seele.
Ich glaube an die allerheiligste Dreifaltigkeit, die uns zum Tempel des Heiligen Geistes macht.
Ich glaube, dass in der Taufe und Firmung der Heilige Geist in uns ausgegossen wird.
Ich glaube, dass Jesus in diese Welt gekommen ist, um uns vom Vater zu sprechen, um uns seine Liebe zu offenbaren.
Ich glaube an die Gnade, die immer dem gegeben wird, der aufrichtig darum bittet.
Ich glaube, dass Gott nichts zufällig macht. Er bestimmt die Kranken durch einen besonderen Plan der Liebe, mit ihm zusammenzuarbeiten zum Heil der Welt.
Ich glaube, dass das Kreuz den Glauben hervorbringt.
Ich glaube, dass Jesus Christus zur Wertschätzung des Schmerzes
für das Kommen des Gottesreiches aufruft.
Ich glaube, dass Jesus den Schmerz aus seiner hoffnungslosen Nutzlosigkeit herausruft.
Ich glaube, dass ich desto mächtiger bin, je schwächer ich bin.
Ich glaube, dass die Mutter Gottes sich an uns gewendet hat mit der Bitte zu beten und Buße zu tun zum Heil der Brüder.
Ich glaube, dass die Mutter der Kirche ein klares und genaues Programm gegeben hat, das uns verantwortlich macht für das Leben der Gesellschaft.
Ich glaube an die untrennbare Einheit zwischen unserem Leiden und dem Leiden Christi, auf dass der Wert unseres Opfers nicht aufgehoben werde.
Ich glaube an das Apostolat der Wertschätzung des Leidens, wie es uns nahegelegt wird von der Unbefleckten Empfängnis in Lourdes und Fátima.
Ich glaube, dass die Kranken, die Ärmsten und Behindertsten die stärksten Unterstützer … der Kirche sind.
Ich glaube vertrauensvoll an die Unbefleckte Empfängnis.
Ich glaube an die beiden Schienen der Demut und des Gehorsams, auf denen der Gottessohn, geboren aus der Jungfrau Maria, dem Menschen vorausgeht, um ihn zum Vater zurückzuführen.
Ich glaube, dass uns nichts aufhalten kann bei der Verwirklichung unseres Programms zur Rettung aller Seelen und der Rettung aller Sünder, weil der Wille Gottes ist, dass alle an Ihn und an den Sohn glauben, den er gesandt hat: Jesus Christus.
Ich glaube an die mitreißende Kraft unseres Apostolats.
Ich glaube, aber lass mich glauben an die aufbauende Kraft des Schmerzes. Amen.“
Quellen:
vgl. 2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere