
Teofilius Matulionis (1873–1962)
Namen
Teofilius Matulionis
Gedenktag
20. August, Todestag sowie 14. Juni, Jahrestag des 14. Juni 1941 an dem die Sowjetunion begann, Massendeportationen von Litauern nach Sibirien durchzuführen.
Lebensdaten
Geboren: 22. Juni 1873, Kudoriškis (heute Bezirk Anykščiai, Litauen)
Gestorben: 20. August 1962, Šeduva, Litauen
Ämter: Bischof von Kaišiadorys (ab 1943), Erzbischof (1962)
Haftjahre: ca. 16 Jahre in sowjetischen Lagern und Gefängnissen
Seligsprechung: 25. Juni 2017 in Vilnius
Bedeutung
Gestorben: 20. August 1962, Šeduva, Litauen
Ämter: Bischof von Kaišiadorys (ab 1943), Erzbischof (1962)
Haftjahre: ca. 16 Jahre in sowjetischen Lagern und Gefängnissen
Seligsprechung: 25. Juni 2017 in Vilnius
Bedeutung
Teofilius Matulionis (1873–1962) war ein litauischer römisch-katholischer Erzbischof, Märtyrer und 2017 seliggesprochener Glaubenszeuge. Er gilt als Symbol des Widerstands gegen sowjetische Religionsverfolgung und als herausragende Gestalt des litauischen Katholizismus des 20. Jahrhunderts.
Matulionis entstammte einer wohlhabenden Bauernfamilie und wuchs im Glauben auf. Nach dem Besuch des Daugpilis-Gymnasiums trat er 1891 in das Priesterseminar von St. Petersburg ein und wurde 1900 zum Priester geweiht. Sein pastoraler Eifer führte ihn zunächst in lettische Gemeinden, später nach St. Petersburg, wo er eine neue Pfarrei gründete und eine Kirche errichten ließ.
Während der kommunistischen Herrschaft wurde Matulionis wiederholt inhaftiert. 1929 verurteilten ihn die Sowjets zu Zwangsarbeit im Lager Solowki am Weißen Meer, südlich der Barentsee. Nach einem diplomatischem Gefangenenaustausch 1933 kehrte er nach Litauen zurück. Seine Devise „Per crucem ad astra“ - „Durch das Kreuz zu den Sternen“ - prägte sein gesamtes Wirken.
Seit 1943 leitete er die Diözese Kaišiadorys. Sowohl unter deutscher als auch unter sowjetischer Besatzung verteidigte er unbeirrbar die Rechte der Kirche und der Gläubigen. Nach erneuter Verhaftung 1946 verbrachte er Jahre in den Gefängnissen von Orša, Wladimir und Mordwinien. Trotz Verbots weihte er 1957 heimlich Vincentas Sladkevičius zum Bischof.
1962 starb Matulionis unter ungeklärten Umständen nach einer Hausdurchsuchung des sowjetischen Sicherheitsdienstes. Es wird vermutet, dass er vergiftet wurde.
Verehrung
Papst Franziskus erkannte Matulionis 2017 als Märtyrer an; seine Reliquien ruhen in der Kathedrale von Kaišiadorys. Er wird am 14. Juni liturgisch geehrt, dieses Datum wurde gewählt, weil es der Jahrestag des 14. Juni 1941 ist, an dem die Sowjetunion begann, Massendeportationen von Litauern nach Sibirien durchzuführen.
Matulionis verkörpert den friedfertigen, standhaften Widerstand des Glaubens gegen totalitäre Systeme. Seine Lebensgeschichte wurde zu einem zentralen Symbol spiritueller Ausdauer und moralischer Integrität im modernen Litauen.
Matulionis verkörpert den friedfertigen, standhaften Widerstand des Glaubens gegen totalitäre Systeme. Seine Lebensgeschichte wurde zu einem zentralen Symbol spiritueller Ausdauer und moralischer Integrität im modernen Litauen.
Quellen
u.a. teofilius.lt; Bistum Augsburg; wikipedia und andere.