Simon Stock, 16. Mai

Mit Simon Stock ist das Zeichen des Skapuliers verknüpft, ein Stoffstück zum umhängen als Symbol für die Arbeitsschürze Mariens. 
 

Simon Stock (1165-1265); Gemälde von Josef Kastner 1906-1911 in der Karmeliterkirche in Dobling, Österreich
Lebensdaten 
Geboren: 1165, Aylesford in der Grafschaft Kent im Vereinigten Königreich Britanniens. 
Gestorben: 16. Mai 1265 im Alter von 100 Jahre in Bordeaux, Frankreich.
 
Lebensgeschichte
Simon hat der Überlieferung nach als Einsiedler in einem hohlen Baum das heißt in einer Einsiedelei - Hütte im Wald - bei London gelebt daher der Beiname „Stock“. Zwanzig Jahre lang lebte er als Einsiedler und suchte Gott, indem er die Mönche des Makarios und Arsenius in ihren Buß- und Kontemplationspraktiken und ihrer Verehrung der Heiligen Jungfrau nachahmte.
Mit dem Untergang der Kreuzfahrerkönigreiche in Palästina zogen die Brüder der Heiligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel nach Europa.
Simon wurde von einem der Klöster inspiriert, die sich in den Wäldern von Aylesford in seiner Nähe angesiedelt hatten, und trat dem Karmeliterorden bei. Nach einem Studium in Oxford wurde er zum Generalvikar mit umfassender Befugnis über die zerstreuten Ordensmitglieder ernannt. Von Papst Honorius III. erhielt er die Bestätigung der Ordensregel des Karmeliterordens mit Sitz in Aylesford bei London.
Die Überlieferung berichtet, dass ihm am 16. Juli 1251 in Cambridge die Gottesmutter Maria erschienen sei und habe ihm das Skapulier, das ist die Arbeitsschürze Mariens überreicht. 
 
Er erwarb sich große Verdienste um die Organisation des Ordens in England und ganz Europa durch die notwendige Anpassung der losen Gemeinschaft von Einsiedlern die sich auf dem Berg Karmel in Galiläa in der Tradition des Propheten Elija bis hin zur Verklärung Jesu auf dem Berg gebildet hatten und nun an die Lebensbedingungen in Europa angepasst werden mussten. Auf einer Vistiationsreise starb er am 16. Mai 1264 bei Bordeaux. Er wurde dortigen Karmeliterkloster in Bordeaux bestattet. Nach dessen Schließung in der Französischen Revolution wurden seine Gebeine in die Kathedrale Saint Andrea übertragen.
 
Verehrung
Ort der Beerdigung: Kathedrale St. André, Bordeaux, Frankreich
Simons Lebens- und Wirkensgeschichte wurde seit dem 14. ausgestaltet, um die Kontinuität des Ordens trotz des Ortswechsels von Israel nach Europa und trotz der Änderung der Lebensweise vom einstigen Einsiedlerwesen zu einem in der Stadt wirkenden und der Laienseelsorge sich widmenden Orden zu würdigen.
 
Bedeutung des Skapuliers
Das braune Skapulier ist eine Miniatur des Ordensgewandes der Karmeliten, das ein Abbild des Arbeitskleides Mariens ist. Es verkörpert die Marienverehrung und Frömmigkeit des Taufkleides. Das Skapulier als Sakramental will Marias Rolle und Bedeutung in unserem Leben zeigen.
Es erinnert an den Mantel der Propheten, an den Schleier des Geheimnisses, Gottes Angesicht sehen zu wollen und nicht sehen zu können, „in dessen Gegenwart wir stehen“. Das Skapulier ruft zur Kontemplation und Begegnung mit Gott. Das Skapulier als Arbeitsschürze verweist auf das Geheimnis  Mariens. Das schlichte Tuch, das auch als Schürze getragen wird, soll uns an den Aufruf des Evangeliums zu Dienst und Demut erinnern. Beim Letzten Abendmahl legte Jesus eine Schürze an und wusch den Aposteln die Füße. Die braune Farbe des Skapuliers erinnert an die Erde, aus der wir geformt wurden, und daran, dass wir durch unsere zerbrechliche Menschlichkeit zu Gott aufsteigen werden. Das Skapulier, das über der Schulter getragen wird, ist das Joch Christi, das wir auf uns nehmen. Es geht nicht darum, es als Amulett zu tragen, sondern als Zeichen der Entschlossenheit der Nachfolge Jesu. Es bedeutet, einen Bund einzugehen. Wir sind „in das Gewand Unserer Lieben Frau gekleidet“, wie die heilige Teresa von Ávila sagte. (Vgl. Karmelitin Schwester Helena am 20. Juli 2018)
 
Tagesgebet
Gott,
unter den Brüdern der seligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel hast du den heiligen Simon in deinen besonderen Dienst gerufen. Auf seine Fürbitte schenke uns die Gnade, stets für dich frei zu sein und mitzuarbeiten am Heil der Menschen. Darum bitten wir durch Jesus Christus… Amen.
 
Lesung
Eph 5,10-13.18
 
Evangelium
Joh 15,9-17
 
Fürbitten
Herr Jesus Christus! Wer seinen Lebensweg mit dir geht, erkennt, was die jeweilige konkrete Situation von ihm erfordert, denn durch die Zeichen der Zeit sprichst du zu uns. So bitten wir dich:
Lass die Verantwortlichen in unserem Orden durch das Gebet und die Betrachtung des Lebens Jesu erkennen, auf welchen Wegen du den Karmel heute führen willst.
Erfülle uns mit einer große Liebe zu deiner Mutter Maria, die dir im Leben und Sterben von allen Menschen am nächsten stand.
Gib uns die Kraft, durch die Rückbesinnung auf unsere Ursprünge Orientierung und Weisung für die tatkräftige Gestalt der Gegenwart zu finden.
Schenke unseren Verstorbenen auf die Fürsprache deiner Mutter das ewige Leben.
Denn du, Herr, bist auch der Herr unserer Zeit. Erweise dich auch heute als der Mächtige, damit dein Reich sich ausbreite und wachse. Der du lebst und herrschest in Ewigkeit. Amen.
 
Mariengebet
Flos Carmeli
[Blume vom Berg Karmel],
Krone der Herrlichkeit, Glanz des Himmels, reine Erde, unentweiht, Gotterwählte! O milde Mutter, jungfräulich, makellos, uns schenke deine Hilfe, o Stern des Meeres! Wurzel Jesse, dir grünt ein Rosenzweig! Reiches Erbarmen hält nun dein Schoß bereit für uns Sünder. Du Gnadenvolle, mit dir ist Gott, der Herr. Steh uns zur Seite im Erdenleben, du Reine! Hohe Schützerin, schenk uns im Skapulier die Verheißung: mit deines Sohnes Gnade uns bekleide! In Not und Elend, in Stürmen und Wirrnis sei unsre Rettung, reich deine starke Hand, o Maria! Ruhm des Karmel, Mutter und Königin, das Frohlocken deiner Erhöhung uns erfreuet. Du Pforte des Himmels, du Schlüssel zum Paradies, öffne uns Armen, dass wir dich schauen: von Gott Gekrönte!
(Simon Stock zugeschrieben)