
Vater, Bergmann, Arbeiterführer, Journalist, Widerstandskämpfer, Glaubenszeuge
Tagesgebet
Lebendiger Gott,
du hast dem seligen Nikolaus Groß
die Kraft geschenkt, sich als Christ einzusetzen in Familie, Beruf und Gesellschaft und sein Leben hinzugeben im Widerstand gegen die teuflischen Mächte seiner Zeit.
Wir bitten dich: Stärke auch uns im Glauben, damit wir deinen Auftrag
für unser Leben erkennen und ihn mit Mut und Ausdauer erfüllen.
Gabengebet
Allmächtiger Gott, segne und heilige diese Gaben und schenke uns in diesem Opfer jene Liebe
durch die der selige Nikolaus Groß die Qualen des Martyriums durchgestanden und den Siegeskranz errungen hat.
Schlussgebet
Herr, unser Gott,
stärke uns durch die empfangenen Gaben, wie du deinen seligen Märtyrer Nikolaus Groß gestärkt hast, damit in Deinem Dienst auch unser Glaube wachse und sich im Leiden bewähre.
Namen
Nikolaus Groß
Gedenktag
23. Januar
Lebensdaten
Geboren 30. September 1898 in Niederwenigern bei Essen an der Ruhr; gestorben 23. Januar 1945 in Berlin.
Lebensgeschichte
Nikolaus Groß wurde am 30.9.1898 als Sohn des Schmiedes Nikolaus Groß (1857-1946) und dessen Ehefrau Elisabeth Groß, geborene Naße (1861-1929), in Niederwenigern (heute Stadt Hattingen) geboren und erlernte den Beruf des Hauers. Fünf Jahre arbeitete er unter Tage. Durch intensive persönliche Weiterbildung legte er in dieser Zeit die Grundlage für seine politische, gewerkschaftliche und journalistische Tätigkeit im Dienst der katholischen Arbeiterbewegung.
1923 heiratete er Elisabeth Koch, mit der er sieben Kinder hatte. Seiner Familie widmete er das Büchlein „Sieben um einen Tisch“. Nach intensiver Fortbildung in Abendschulen wurde er mit 22 Jahren Jugendsekretär der christlichen Bergarbeitergewerkschaft und Hilfsredakteur der Zeitung „Bergknappe“. 1927 wurde er Chefredakteur der „Westdeutschen Arbeiterzeitung“, der Zeitschrift des größten katholischen Gewerkschaftsverbandes, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, mit einer wöchentlichen Auflage von 170.000 Exemplaren. Sein Weg führte ihn von Niederwenigern über Zwickau, Bottrop und Mönchengladbach bis nach Köln.
Nikolaus erkannte im aufkommenden Nationalsozialismus die größte Bedrohung für Staat und Kirche und ergriff leidenschaftlich dagegen Partei. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde die Zeitschrift deshalb mehrfach eingestellt und zensiert. 1938 wurde sie endgültig verboten. Von da an wirkte Groß in der Männerseelsorge des Bistums Fulda. Hier lernte er den Jesuitenpater Alfred Delp (1907-1945) kennen, über den die maßgebliche Verbindung zum Kreisauer Kreis und andere Widerstandskreise und Tätigkeit als Kurier zustande kam, weshalb er nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli auf Hitler verhaftet wurde. Am 12. Januar 1945 wurde er zum Tod verurteilt und am 23. Januar in der Haftanstalt Berlin-Plötzensee erhängt. Seine Leiche wurde verbrannt und die Asche über Rieselfelder verstreut.
Elisabeth Groß begleitete den Lebensweg ihres Mannes in guten und vor allem in den schweren Tagen der Verfolgung durch das Terrorregime der Nationalsozialisten in großer Solidarität und Glaubensgemeinschaft. Die Grundwerte, für die Nikolaus Groß stand, gab sie nach seiner Hinrichtung an ihre Kinder und Enkelkinder weiter – bis zu ihrem Tod im Jahr 1972.
Verehrung
Am 7.10.2001 sprach Papst Johannes Paul II. (Pontifikat 1978-2005) Nikolaus Groß selig.
Im Essener Dom wird seiner in einer Kapelle gedacht.
Im Essener Dom wird seiner in einer Kapelle gedacht.
Straßen (so in Berlin, Duisburg, Essen, Fulda, Köln, Lingen, Mönchengladbach, Oberhausen), Kindergärten, Schulen und soziale Einrichtungen (beispielsweise das Nikolaus-Groß-Haus in Köln) tragen seinen Namen, Denkmäler erinnern an ihn.
In Bochum-Grumme trägt eine Kirchengemeinde seinen Namen.
Das Nikolaus-Groß-Haus in Hattingen-Niederwenigern dokumentiert sein Leben.
Quellen
nikolaus-gross.com; https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/nikolaus-gross-/DE-2086/lido/57c6d83230cf07.22797539#toc-18; wikipedia.de; www2.bistum-augsburg.de; heiligenlexikon.de; orthpedia.de und andere.