Mariä Heimsuchung, 2. Juli

Mariä Heimsuchung (2.7.) - Maria, die mit Jesus schwanger ist, besucht ihre Cousine Elisabeth, die im 6. Monat schwanger ist mit ihrem Kind Johannes dem Täufer. 

Mariä Heimsuchung (Visitatio); Rogier van der Weyden 1435
 
Mariä Heimsuchung (Visitatio) Unmittelbar nachdem Maria Jesus empfangen hat, besucht sie eilends Elisabeth, ihre Cousine die im fortgeschrittenen Altar ein Kind empfangen hat - Johannes (den Täufer) und im 6. Monat ist.
In den deutschsprachigen Ländern wird dieses Fest  am
Oktavtag nach der Geburt Johannes des Täufers (24.6.) am 2. Juli gefeiert. In der Weltkirche am 31. Mai.
 
 
Die Kirche erinnert an den Besuch Mariens  - die Jesus empfangen hat  - bei ihrer Cousine Elisabeth, die im 6. Monat schwanger ist mit ihrem Kind Johannes dem Täufer.  Durch die beiden Frauen begegnen sich Jesus, der HERR und der Prophet Johannes. 
 
Zeugnis der Bibel 
Der Evangelist Lukas (LK 1, 39-40) berichtet:
In jenen Tagen (der Empfängnis Jesu) machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Und es geschah: Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrnund mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter… Und Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabet; dann kehrte sie nach Hause zurück“. 
 
Die Begegnung dieser beiden Frauen wird als prophetisches Ereignis, als die erste Mission der Kirche gedeutet. (vgl.  Mary Healy) 
 
Und Maria?
Maria wird bestätigt, was bis dahin ihr reiner Glaube war. „Als Glaubende gehen wir unseren Weg, nicht als Schauende.“ (2 Kor 5,7)
 
Maria ermutigt uns Zeugen der Begegnung mit Gott in unserem eigenen und im Leben unserer Nächsten zu sein.  
 
In der Begegnung Mariens mit Elisabeth können wir die erste „Hauskirche“ sehen. Wo „zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“. 
 
Maria ist für uns, zusammen mit Abraham, Urbild und Schwester im  Glauben. Wir beten sie nicht an, sondern wir beten mit ihr und bitten sie um ihr Gebet mit und für uns. Wer in Jesu Name betet, der betet nie allein, sondern Maria betet immer mit ihm.  

Anrufungen — Kyrie
— Jesus, lass uns auf dem Weg sein, wie Maria, die wir voll Freude und Vertrauen Gottes Leben in sich spürt und es voll Staunen, Freude und Hilfsbereitschaft zu ihren Nächsten bringt. Herr erbarme dich
 
— Jesus, lass uns auf dem Weg sein, wie Maria, dankbar, für alle guten und tröstlichen Begegnungen, dankbar, weil es Menschen gibt, für die wir wichtig sind und für die wir wichtig sein dürfen. Christus erbarme dich
 
Jesus, lass uns auf dem Weg sein, wie Maria, dankbar für alles Vertrauen, das wir haben dürfen, dankbar für allen Trost, den wir erfahren und auch all das aushalten können, was schwer und unverständlich ist. Herr erbarme dich

Fürbitten
Allmächtiger Gott,
„in jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg“, das ist ein großer Mut-machersatz: Maria machte sich auf den Weg. Wenn wir manchmal eine Aufgabe übernehme und gleich darauf Angst haben, dass wir es nicht können oder es uns zu viel wird und wir eigentlich absagen wollen, dann denke daran: mach es wie Maria, „mach dich auf den Weg, Gott wird helfen“ -  so bitten wir heute:

dass wir uns auf den Weg machen gerade dann, wenn wir unsicher und ängstlich sind

dass wir uns auf den Weg machen gerade dann, wenn die Begeisterung für eine Sache schon nachlässt

dass wir uns auf den Weg machen gerade dann, wenn wir uns in der Routine schon so schön eingerichtet haben

dass wir uns auf den Weg machen gerade dann, wenn wir eigentlich gerne unsere Ruhe hätten

dass wir uns auf den Weg machen gerade dann, wenn es uns schwer fällt auf einen Anderen zuzugehen

dass wir uns auf den Weg machen gerade dann, wenn wir hoffen es wird sich schon wer anderer finden, der etwas tut

dass wir uns auf den Weg machen gerade dann, wenn uns etwas überhaupt nicht freut

dass wir uns auf den Weg machen gerade dann, wenn Gott uns immer wieder ins Unbekannte führt

Allmächtiger Gott, Maria hat eine große Entscheidung getroffen, ins Ungewisse hinein – und sie hat sich damit auf den Weg gemacht. Höre unsere Bitten auf die Fürsprache Mariens durch Jesus, unseren Bruder und Herrn, der mit dir lebt und herrscht, heute und in Ewigkeit. Amen 
 (Vgl. Ilse Oberhofer)
 
Quellen:
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; und andere
 
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