Namen
Enrique Ángel Angelelli Carletti
Gedenktag
4. August
Leben
Geboren: 18. Juli 1923, Córdoba, Argentinien;
gestorben: 4. August 1976 (Alter 53 Jahre), Punta de los Llanos, Argentinien
Lebensgeschichte
gestorben: 4. August 1976 (Alter 53 Jahre), Punta de los Llanos, Argentinien
Lebensgeschichte
Am 17. Juni 1923 wurde Enrique Angelelli in Córdoba (Argentinien) als erster Sohn italienischer Einwanderer geboren. Mit 15 Jahren trat Enrique Angelelli in das kleine Seminar Nuestra Señora de Loreto ein. Seine Eltern waren Kleinbauern. Der Erzbischof von Córdoba schickte den begabten jungen Mann 1947 nach Rom, wo er am päpstlichen Colegio Pío Latino Americano studierte und mit 26 Jahren zum Priester geweiht wurde. Weitere Studien in kanonischem Recht in Rom schlossen sich an, ehe er nach Argentinien zurückkehrte und als Vikar in einer Pfarrei und Kaplan der katholischen Arbeiterjugend (JOC) in Córdoba zu arbeiten begann.
Während seiner Studien in Rom hatte Angelelli den Gründer der Arbeiterjugend, José Cardijn, kennengelernt, dessen Ideen er jetzt, als Verantwortlicher für die JOC im Erzbistum, umsetzen konnte. 1960 ernannte ihn Papst Johannes XXIII. zum Weihbischof des Erzbistums Córdoba, kurze Zeit später übernahm er auch die Aufgabe des Generalvikars. Selbst in „Amt und Würden“, zog es ihn immer mehr in die Armenviertel Córdobas, wo er ungerechte Strukturen und Armut – vor allem der Arbeiter – hautnah erlebte.
1968 wurde Angelelli zum Bischof von La Rioja ernannt, einer Provinz im Nordwesten Argentiniens. Er sei gekommen, um den Armen, Hungernden und nach Gerechtigkeit Dürstenden zu dienen, betonte er in seiner ersten Predigt.
Die Botschaft traf den Nerv der Zeit: La Rioja war geprägt von der Herrschaft weniger Familien in nahezu feudaler Struktur. Breite Schichten der Bevölkerung litten Not, obwohl sie hart arbeiteten. Angelelli erhob mutig sein Wort, predigte gegen Unterdrückung, Folter, Hunger und Armut. 1971 wurde die Rundfunkübertragung der Sonntagspredigten des Bischofs von der regionalen Regierung der Provinz Córdoba verboten, kurze Zeit später erfolgte ein Verbot für Veröffentlichungen in der Tageszeitung der Region. Eine mediale Verleumdungskampagne wurde gegen den Bischof initiiert.
Im März 1976 putschte sich schließlich das Militär und an die Macht. Zahlreiche Mordanschläge auf engagierte Katholiken, priester und Ordensleute folgten. Erst im Mai 1977 sprachen die Bischöfe deutlicher und prangerten lange Haftzeiten ohne Verfahren, Folterungen, die Entführungen und die Praxis des Verschwindenlassens von Menschen an. Enrique Angelelli wusste, dass es auch für ihn lebensgefährlich wurde: „Töte den Hirten, und die Schafe zerstreuen sich“, hatte er das Evangelium zitiert, um zu beschreiben, was seine Gegner im Sinn hatten. Im Februar war der Generalvikar der Diözese La Rioja verhaftet worden, weitere Verhaftungen einzelner Priester folgten. Bischof Angelelli machte sich auf den Weg um einen Gottesdienst für die ermordeten Priester zu feiern – und um mehr über die Umstände ihres Todes zu erfahren. In der Predigt, die seine letzte werden sollte, sagte er, er kenne die wahren Drahtzieher dieser Morde. Auf der Rückfahrt folgten zwei Fahrzeuge dem Auto des Bischofs und drängten es von der Straße ab. Der Wagen überschlug sich, der Bischof starb noch an der Unfallstelle. Alle Unterlagen, die er bei sich führte, verschwanden. Von staatlicher wie zunächst auch kirchlicher Seite wurde die Version eines Unfalls aufgrund eines geplatzten Reifens verbreitet. Erst 1986 urteilte ein argentinischer Richter, der Tod Angelellis sei ein „kaltblütig geplanter Mord“ gewesen. Im Jahr 2006 erklärte die Argentinische Bischofskonferenz ihre Bereitschaft, an der Aufklärung der Umstände des Todes mitzuarbeiten: Erzbischof Bergoglio, der spätere Papst Franziskus, setzte eine Kommission ein. 2014, 38 Jahre nach dem Mord, erfolgte die Verurteilung zweier Militärs zu lebenslangen Freiheitsstrafen.
In seiner Predigt in der Kathedrale von La Rioja aus Anlass des 30. Todestages des Bischofs im Jahr 2006, sagte der damalige Kardinal Bergoglio, Angelelli und die anderen Ermordeten von La Rioja hätten ihr Blut für die Kirche vergossen. (Text bei Adveniat: Christian Frevel, gekürzt)
Im März 1976 putschte sich schließlich das Militär und an die Macht. Zahlreiche Mordanschläge auf engagierte Katholiken, priester und Ordensleute folgten. Erst im Mai 1977 sprachen die Bischöfe deutlicher und prangerten lange Haftzeiten ohne Verfahren, Folterungen, die Entführungen und die Praxis des Verschwindenlassens von Menschen an. Enrique Angelelli wusste, dass es auch für ihn lebensgefährlich wurde: „Töte den Hirten, und die Schafe zerstreuen sich“, hatte er das Evangelium zitiert, um zu beschreiben, was seine Gegner im Sinn hatten. Im Februar war der Generalvikar der Diözese La Rioja verhaftet worden, weitere Verhaftungen einzelner Priester folgten. Bischof Angelelli machte sich auf den Weg um einen Gottesdienst für die ermordeten Priester zu feiern – und um mehr über die Umstände ihres Todes zu erfahren. In der Predigt, die seine letzte werden sollte, sagte er, er kenne die wahren Drahtzieher dieser Morde. Auf der Rückfahrt folgten zwei Fahrzeuge dem Auto des Bischofs und drängten es von der Straße ab. Der Wagen überschlug sich, der Bischof starb noch an der Unfallstelle. Alle Unterlagen, die er bei sich führte, verschwanden. Von staatlicher wie zunächst auch kirchlicher Seite wurde die Version eines Unfalls aufgrund eines geplatzten Reifens verbreitet. Erst 1986 urteilte ein argentinischer Richter, der Tod Angelellis sei ein „kaltblütig geplanter Mord“ gewesen. Im Jahr 2006 erklärte die Argentinische Bischofskonferenz ihre Bereitschaft, an der Aufklärung der Umstände des Todes mitzuarbeiten: Erzbischof Bergoglio, der spätere Papst Franziskus, setzte eine Kommission ein. 2014, 38 Jahre nach dem Mord, erfolgte die Verurteilung zweier Militärs zu lebenslangen Freiheitsstrafen.
In seiner Predigt in der Kathedrale von La Rioja aus Anlass des 30. Todestages des Bischofs im Jahr 2006, sagte der damalige Kardinal Bergoglio, Angelelli und die anderen Ermordeten von La Rioja hätten ihr Blut für die Kirche vergossen. (Text bei Adveniat: Christian Frevel, gekürzt)
Verehrung
2015 wurde ein Verfahren zur Seligsprechung Angelellis eingeleitet. 2018 bestätigte Papst Franziskus das Martyrium Angelellis, der Priester Murias und Longueville sowie des Familienvaters Wenceslao Pedernera.
Die Seligsprechung erfolgte am 27. April 2019 in La Rioja (Argentinien) durch Kardinal Giovanni Angelo Becciu, zusammen mit der Seligsprechung von Carlos de Dios Murias, Gabriel Longueville und Wenceslao Pedernera.
In Argentinien hat das Gedenken an Enrique Angelelli heute eine ähnliche Bedeutung wie das Vermächtnis des Märtyrerbischofs Óscar Romero in El Salvador. Hohe Verehrung genießt er vor allem in kirchlichen Basisgemeinden. 2006 erklärte der argentinische Präsident Néstor Kirchner den Tag von Angelellis Ermordung zum nationalen Trauertag. Menschenrechtsgruppen und Weggefährten Angelellis begrüßten die Entscheidung.
Quellen
vgl. Wikipedia; Bistum Augsburg
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