Heiliges Jahr 2025


 
Leo lädt die Jugendlichen zu folgendem Gebet ein:
 
,Danke, Jesus, dass du mich gerufen hast. Mein Wunsch ist es, einer deiner Freunde zu bleiben, damit ich, indem ich dich ganz in meinem Leben annehme, auch ein Wegbegleiter für alle sein kann, denen ich begegne. Gib, o Herr, dass diejenigen, die mir begegnen, dir begegnen, auch durch meine Grenzen und Schwächen hindurch.´“
 
 

Papst Franziskus am 25.12. 2024 zum Segen Urbi et Orbi 

Liebe Brüder und Schwestern, 
In der Mühsal unserer Zeit wird das ewige Wort der Erlösung noch einmal und wirklich Mensch und sagt zu jedem Mann und jeder Frau, zu der ganzen Welt: Ich liebe dich, ich vergebe dir, kehr zu mir zurück, die Tür meines Herzens ist offen!
 
Brüder und Schwestern, die Tür des Herzens Gottes steht immer offen, kehren wir zu ihm zurück! Kehren wir zu jenem Herzen zurück, das uns liebt und uns vergibt! Lassen wir uns von ihm vergeben, lassen wir uns mit ihm versöhnen!
 
Das ist die Bedeutung der Heiligen Pforte im Jubiläumsjahr, die ich am Heiligen Abend in Sankt Peter geöffnet habe: Sie steht für Jesus, die Pforte des Heils, die für alle offen steht.
 
Jesus ist die Pforte, die der barmherzige Vater inmitten der Welt, inmitten der Geschichte, geöffnet hat, damit wir alle zu ihm zurückkehren können. Wir alle sind wie verlorene Schafe und brauchen einen Hirten und eine Pforte, um zum Haus des Vaters zurückzukehren. Jesus ist der Hirte, Jesus ist die Pforte.
 
Brüder und Schwestern, habt keine Angst! Die Pforte ist geöffnet, sie steht weit offen! Kommt! Lassen wir uns mit Gott versöhnen, dann werden wir auch mit uns selbst versöhnt sein und werden uns untereinander versöhnen können, sogar mit unseren Feinden. Ja, die Barmherzigkeit Gottes vermag alles, sie löst jeden Knoten, sie reißt jede trennende Mauer ein, sie lässt Hass und Rachegelüste verschwinden. Kommt! Jesus ist die Pforte des Friedens.
 
Oft bleiben wir auf der Schwelle stehen; wir haben nicht den Mut, sie zu überschreiten, weil sie uns in Frage stellt. Durch die Pforte hindurchzugehen erfordert das Opfer, einen Schritt zu gehen, Streitigkeiten und Spaltungen hinter sich zu lassen, um sich den offenen Armen des Kindes, das der Friedensfürst ist, zu überlassen.
 
An diesem Weihnachtsfest, dem Beginn des Heiligen Jahres, lade ich alle Menschen, alle Völker und Nationen ein, den Mut zu haben, durch die Pforte hindurchzugehen, zu Pilgern der Hoffnung zu werden, die Waffen zum Schweigen zu bringen und die Spaltungen zu überwinden!
 
Die Waffen sollen in der gemarterten Ukraine schweigen! Habt den Mut, die Tür für Verhandlungen sowie für Gesten des Dialogs und der Begegnung zu öffnen, um zu einem gerechten und dauerhaften Frieden zu gelangen.
 
Die Waffen sollen im Nahen Osten schweigen! Mit festem Blick auf die Krippe von Betlehem denke ich an die christlichen Gemeinden in Israel und Palästina, insbesondere in Gaza, wo die humanitäre Lage äußerst ernst ist. Es gebe eine Waffenruhe, die Geiseln sollen freigelassen und die von Hunger und Krieg zermürbte Bevölkerung versorgt werden.
 
Ich bin auch der christlichen Gemeinschaft im Libanon nahe, vor allem im Süden, und derjenigen in Syrien in diesem besonders heiklen Moment. Es sollen sich die Türen des Dialogs und des Friedens in der ganzen durch Konflikte zerrissenen Region öffnen.
 
Und ich möchte an dieser Stelle auch an das libysche Volk denken und dazu ermutigen, Lösungen zu suchen, die eine nationale Versöhnung ermöglichen.
 
Die Geburt des Erlösers möge den Familien von Tausenden Kindern, die an einer Masernepidemie in der Demokratischen Republik Kongo sterben, sowie den Menschen im Osten des Landes und denen in Burkina Faso, Mali, Niger und Mosambik eine Zeit der Hoffnung bringen. Die humanitäre Krise, von der sie betroffen sind, wird hauptsächlich durch bewaffnete Konflikte und die Geißel des Terrorismus verursacht sowie durch die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels verschärft, die zum Verlust von Menschenleben und zur Flucht von Millionen von Menschen führen.
 
Ich denke auch an die Völker in den Ländern am Horn von Afrika, für die ich das Geschenk des Friedens, der Eintracht und der Geschwisterlichkeit erflehe. Der Sohn des Allmächtigen Gottes unterstütze die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, den Zugang der Zivilbevölkerung im Sudan zu humanitärer Hilfe zu begünstigen und neue Verhandlungen im Hinblick auf einen Waffenstillstand einzuleiten.
 
Die Botschaft von Weihnachten möge den Menschen in Myanmar Trost spenden, die aufgrund der anhaltenden bewaffneten Auseinandersetzungen schwer leiden und zur Flucht aus ihren Wohnorten gezwungen sind.
 
Das Christkind erleuchte die politischen Verantwortlichen und alle Menschen guten Willens auf dem amerikanischen Kontinent, um in der Wahrheit und in der Gerechtigkeit so schnell wie möglich wirkungsvolle Lösungen zu finden, um die soziale Eintracht zu fördern, insbesondere auf Haiti, in Venezuela, Kolumbien und Nicaragua. Gerade in diesem Heiligen Jahr sollen sie sich dafür einsetzen, das Gemeinwohl aufzubauen, die Würde eines jeden Menschen wiederzuentdecken und die politischen Spaltungen zu überwinden.
 
Das Heilige Jahr soll eine Gelegenheit sein, alle trennenden Mauern einzureißen: die ideologischen, die oft das politische Leben prägen, und die tatsächlichen, wie die Teilung, die seit fünfzig Jahren die Insel Zypern betrifft und deren menschliches und soziales Gefüge zerrissen hat. Ich hoffe, dass eine einvernehmliche Lösung gefunden werden kann, die der Teilung ein Ende setzt und gleichzeitig die Rechte und die Würde aller Gemeinschaften Zyperns vollumfänglich respektiert.
 
Jesus, das menschgewordene, ewige Wort Gottes, ist die weit geöffnete Pforte und wir sind eingeladen, durch sie hindurchzugehen, um den Sinn unseres Daseins und die Heiligkeit jeglichen Lebens wiederzuentdecken, um zu den Grundwerten der Menschheitsfamilie zurückzufinden. Er erwartet uns auf der Schwelle.
 
Er erwartet jeden von uns, besonders die Schwächsten. Er erwartet die Kinder, alle Kinder, die unter Krieg und Hunger leiden. Er erwartet die alten Menschen, die oft gezwungen sind, in Einsamkeit und Verlassenheit zu leben. Er erwartet diejenigen, die ihr Zuhause verloren haben oder aus ihrer Heimat fliehen, um eine sichere Zufluchtsstätte zu finden. Er erwartet diejenigen, die ihre Arbeit verloren haben oder keine finden können. Er erwartet die Gefangenen, die trotz allem Kinder Gottes bleiben. Er erwartet diejenigen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
 
An diesem Festtag dürfen wir es nicht versäumen, all jenen zu danken, die im Stillen und in Treue so viel Gutes tun: Ich denke an die Eltern, Erzieher und Lehrer, die die große Verantwortung tragen, die künftigen Generationen heranzubilden. Ich denke an die Mitarbeiter im Gesundheitswesen, an die Ordnungskräfte, an diejenigen, die in Wohltätigkeitsorganisationen arbeiten, und besonders an die Missionare, die über die ganze Welt verstreut sind und so vielen Menschen in Not Licht und Trost bringen. Ihnen allen sagen wir: danke!
 
Brüder und Schwestern, das Heilige Jahr soll eine Gelegenheit sein, um Schulden zu erlassen, insbesondere solche, die die ärmsten Länder belasten. Alle sind aufgerufen, erfahrenes Unrecht zu vergeben, denn der Sohn Gottes, der in der Kälte und Dunkelheit der Nacht geboren wurde, vergibt uns all unsere Schuld. Er ist gekommen, um uns zu heilen und um uns zu vergeben.
 
Lasst uns ihm als Pilger der Hoffnung entgegengehen! Öffnen wir ihm die Türen unserer Herzen, so wie er die Tür seines Herzens für uns weit geöffnet hat.
Allen wünsche ich ein friedvolles, heiliges Weihnachtsfest.
 
Eröffnung des Heiligen Jahr 2025
Am 24.12.25 öffnete Papst Franziskus die Heiligen Pforte im Petersdom als Zeichen des Beginns des Heiligen Jahres 2025. Erzbischof Stephan Burger feierte dazu am 29.12. ein Pontifikalamt in Freiburg. 
 
Franziskus 
„Das wahre Jubiläum findet in unseren Herzen statt, in den familiären und sozialen Beziehungen. Dort müssen wir den Weg bereiten für den Herrn, der kommt.“ (9.12.24)

Sinn des Heiligen Jahres 
Ein Heiliges Jahr wird alle 25 Jahre als Jubiläum gefeiert für die Zeit die uns von Gott geschenkt wird. 
 
Historie
Das erste Heilige Jahr, das in der alttestamentlichen biblischen Tradition des Jobeljahres steht, wurde von Papst Bonifaz VIII. im Jahr 1300 ausgerufen. Das Jobeljahr bezeugt Gott, der seinem Volk immer wieder eine Zeit der Vergebung und Versöhnung schenkt, das der ganzen Welt bezeugt werden soll.
 
Außerhalb des 25-jährigen Rhythmus gibt es auch außerordentliche Heilige Jahre z. B. 2015 das Jahr der Barmherzigkeit.
 
Spes non confundit - Die Hoffnung enttäuscht nicht.
 
Besondere Elemente eine Heiligen Jahres sind, die Öffnung der Heiligen Pforte, ihr Durchschreiten durch die Pilger zu den Gräbern der Apostel, um mit ihnen Jesus als Herrn und Gott zu bekennen, die Umkehr (Beichte) und das Erlangen eines Nachlasses (Ablass, Amnestie) für die Strafen für unsere Sünden.
 
Franziskus sagt:
Wir müssen die empfangene Hoffnungsfackel brennen lassen und alles tun, damit alle die Kraft und die Gewissheit des Glaubens gewinnen, um mit offenem Geist, Zuversicht und Weitsicht in die Zukunft blicken. 
 
Das bevorstehende Jubiläum kann viel dazu beitragen, ein Klima der Hoffnung und des Vertrauens wiederherzustellen, als Zeichen eines neuen Aufbruchs, dessen Dringlichkeit wir alle spüren angesichts dem Drama eines dritten Weltkriegs in Stücken und einer grassierenden Armut, die Millionen von Männern, Frauen, Jugendlichen und Kindern an einem menschenwürdigen Leben hindert.
 
Denken wir besonders an die vielen Flüchtlinge, die gezwungen sind, ihr Land zu verlassen.
 
Mögen die Stimmen der Armen gehört werden, während dessen nach dem biblischen Gebot allen der Zugang zu den Früchten der Erde zurückerstattet werde:
 
»Der Sabbat des Landes selbst soll euch ernähren: dich, deinen Knecht, deine Magd, deinen Lohnarbeiter, deine Beisassen, alle, die bei dir leben. Auch deinem Vieh und den Tieren in deinem Land wird sein ganzer Ertrag zur Nahrung dienen« (Lev 25,6-7).
 
Das Jahr 2024 gelte als Jahr der Vorbereitung auf das Jubiläum und ist besonders dem Gebet gewidmet.
 
Das Gebet ist die erste Kraft der Hoffnung. Man betet, und die Hoffnung wächst, schreitet voran. Das Gebet öffnet die Tür zur Hoffnung.
 
Gebet für das Heilige Jahr 
Vater im Himmel,
der Glaube, den du uns in deinem Sohn Jesus Christus,
unserem Bruder, geschenkt hast,
und die Flamme der Nächstenliebe,
die der Heilige Geist in unsere Herzen gießt,
erwecke in uns die selige Hoffnung
für die Ankunft deines Reiches.
Möge deine Gnade uns zu fleißigen Säleuten des Samens des Evangeliums verwandeln, 
mögen die Menschheit und der Kosmos auferstehen in zuversichtlicher Erwartung des neuen Himmels und der neuen Erde,
wenn die Mächte des Bösen besiegt sein werden und deine Herrlichkeit für immer offenbart werden wird.
Möge die Gnade des Jubiläums in uns Pilgern der Hoffnung die Sehnsucht nach den himmlischen Gütern erwecken und über die ganze Welt die Freude und den Frieden unseres Erlösers gießen.
Gepriesen bist du, barmherziger Gott, heute und in Ewigkeit. Amen.