
Die Heilige Familie, Gemälde von Meister des Bartholomäus Alters (1495 – 1500), Städel Museum, Frankfurt
Der Sonntag in der Weihnachtswoche ist das Fest der Heiligen Familie. Was ist eine „heilige“ Familie? Eine perfekte? Eine konfliktfreie? Eine, bei der alles stimmt?
Die Familie von Nazaret widerspricht all dem. Sie ist arm. Sie ist bedroht. Sie ist auf der Flucht. Sie kennt Angst, Unverständnis und Unsicherheit. Maria versteht ihren Sohn nicht immer. Josef muss Entscheidungen treffen, deren Sinn er nicht überblickt. Und Jesus sprengt Erwartungen – auch familiäre.
Diese Familie stellt die Kirche uns vor Augen. Nicht als Idealbild einer heilen Welt, sondern als Urbild der Kirche.
Der hl. Johannes Chrysostomus sagt: „Nicht dort, wo alles ruhig ist, wohnt Gott, sondern dort, wo Menschen ihn suchen.“
Kirche entsteht nicht dort, wo alles glatt läuft, sondern, wo Menschen Gott Raum geben – mitten im Unfertigen, Fragilen, Brüchigen und Schuldhaften. Nazareth ist keine Vorzeigefamilie sondern der Ort, an dem Gott wohnt. Gott kommt herunter: „Er wohnt unter uns“
aus Liebe. Weihnachten ist die große Bewegung Gottes nach unten. „Er wohnte unter uns“, sagt das Johannesevangelium: Er schlug sein Zelt unter uns auf. Gott wird ein Mitbewohner. Einer, der bleibt. Einer, der mit uns geht.
Der hl. Irenäus von Lyon sagte: „Der Sohn Gottes wurde, was wir sind, damit wir werden können, was er ist.“
Gott will unser Leben nicht nur verbessern – er will es von innen her verwandeln. Darum teilt er nicht nur unsere Freude, sondern auch unsere Angst. Nicht nur unsere Heimat, sondern auch unser Exil.
Denn zur Weihnachtsgeschichte gehört nicht nur die Krippe, sondern auch die Flucht nach Ägypten. Kein romantisches Familienbild, sondern eine existenzielle Bedrohung. Gott geht mit, auch über die Grenze, auch in die Fremde, auch dorthin, wo Menschen keinen Schutz mehr finden.
Der hl. Gregor von Nazianz sagt mit großer Klarheit: „Was Christus nicht angenommen hat, ist nicht erlöst.“
Darum nimmt Christus auch Angst, Verfolgung, Heimatlosigkeit und Entbehrung an. Kein Weg unseres Lebens ist gottloses Niemandsland. Wo wir gehen müssen, geht er mit.
Gottes Liebe ist größer als alle Schuld
Im Kind von Bethlehem hat Gottes Liebe ein menschliches Gesicht bekommen, Hand und Fuß.
Im Kind von Bethlehem hat Gottes Liebe ein menschliches Gesicht bekommen, Hand und Fuß.
Dieses Kind sagt uns: Du musst dich nicht selbst rechtfertigen. Du musst dich nicht selbst retten. Du darfst schwach sein. Du darfst scheitern. Du darfst neu anfangen.
Der hl. Augustinus sagt: „Gott liebt dich nicht, weil du gut bist – sondern damit du gut wirst.“
Gottes Liebe reicht tiefer als unsere Schuld. Sie ist größer als unser Versagen. Sie beginnt nicht bei unserer Leistung, sondern bei seiner Barmherzigkeit.
Gott weist nichts zurück. Er nimmt uns in die Arme – wie der Vater den verlorenen Sohn. – Weihnachten ist kein Fest der Perfekten. Es ist das Fest der Geliebten.
Warum feiert die Kirche den Sonntag der Heiligen Familie?
Die Kirche feiert diesen Sonntag nicht, um Familien zu idealisieren oder unter moralischen Druck zu setzen. Sie feiert ihn, um zu ermutigen.
Die Kirche feiert diesen Sonntag nicht, um Familien zu idealisieren oder unter moralischen Druck zu setzen. Sie feiert ihn, um zu ermutigen.
Sie sagt uns: Heiligkeit besteht nicht darin, dass alles gelingt, sondern dass Gott Raum bekommt – im Alltag, im Streit, im Neubeginn. Heilig ist eine Familie, in der man einander nicht fallen lässt. In der Barmherzigkeit wichtiger ist als Rechthaben. In der Liebe stärker ist als das Scheitern.
Der hl. Basilius der Große sagt schlicht: „Wo Liebe ist, da ist Gott – auch wenn vieles unvollkommen bleibt.“
Und Jesus selbst weitet den Familienbegriff radikal: „Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder, Schwester und Mutter.“ So wird die Kirche zu einer weltweiten Familie, – nicht verbunden durch Perfektion, sondern durch gelebte Liebe.
Ausblick auf unsere heutige Situation
Liebe Schwestern und Brüder,
unsere Welt kennt viel von dem, was wir im Evangelium hören: Angst, Flucht, Machtmissbrauch, Unsicherheit. Aber sie kennt auch das, was die Heilige Familie trägt: Vertrauen, Verantwortung, Hoffnung.
Liebe Schwestern und Brüder,
unsere Welt kennt viel von dem, was wir im Evangelium hören: Angst, Flucht, Machtmissbrauch, Unsicherheit. Aber sie kennt auch das, was die Heilige Familie trägt: Vertrauen, Verantwortung, Hoffnung.
Josef zeigt uns, was heute so notwendig ist: Hören auf Gott. Handeln, ohne alles zu verstehen. Verantwortung übernehmen, auch wenn der Weg dunkel bleibt.
Der hl. Ambrosius sagt über Josef: „Er glaubte mehr dem Wort Gottes als dem Augenschein.“
Vielleicht ist eine Familie – und auch eine Gemeinde – genau dann heilig, wenn sie Raum lässt für das Menschliche: für Lachen und Weinen, für Scheitern und Neubeginn.
Wo Hungernde gespeist werden, Fremde aufgenommen, Kranke besucht, Gescheiterte nicht ausgeschlossen werden, dort lebt die Heilige Familie weiter. Dort wird Weihnachten konkret.
Oder mit den berühmten Worten des hl. Irenäus:
„Die Herrlichkeit Gottes ist der lebendige Mensch.“
Und so dürfen wir mit Vertrauen in die Zukunft gehen.
Wir kennen nicht das Programm des neuen Jahres.
Aber wir vertrauen dem Dirigenten.
Denn: Gott ist da. Er wohnt unter uns. Und er geht mit uns.
Amen.
„Die Herrlichkeit Gottes ist der lebendige Mensch.“
Und so dürfen wir mit Vertrauen in die Zukunft gehen.
Wir kennen nicht das Programm des neuen Jahres.
Aber wir vertrauen dem Dirigenten.
Denn: Gott ist da. Er wohnt unter uns. Und er geht mit uns.
Amen.
Quelle: Archimandrit Dr. Andreas-Abraham Thiermeyer 2025
Die Lauretanische Litanei
Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns.
Christus, erhöre uns.
Gott Vater im Himmel,
erbarme dich unser.
Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott Heiliger Geist
Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott
Heilige Maria, bitte für uns.
Heilige Mutter Gottes
Heilige Jungfrau der Jungfrauen
Mutter Christi
Mutter der Kirche
Mutter der Barmherzigkeit
Mutter der göttlichen Gnade
Mutter der Hoffnung
Du reine Mutter
Du keusche Mutter
Du unversehrte Mutter
Du unbefleckte Mutter
Du liebenswürdige Mutter
Du wunderbare Mutter
Du Mutter des guten Rates
Du Mutter des Schöpfers
Du Mutter des Erlösers
Du Mutter der Barmherzigkeit
Du weise Jungfrau
Du ehrwürdige Jungfrau
Du lobwürdige Jungfrau
Du mächtige Jungfrau
Du gütige Jungfrau
Du getreue Jungfrau
Du ehrwürdige Jungfrau
Du lobwürdige Jungfrau
Du mächtige Jungfrau
Du gütige Jungfrau
Du getreue Jungfrau
Du Spiegel der göttlichen Heiligkeit
Du Sitz der Weisheit
Du Ursache unserer Freude
Du Tempel des Heiligen Geistes
Du Tabernakel der ewigen Herrlichkeit
Du Wohnung, ganz Gott geweiht
Du geheimnisvolle Rose
Du Turm Davids
Du elfenbeinerner Turm
Du goldenes Haus
Du Arche des Bundes
Du Pforte des Himmels
Du Morgenstern
Du Heil der Kranken
Du Zuflucht der Sünder
Du Hilfe der Migranten
Du Trösterin der Betrübten
Du Hilfe der Christen
Du Sitz der Weisheit
Du Ursache unserer Freude
Du Tempel des Heiligen Geistes
Du Tabernakel der ewigen Herrlichkeit
Du Wohnung, ganz Gott geweiht
Du geheimnisvolle Rose
Du Turm Davids
Du elfenbeinerner Turm
Du goldenes Haus
Du Arche des Bundes
Du Pforte des Himmels
Du Morgenstern
Du Heil der Kranken
Du Zuflucht der Sünder
Du Hilfe der Migranten
Du Trösterin der Betrübten
Du Hilfe der Christen
Du Königin der Engel
Du Königin der Patriarchen
Du Königin der Propheten
Du Königin der Apostel
Du Königin der Märtyrer
Du Königin der Bekenner
Du Königin der Jungfrauen
Du Königin aller Heiligen
Du Königin, ohne Makel der Erbsünde empfangen
Du Königin, in den Himmel aufgenommen
Du Königin des heiligen Rosenkranzes
Du Königin der Familien
Du Königin des Friedens
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr.
Bitte für uns, o heilige Gottesmutter (Gottesgebährerin). / Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi.
Gütiger Gott,
du hast allen Menschen Maria zur Mutter gegeben;
höre auf ihre Fürsprache;
nimm von uns die Traurigkeit dieser Zeit,
dereinst aber gibt uns die ewige Freude.
Durch Christus, unsern Herrn.
Amen.
Du Königin der Patriarchen
Du Königin der Propheten
Du Königin der Apostel
Du Königin der Märtyrer
Du Königin der Bekenner
Du Königin der Jungfrauen
Du Königin aller Heiligen
Du Königin, ohne Makel der Erbsünde empfangen
Du Königin, in den Himmel aufgenommen
Du Königin des heiligen Rosenkranzes
Du Königin der Familien
Du Königin des Friedens
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr.
Bitte für uns, o heilige Gottesmutter (Gottesgebährerin). / Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi.
Gütiger Gott,
du hast allen Menschen Maria zur Mutter gegeben;
höre auf ihre Fürsprache;
nimm von uns die Traurigkeit dieser Zeit,
dereinst aber gibt uns die ewige Freude.
Durch Christus, unsern Herrn.
Amen.
Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir,
o heilige Gottesgebärerin.
Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren,
o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau.
o heilige Gottesgebärerin.
Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren,
o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau.