Marguerite Bays, 27. Juni

Margarita Bays (1815–1879)

Namen
Marguerite (Margarita) Bays

Gedenktag
27. Juni

Lebensdaten 
Geboren: 8. September 1815 im Weiler La Pierraz bei Siviriez in der Westschweiz zwischen Fribourg und Lausanne; gestorben: 27. Juni 1879. 
 
Zeitgenossen
Bernadette Soubirous (1844–1879) Mystikerin, Erscheinung der Gottesmutter in Lourdes, Ordensfrau
• Maria Katharina Kasper (1820–1898) 
• Don Bosco (1815–1888) Priester, Ordensgründer, Sozialreformen
• Konrad von Parzham (1818–1894) Kapuziner Ordensbruder 
 
Lebensgeschichte
Marguerite wurde als zweites von sieben Kindern des Pierre-Antoine und der Marie-Joséphine in eine Bauernfamilie hingeboren. Sie verbrachte ihr gesamtes Leben als Laienchristin im Kanton Freiburg in der Westschweiz. Sie wurde für ihre tiefe Spiritualität, ihre Katechese, ihren Einsatz für Kranke und Arme sowie für die Berichte über mystische Erfahrungen bekannt. 
Sie erlernte das Schneiderhandwerk und entschied sich bewusst  unverheiratet zu bleiben, unterstützte ihre Familie und engagierte sich intensiv in ihrer Pfarrgemeinde als Katechetin und Seelsorgerin für Kranke, Sterbende und Bedürftige.  
Sie engagierte sich in der Gründung der missionarischen Initiative: «L’enfance missionnaire». In diesem Zusammenhang ermutigte sie Chorherr Joseph Schorderet (1840–1893) zur Gründung der Schwestern vom heiligen Paulus, die mittels der Pressearbeit evangelisieren. Aus diesem Grund betrachtete Schorderet Marguerite als Mitbegründerin der Schwestern vom heiligen Paulus.
 
Mit 39 Jahren erkrankte Marguerite  an Darmkrebs. Am 8. Dezember 1854, dem Tag der Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis durch Papst Pius IX., erlebte sie eine wunderbare Heilung aber auch von diesem Tag an die Stigmata (Windmale Jesu) und durchlitt von da an jeden Freitag die Passion Jesu. Gleichzeitig erhielt sie verschiedene Charismen: die Gabe der Unterscheidung, des Rates und der Prophetie. Bis zu ihrem Tod kamen ratsuchende Menschen - auch aus der Ausland - zu ihr. Diese Erfahrungen machten sie zu einer der bekanntesten Mystikerinnen der Schweiz des 19. Jahrhunderts.  
Marguerite starb am Freitag, dem 27. Juni 1879, dem Oktavtag des heiligsten Herzens Jesu, um 15 Uhr im Alter von 64 Jahren. 
 
Verehrung
Ihre Verehrung setzte unmittelbar nach ihrem Tod ein. Auf ihrem Grabmal berührt der Spruch: “Ehrwürdige Schwester, liebe und zarte Patin, vergiss nicht die, die du auf Erden gelassen hast”.
Das Wunder, das die Seligsprechung 1995 durch Papst Johannes Paul II. ermöglichte, trug sich am Ostermontag 1940 zu. Am 25. März 1940 beschloss Auguste Davet, Priester in Chavannes-les-Forts, einen Ausflug zum “Dent-de-Lys” zu unternehmen, einem der steilsten Gipfel der Freiburger Voralpen. Als guter Kenner der Berge nahm er seine 24-jährige Nichte Marguerite auf die Tour mit, weiter Louis Aubert, einen Ministranten seiner Pfarrei, und Marcel Ménétrey, einen 19-jährigen jungen Mann aus La Pierraz, dem ehemaligen Wohnort von Marguerite Bays. Gegen 14 Uhr erreichte die Gruppe den Gipfel. Um 16 Uhr war es Zeit, mit dem Abstieg zu beginnen. Marcel, der diesen Berg erstmals bestieg, zeigte sich sehr beeindruckt. Er vertraute sich leidenschaftlich dem Schutz von Marguerite Bays an: „Danke, Marguerite Bays!” In einer Felswand rutschte das Mädchen aus, fiel ins Leere und zog den Louis Aubert und Auguste Davet nach unten. Marcel Ménétrey sah den Priester etwa 50 Meter in die Tiefe stürzen. Er klammerte sich an das Seil, in Erwartung, ebenfalls zu Tode zu stürzen. Plötzlich aber riss drei Meter vor dem jungen Mann das Seil. Ein Schrei entrann seinem Mund: “Danke, Marguerite Bays!” 1987 wurde mit Hilfe von Spezialisten an der Unfallstelle selbst eine Untersuchung durchgeführt die alle Hypothesen eines zufälligen Risses aufhob. Das Seil war von guter Qualität und vom Priester Davet, einem erfahrenen Bergsteiger, geprüft worden.
Die allgemeine Schlussfolgerung der Experten war, dass es keine rationale Erklärung für den Seilriss gibt. Unter Berücksichtigung des religiösen Kontextes und der ständigen Anrufung von Marcel Ménétrey von Marguerite Bays, erklärte die vatikanische Kommision dass es sich um ein echtes Wunder handle.
 
Das zweite Wunder, welches zur Heiligsprechung führte, geht auf ein Ereignis im Jahr 1998 zurück. Am 6. März fuhr Norbert Baudois, Landwirt in Siviriez, mit seiner Enkelin Virgine, deren älterer Schwester und Cousins los, um Arbeiten entlang der Strasse auszuführen. Virgine, 22 Monate alt, sass auf dem Traktor. Plötzlich fiel sie hinunter und geriet unter ein Hinterrad des schweren Fahrzeugs. Der Landwirt beeilte sich, um ihr zu helfen. “Ich dachte, sie sei tot, aber sie fing an zu stöhnen. Und dann kam es einfach aus dem Herzen, direkt aus dem Herzen, ich sagte: Danke Marguerite!” Das Kind wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Die Untersuchungen zeigten, dass sie nur wenige Kratzer hatte, alle Organe waren intakt. Als die Ärzte die Geschichte des Unfalls hörten, waren sie sehr überrascht. Einige erklärten, dass in diesem Alter die Knochen eines Kindes weich sind. Andere vermuteten, dass der Körper des kleinen Mädchens in den losen Boden gedrückt wurde. Tatsächlich werden Reifenspuren auf der Kleidung des Mädchens gefunden, aber nicht auf dem Feld, auf dem sie zerquetscht wurde. Ein Arzt sagte damals bereits: “Es ist ein Wunder!” Die vatikanische medizinischen Kommission kam 2014 zum Schluss, dass die Unversehrtheit des Mädchens nach diesem Unfall unerklärlich sei. 2019 sprach Papst Franziskus Marguerite heilig. 
Sie gilt sie als Beispiel dafür, dass Heiligkeit im gewöhnlichen Alltag eines Laien gelebt werden kann – durch Gebet, Dienst am Nächsten und ein einfaches Leben. 
Ihr Wohnhaus in La Pierraz und die Pfarrkirche von Siviriez mit ihrem Grab sind bis heute Pilgerziele. Mehr…

Quellen
vgl. 2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere; 
Hilfsmittel bei der Bearbeitung KI 
 
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