José de Anchieta, 9. Juni

Apostel Brasiliens

 
Sspanisch-kanarischer Jesuit, Missionar, Dichter und Sprachforscher,  als „Apostel Brasiliens“ bekannt. Er spielte eine zentrale Rolle bei der Christianisierung der indigenen Bevölkerung im kolonialen Brasilien und gilt als einer der Begründer der brasilianischen Literatur. 2014 von Papst Franziskus heiliggesprochen.
 
Lebensdaten
Geboren: 19. März 1534, San Cristóbal de La Laguna (Teneriffa, Kanarische Inseln)
Gestorben: 9. Juni 1597, Reritiba (heute Anchieta), Espírito Santo, Brasilien. 

Leben
Anchieta entstammte einer baskisch-kastilischen Familie und erhielt eine humanistische Ausbildung in Coimbra, Portugal, wo er 1551 in den Jesuitenorden eintrat. Trotz einer schweren Wirbelsäulenkrankheit, die ihn dauerhaft zeichnete, wurde er 1553 zur Mission nach Brasilien entsandt – ursprünglich auch zur Erholung seines Gesundheitszustands.
 
Über vier Jahrzehnte wirkte Anchieta in Brasilien als Lehrer, Übersetzer, Sprachforscher und Seelsorger. Gemeinsam mit Manuel da Nóbrega gründete er 1554 das Jesuitenkolleg São Paulo de Piratininga, Keimzelle der Stadt São Paulo, und beteiligte sich 1565 an der Gründung von Rio de Janeiro. Sein Einsatz galt sowohl der Evangelisierung als auch dem Schutz der indigenen Bevölkerung vor Versklavung. 
 
Anchieta beherrschte Latein, Portugiesisch, Spanisch und die indigene Tupí-Sprache. Seine „Arte de gramática da língua mais usada na costa do Brasil“ (1595) war die erste Grammatik dieser Sprache und ein grundlegendes Werk der brasilianischen Linguistik. Er schrieb zudem religiöse Theaterstücke und Gedichte, darunter das lateinische Epos De beata virgine dei matre Maria. 
 
Verehrung


Quellen:
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; und andere
 
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