Jacques Ghazir Haddad, 26. Juni

Apostel des Libanon

Jakob Haddad von Ghazir (1875–1954)
 
Namen
Jacques (Jakob) Haddad von Ghazir 

Lebensdaten
Geboren: 1. Februar 1875 in Ghazir, 25 km nördlich von Beirut, Libanon
 
Lebensgeschichte
Jacques (Jakob) Ghazir Haddad war das dritte Kind von acht Kindern des maronitischen Ehepaars Boutros und Shams Haddad. Nach dem Besuch der Grundschule in Ghazir und der Mittelschule in Beirut emigrierte er nach Ägypten und unterrichtete 17 Jahre Arabisch in Alexandria. Durch zwei prägende Erlebnisse beschloss er in den Kapuzinerorden einzutreten. Bereits die Mutter hatte den Wunsch, dass Khalil Haddad Priester werden solle. Haddad reiste zurück in den Libanon und trat, nachdem er den Widerstand des Vaters überwunden hatte, am 26. März 1894 als Novize in das Kapuzinerkloster St. Antonius von Padua in Ghazir ein. Er erhielt den Namen Jakob von Ghazir. Am 1. November 1901 wurde er in Beirut, Libanon, zum Priester geweiht. Als Wanderprediger zog er von 1903 bis 1914 durch den ganzen Libanon und verkündete das Wort Gottes, was ihm den Namen "Apostel des Libanon" einbrachte. Auch in Syrien, Palästina, dem Irak und der Türkei wurde er als Prediger gesehen.
Er wurde mit der Verwaltung von fünf Kapuzinerklöstern beauftragt. Ab 1905 wurde er Direktor deren Schulen im Libanon. Im Jahr 1919 kaufte er ein Stück Land auf dem Hügel von Jall-Eddib, nördlich von Beirut, wo er eine Kapelle errichtete, die Unserer Lieben Frau vom Meer geweiht war. In der Nähe errichtete er ein großes Kreuz. Er gründete in Beirut den Dritten Orden des hl. Franziskus, der sich im Libanon ausbreitete. Er gründete die Zeitschrift Familienfreund. Als die französischen Kapuziner während des Ersten Weltkrieges den Libanon verließen, oblag ihm die Führung der Kapuzinermission. Er verteilte Nahrung an die Bedürftigen und bestattete die Toten, die durch die Straßenschlachten auf der Straße lagen. Die Lage verbesserte sich mit dem Ende des Krieges. Nach der Rückkehr der französischen Mitbrüder konnte er sich neuen sozialen Aufgaben widmen. Er eröffnete Einrichtungen für Waisen und Frauen in Not. Er holte Franziskanerinnen aus Frankreich in den Libanon, die ihm bei der Ausbildung der Mädchen halfen und gründete 1930 eine neue Kongregation, die Franziskanischen Schwestern vom Kreuz, die sich um Behinderte, bedürftige Mädchen und Frauen und um kranke Priester kümmert. 1933 eröffnete er in Deir el-Kamar das Haus des Heiligsten Herzens, ein Waisenhaus für Mädchen, das später zu einem Asyl für chronisch Kranke wurde. Im Jahr 1948 eröffnete er das Krankenhaus Unserer Lieben Frau für alte, chronisch kranke und gelähmte Menschen. Im Jahr 1949 wurde das St. Josephs-Krankenhaus zu einem der wichtigsten medizinischen Zentren der Hauptstadt.
Im Jahr 1950 folgten das St. Antoniushaus in Beirut für Bettler und Vagabunden, die von der Polizei auf der Straße aufgegriffen wurden, und das Providence House für obdachlose Mädchen.
1951 gründete der das Christkönigsspital in Nahr-el-Kalb, nahe Beirut.
 
Pater Jacques war unermüdlich und half jedem, der in Not war, nach dem Vorbild des Heiligen Franz von Assisi. Die bescheidene Arbeit von Pater Jacques erweckte die Bewunderung der Menschen, viele Arme und Kranke kamen und Pater Jacques nahm sie alle auf. Obwohl Pater Jacques mit der Krankenhausmission sehr beschäftigt war, setzten er und seine Schwestern das wichtige Werk der Erziehung fort und eröffneten mehrere Schulen sowie ein Waisenhaus für 200 Mädchen.
Pater Jacques war erschöpft von Wachen, Müdigkeit und Reisen. Obwohl er an zahlreichen Krankheiten litt, fast vollständig erblindete und an Leukämie erkrankte, hörte er nicht auf, Gott zu segnen und zu arbeiten. Er war bis zum Schluss bei klarem Verstand, seine letzten Stunden waren eine ununterbrochene Reihe von Gebeten, in denen er das Kreuz und die Jungfrau Maria anrief, bis er am 26. Juni 1954 in Beirut starb.
 
Verehrung
Sein Seligsprechungsprozess wurde 1979 eingeleitet. Am Sonntag, den 22. Juni 2008, wurde er während einer Sondermesse in Beirut von Kardinal José Saraiva Martins, C.M.F., Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, seliggesprochen.
 
Seit dem Tod von Bl. Haddad wurden weitere Krankenhäuser eröffnet, um den Kriegsverletzten zu helfen und die Region Kabr-Chemoun zu unterstützen, in der es kaum medizinische Versorgung gab.
 
Quellen
vgl. 2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere
 
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