Antonio Rosmini, 1. Juli

Der italienische Kant - zählt zu den bedeutendsten katholischen Denkern des 19. Jahrhunderts. 

Antonio Rosmini (1797–1855)

Namen
Antonio Francesco Davide Ambrogio Graf Rosmini-Serbati

Gedenktag
1. Juli

Lebensdaten
Geboren:24. März 1797 in Rovereto, 20 km südlich von Trient, Nord-Italien; gestorben: 1. Juli 1855 in Stresa am Lago Maggiore Norditalien. 
 
Zeitgenossen
• Katharina Labouré (1806–1876) Mystikerin 
• Pauline Jaricot (1799–1862) Begründet das weltweite Missionswerk Missio
• Johannes Maria Vianney (1786–1859) Pfarrer

Lebensgeschichte
Antonio Rosmini wurde in eine Familie von Gelehrten und Sammlern geboren. Seine Sammelleidenschaft galt besonders den Büchern, etwa 15 000 Bände umfasste seine Bibliothek. Gegen den Willen seines Vaters strebte er das Priestertum an, studierte in Pavia und Padua Theologie sowie Kirchenrecht. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1821 widmete er sich der Erneuerung der katholischen Philosophie und entwickelte ein umfangreiches Werk (30 Bände) zu Erkenntnistheorie, Ethik, Politik, Recht und Pädagogik.
 
1828 gründete er den Institut der Nächstenliebe, dessen Mitglieder sich universaler christlicher Nächstenliebe und Bildung widmen.  
Im Mittelpunkt von Rosminis Philosophie steht die Auffassung, dass die Idee des Seins die grundlegende Voraussetzung allen menschlichen Erkennens ist. Er versuchte, die klassische christliche Tradition – insbesondere Thomas von Aquin und Augustinus von Hippo – mit den Herausforderungen der modernen Philosophie von der Aufklärung bis zum deutschen Idealismus (Kant und Hegel) zu verbinden. Sein Ziel war es, Vernunft und Glauben nicht als Gegensätze, sondern als einander ergänzende Wege zur Wahrheit zu verstehen.  
In einem italienischen Lexikon wird er als größter Philosoph seines Landes im 19. Jahrhundert bezeichnet, als jemand, dessen Ziel es war, der 1780 fertiggestellten französischen Enzyklopädie als Kernprojekt und Kampfmittel der Aufklärung einen christlichen Wissens-Thesaurus auf ähnlich hohem Niveau entgegenzusetzen. Eine staunenswerte Schaffenskraft bezeugend beinhaltete schon die erste, gleich nach dem Tod herausgekommene Gesamtausgabe 30 Bände: Eine Fülle von theologischen Reformschriften – die ihm damals die bleibende Gegnerschaft der Jesuiten einbrachten – aber auch staatstheoretische und rechtsphilosophische Werke. In ihnen wird eine Brücke zwischen Sensualismus und Idealismus gesucht, was Rosmini in der Folge auch als Gesprächspartner für den erwachenden italienischen Nationalismus interessant machte. Sein sehr die Person-Würde betonender Ansatz fand Widerhall erst wieder im Denken eines Johannes Paul II. und Benedikt XVI.; letzterer beendete die jesuitische damnatio memoriae des Priesters und erhob ihn 2007 zur Ehre der Altäre. 
 
In den Streitigkeiten zwischen dem Papst und dem Königreich Italien fungierte er 1848 als Vermittler und folgte Papst Pius IX., als dieser nach einem Aufstand nach Gaeta im Königreich Neapel fliehen musste, in sein Exil. Mehrere Schriften Rosminis, darunter „Die fünf Wunden der heiligen Kirche“, lösten heftige Debatten über Kirchenreformen aus. Zwei seiner Werke wurden 1849 auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt, obwohl Rosmini sich den Entscheidungen der Kirche ausdrücklich unterordnete.

Verehrung
Nach seinem Tod wurden 1887 vierzig Lehrsätze aus seinen Schriften verurteilt; diese Vorbehalte wurden jedoch im Jahr 2001 von der Glaubenskongregation als überholt erklärt. Er verband philosophische Forschung mit kirchlichem Engagement, er strebte eine Versöhnung von Glaube und Vernunft an. 2007 sprach Papst Benedikt XVI. ihn selig.  

Quellen
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; und andere
 
Alle Tagesheiligen