Anna vom heiligen Bartholomäus, 7. Juni

Sekretärin der Heiligen Theresia von Avila

 
Anna von St. Bartholomäus (1549–1626)

Namen
Anna vom heiligen Bartholomäus; bürgerlich Ana García Manzanas
 
Lebensdaten 
Geboren: 1. Oktober 1549 in Almendral (Provinz Ávila, Spanien)
Gestorben : 7. Juni 1626, Antwerpen (Flandern)
 
Lebensgeschichte
Anna García wuchs als jüngstes von sieben Kindern einer Bauernfamilie auf und verlor früh ihre Eltern. Gegen familiäre Erwartungen trat sie 1572 in das erste von Teresa gegründete Karmelitinnenkloster in Ávila ein. 
Als Anna standhaft blieb und Gottes Willen in den Karmel folgen wollte, geriet einer ihrer Brüder in solche Wut, dass er sein Schwert zog, um sie zu töten. Nachdem ihre Schwester ihn zurückgehalten hatte, erkannte die Familie, dass ihre Feindseligkeit gegenüber Annas Berufung unnatürlich (teuflisch, wie Anne sagt) war, und erlaubte ihr schließlich mit 21 Jahren, sich Teresa von Ávila und den anderen Unbeschuhten Karmelitinnen anzuschließen.
Anne trat als Laienschwester ein (der Weg für die Armen und Ungebildeten, die zur Arbeit berufen waren, im Gegensatz zu den aristokratischen Chorschwestern, die das Stundengebet sangen), wurde aber von der heiligen Teresa selbst innig geliebt. Teresa befahl ihr, Lesen und Schreiben zu lernen, und ernannte Anne zu ihrer Sekretärin. In den letzten fünf Jahren ihres Lebens nahm sie Anne auf all ihren Reisen zu verschiedenen Klöstern mit. Die große Kirchenlehrerin, nach der die heilige Therese und Mutter Teresa benannt wurden, starb in den Armen eines armen Hirtenmädchens, das bis in ihre Zwanziger Analphabetin gewesen war.
Es ist nicht verwunderlich, dass diese Vorgänge die anderen Schwestern eifersüchtig und misstrauisch machten, besonders als Anne (nach Teresas Tod) gebeten wurde, Chorschwester zu werden, um Priorin werden zu können. Trotz des Widerstands der anderen und ihres eigenen Widerwillens war Anne gehorsam und vertraute dem Willen ihrer Oberinnen und der Prophezeiung, die Teresa Jahre zuvor verkündet hatte, dass sie genau dazu aufgefordert werden würde. Sie bemerkte jedoch gegenüber dem Herrn, dass ihre Ernennung zu diesem Amt ungerecht sei, da sie nur ein schwaches Strohhalm sei. Im Traum antwortete ihr Jesus: „Mit Strohhalmen entzünde ich mein Feuer“.
Anne verbrachte den Rest ihres Lebens damit, als Priorin in verschiedenen Klöstern und als spirituelle Schriftstellerin und Dichterin die Herzen der Menschen für Jesus zu entflammen. Dabei vergaß sie nie ihre bescheidene Herkunft und scheute keine harte Arbeit. Durch Annes Treue verbreitete sich das Werk der heiligen Teresa von Ávila in ganz Europa und schließlich in der ganzen Welt.
Anna vom hl. Bartholomäus gehört zum Kreis jener großen Frauen, die von Teresa von Ávila in den Orden aufgenommen und geprägt worden sind. Nach dem Tod der Heiligen, die in ihren Armen gestorben war, setzte Anna deren Reformwerk fort. 1604 reiste sie mit weiteren Schwestern nach Paris, um die ersten französischen Reformklöster zu gründen, und 1611 folgte sie einer Einladung der Erzherzöge Albrecht und Isabella nach Flandern. In Antwerpen gründete sie ein Karmelitinnenkloster und war dort bis zu ihrem Tod Priorin. Ihr werden Gebetserhörungen zugeschrieben, durch die Antwerpen während Kriegszeiten verschont geblieben sein soll.
 
Anna hinterließ autobiografische Schriften und geistliche Betrachtungen, die ihre tiefe Christusfrömmigkeit und Demut widerspiegeln.
 
Anna vom heiligen Bartholomäus verkörpert den Übergang der spanischen Mystik in den nordeuropäischen Raum. Ihr Wirken trug maßgeblich dazu bei, den reformierten Karmel außerhalb Spaniens zu verankern und die Spiritualität der heiligen Teresa international zu verbreiten.
 
Verehrung
In der Karmeltradition gilt sie als Vorbild für Treue, Einfachheit und Hingabe. Sie wird in Antwerpen als Stadtpatronin verehrt.
 
Seligsprechung: 1917 durch Papst Benedikt XV.
Gedenktag: 7. Juni
 
Quellen
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; kloster-Roggenburg.de; und andere
 
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