Die 21 Märtyrer von Sirte (Libyen), 15. Februar


"Ich danke Gott, unserem Vater, weil er uns diese mutigen Brüder geschenkt hat. Ich danke dem Heiligen Geist, weil er ihnen die Kraft und die Konsequenz gab, sich zu Jesus Christus zu bekennen, bis hin zum Blutvergießen. Ich danke den Bischöfen, den Priestern der koptischen Schwesterkirche, die sie erzogen und sie gelehrt haben, im Glauben zu wachsen. Und ich danke den Müttern dieser Menschen, dieser 21 Männer, die sie im Glauben 'gestillt' haben." (Franziskus, 15.2.2021)
 
Die 21 Märtyrer von Sirte (Libyen)
 
Gedenktag
15. Februar
 
Lebensgeschichte
21 Christen, Wanderarbeiter aus Ägypten die in Libyen tätig waren wurden im Dezember 2014 und Januar 2015 von Islamisten der Gruppe Ansar al-Scharia, die sich im Oktober 2014 dem sogenannten Islamischen Staat angeschlossen hatte, aus einem Autobus entführt und für etwa 40 Tage gefangen gehalten und gefoltert. Sie befanden sich auf dem Rückweg von Libyen nach Ägypten. Die Mitglieder der Miliz hätten die Ausweise der Gastarbeiter verlangt und unter ihnen die Christen zum Aussteigen gezwungen.
 
Vergleiche den Film: The 21 - www.the21film.com 
 
Der Islamische Staat entstand 2003 in Folge der Wirren nach dem Angriff der USA auf den Irak, als terroristische  salafistische Miliz, die ein Kalifat, einen islamischen Staat anstreben. Diese kontrollierte bis Dezember 2017 weite Teile des Irak sowie das im Bürger- und durch den Angriff der USA und seiner Verbündeten zerfallende Syrien und das nach dem Sturz von Machthaber al-Gaddafi durch westliche Intervention seit 2011 im Chaos untergegangene Libyen.
 
Zwanzig der Opfer waren orthodoxe Kopten aus Ägypten - dreizehn davon aus dem Dorf El-Or bei Al-Minya, ein Mann kam aus Ghana. Seine Konfessionszugehörigkeit konnte nie sicher festgestellt werden, doch sein Name, Matthäus, weist darauf hin, dass er wahrscheinlich als Christ erzogen wurde, und es ist bekannt, dass er auf die Frage seiner Henker darauf beharrt habe, Christ zu sein und nicht Moslem. Ihre Namen sind: Milad Makeen Zaky, Abanoub Ayad Attiya, Maged Soliman Shehata, Youssef Shukry Younan, Kyrillos Shukry Fawzy, Bishoy Estefanous Kamel, Samuel Estefanous Kamel, Malak Ibrahim Sinout, Tawadros Youssef Tawadros, Girgis Milad Sinout, Mina Fayez Aziz, Hany Abdel-Messih Saleeb, Bishoy Adel Khalaf, Samuel Alham Wilson, Ezzat Bishri Naseef, Lucas Nagati, Gaber Munir Adly, Essam Baddar Samir, Malak Farag Abram und Sameh Salah Farouq. Der ghanaische Märtyrer ist als Matthew Ayariga bekannt.
 
In einem durch Ansar al-Scharia verbreiteten Internetvideo vom 15. Februar 2015 unter dem Titel „Eine in Blut geschriebene Nachricht an die Nation des Kreuzes“ wurde gezeigt, wie schwarzgekleidete Männer, die in orangefarbene Overalls gekleideten Opfer, an einen Strand schleppen und enthaupten.
Der Propagandafilm zeigt aber auch den tiefen Glauben der Todgeweihten: keiner wehrte sich, bevor ihm die Kehle durchgeschnitten wird, einer rief: „Jarab Jesoa“, Jesus ist der Herr.
 
Die angesehene islamische Al-Aschar-Universität in Kairo betonte, dass solch eine barbarische Tat nichts mit dem Islam, einer Religion der menschlichen Werte zu tun hat.
 
Im September 2017 wurden in einem Massengrab an der libyschen Küste nahe der Stadt Sirte die Leichname der 21 Opfern gefunden. Sie wurden 2018 nach El-Or / Al-Aour bei al-Minya in Oberägypten, wo 13 der Opfer herstammen, überführt und in einer dort zu ihren Ehren durch den ägyptischen Staatspräsidenten Abdel Fatah el-Sisi neu erbauten Kirche beigesetzt. 

Verehrung
Der Frankfurter Schriftsteller Martin Mosebach hat die Familien der umgebrachten Christen in Ägypten 2017 besucht und dazu ein Buch „Die 21 – Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer“ verfasst. Bei den Angehörigen seien keine Rachegefühle zu bemerken. Vielmehr kennzeichne sie Genugtuung, christliche Märtyrer in ihrer Familie zu wissen. Sie finden Trost in ihrer Verehrung als Heilige. 
 
Bei seinem Besuch bei Papst Franziskus in Rom 2023 schenkte das Oberhaupt der koptischen Christen  Papst Tawadros II., Papst Franziskus eine Reliquie der Märtyrer. Franziskus sagte: „Diese Märtyrer haben mit ihrem Blut Zeugnis für die Einheit aller abgelegt, die Jesus nachfolgen,“ und er ordnete an, die 21 auch in das Märtyrer- und Heiligenverzeichnis (Martyrologium Romanum) der katholischen Kirche aufzunehmen.
 
Quellen
wikipedia.de; www2.bistum-augsburg.de; heiligenlexikon.de; evangeliumtagfuertag.org; orthpedia.de; mittelalter-lexikon.de und andere
 
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