Maria, Mutter der Kirche

Heute, Samstag nach Pfingsten, begehen wir in Deutschland den Gedenktag: Maria, Mutter der Kirche 

Maria als „mater ecclesiae“ – Mutter der Kirche. Das Original dieses Mosaiks findet sich auf den Petersplatz in Rom. Papst Johannes Paul II ließ es dort anbringen als Dank für den Schutz Mariens bei dem Attentat, das am 13.5.1981 auf ihn verübt wurde.
 
Unter deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin.
Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren.

Am 2. Mai 2018 hat Papst Franziskus in den Römischen Generalkalender den Gebotenen Gedenktag eingefügt, der jedes Jahr weltweit am Pfingstmontag bzw. an einem Tag in der Woche nach Pfingsten gefeiert werden soll: Maria, Mutter der Kirche.
 
In Deutschland wird an diesem Tag nochmals Pfingsten als "zweiter Feiertag" begangen. Somit kann am diesem Tag nicht die hl. Messe von "Maria, Mutter der Kirche" gefeiert werden. So gibt es die Regel, dass dieser Gedenktag an einem der folgenden Tage in der Woche nach Pfingsten z. B. am Samstag, begangen wird. 
 
Johannes Paul II. fügte den Titel: „Maria, Mutter der Kirche“ 1980 in die Lauretanische Litanei ein.
 
Dieser Titel ist bereits beim Kirchenvater Ambrosius (339–397) nachgewiesen und fand seit dem Hochmittelalter breiten Eingang in Theologie und Volksfrömmigkeit. In manchen Diözesen, z. B. in Argentinien oder Polen, sowie in mehreren Ordensfamilien begeht man das Gedenken bereits seit einigen Jahrzehnten. Ebenso im Petersdom, wo die offizielle Ausrufung dieses Marientitels durch Paul VI. nach dem Abschluss des 2. Konzils  1964 erfolgte, vgl. die Ansprache zum Abschluss der 3. Sitzung über die Konstitution über die Kirche (Lumen Gentium) am 21. November 1964 in  Nr. 30: „Wir erklären Maria zur Ehre der Heiligen Jungfrau und zu unserem Trost zur heiligsten Mutter der Kirche, das heißt des gesamten christlichen Volkes, sowohl der Gläubigen als auch der Hirten, die sie ihre geliebteste Mutter nennen. Wir verfügen, dass alle Christen von nun an mit diesem Titel der Mutter Gottes noch größere Ehre erweisen und ihre Gebete an sie richten.“
 
Die Verehrung Mariens als „Mutter der Kirche“ betont die geistliche Mutterschaft Mariens. Sie ist Urbild und Vollgestalt der Kirche und des Christ-Seins.
 
Im ältesten Mariengebet das außerhalb der Bibel überliefert ist: „Unter deinen Schutz und Schirm“, wird die Rolle Mariens im Heilswirken Gottes, als Jungfrau, Frau, Mutter, Fürsprecherin und Mittlerin die ganz vom Heiligen Geist erfüllt ist ausgedrückt. 
 
Dieses Gebet gehört zu den Grundgebeten der Kirche.
Der Ausdruck Schutz und Schirm sind dabei Aussagen die eigentlich nur Gott zustehen. So heißt es im Psalm 119,114 „Du [Gott] bist mein Schutz und mein Schild.“
Das Gebet preist die Erfüllung der Verheißung Gottes, der uns durch Christus Schutz und Schirm ist.
 
Maria, ihr Herz und ihr Schoß, die Gemeinschaft mit ihr, in ihrem Haus, ihre Fürsorge für Jesus und ihre Gebetsgemeinschaft mit den Jüngern im Abendmahlssaal sind Schutz und Schirm für uns, wie für Jesus den sie empfangen, beschützt und der Welt geschenkt hat damit wir mit ihm, Christus Gemeinschaft haben können.
 
Führe uns zu deinem Sohn“, heißt es im Gebet weiter.  Jesus ist der Heiland, der Retter, Maria ist Vermittlerin und Fürsprecherin. 
Maria, ihr Sein, ihre Aufgabe und Rolle als Frau und Mutter kann deshalb nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wir empfangen durch sie das Heil Gottes - Christus, bei der Verkündigung in Nazareth, der Begegnung mit Elisabeth, der Geburt in Bethlehem, dem Gebet und Opfergang im Tempel, bei der Flucht nach Ägypten, beim Auffinden Jesu im Tempel, bei der Hochzeit zu Kanaa, unterm Kreuz auf Golgotha und beim Gebet um den Heiligen Geist im Abendmahlssaal im Kreis der Apostel und Jünger.
 
Maria hat an all unseren menschlichen Freuden und Sorgen Anteil. Sie ist die Mittlerin des Lebens Gottes, seines Sohnes und ihres Sohnes durch ihre Demut des Glaubens, ihre bejahende Mutterschaft, ihre Sorge um die Liebenden die eine Familie gründen wollen, ihren Schmerz angesichts des Unrechts und Kreuzestodes ihres Kindes, ihre Hoffnung und Freude über die Auferstehung und ihren Glauben und ihre Zuversicht über die Ausgießen des Heiligen Geistes über die Jünger und die ganze Schöpfung.

Durch Maria gelangen wir zu Jesus, so wie es im Gebet heißt: "Versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne."
 
Unter deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin.
Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren.
 
O du glorreiche und gebenedeite Jungfrau, unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.

Versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne. Amen
 
Zur weiteren Betrachtung siehe vgl. die Katechese von Papst Franziskus zur Generalaudienz am 24.3.2021