Justin, 1. Juni

Philosoph und Märtyrer

 
„Soweit die Philosophen Anteil an dem in Keimen ausgestreuten göttlichen Logos und für das diesem Verwandte ein Auge haben, tun sie treffliche Aussprüche. Alles, was also bei den Philosophen trefflich gesagt ist, ist Eigentum von uns Christen.“ (Justin)

Lebensdaten:
Geboren in Sichem bzw. Flavia Neapolis (Nablus in Samaria, heute Palästina); gestorben um 165 in Rom. 

Lebensgeschichte
:
Justin entstammte einer heidnisch-griechischen Familie. In seiner Jugend studierte er Philosophie, insbesondere die Schriften Platons und der stoischen Philosophen, und probierte verschiedene philosophische Schulen, Lehrer und Strömungen aus. Die griechische Philosophie lernte er bis zu großer Vollkommenheit, fand darin jedoch keine Wahrheit.
 
Ein Greis, der nicht näher überliefert ist, verwies ihn auf Jesus den Christus; im Alter von 30 Jahren empfing er die Taufe (um 133-137) und stellte seine reichen Geistesgaben und großen Kenntnisse in den Dienst der Kirche Christi.
 
Justin wurde Prediger und Missionar und einer der ersten großen Theologen der Christen. Er verfasste insbesondere Apologien, also Bücher, die in der Argumentation gegen Zweifler und Gegner des Christentums die Richtigkeit der Botschaft von Jesus Christus darlegen. Unter anderem sind dies die "Erste" und die "Zweite Apologie" zur Verteidigung der Christen gegen die Vorwürfe des Atheismus und der Volksverhetzung im römischen Staat. Von ihn stammt eines der ältesten Zeugnisse der Eucharistiefeier und er setzte auch Maßstäbe bei der Auslegung des Alten Testaments bis heute.
 
Justin gründete in Rom eine christliche Schule. Seine Apologien überreichte er dem heidnischen Kaiser Antoninos (150) und auch Kaiser Mark Aurel (um 160). Des Weiteren schrieb er den "Dialog mit dem Juden Tryphon", bei dem es sich um die Aufzeichnung einer tatsächlich stattgefundenen Diskussion in Ephesus handelt, einem Brückenschlag zwischen Juden- und Christentum. Um 150 legte er Kaiser Antonius Pius und dem römischen Senat seine "Schutzschrift der christlichen Religion" vor.
 
In Rom kam es aber zur Anklage und zum Todesurteil gegen ihn und seiner Gefährten und er wurde 166, zur Zeit des römischen Kaisers Mark Aurel, enthauptete. 
 
Seine Reliquien befinden sich in Rom. Die Prozessakten sind erhalten. 
 
Darstellung:
im Philosophenmantel, mit Palme oder Märtyrerkrone
 
Patron:
der Philosophen
 
Zitate:
Bei allem aber, was wir zu uns nehmen, preisen wir den Schöpfer des Alls durch seinen Sohn Jesus Christus und durch den Heiligen Geist.“
 
“An dem Tag, den man Sonntag nennt, findet eine Versammlung aller statt, die in Städten oder auf dem Land wohnen.“
 
„Wir haben an der Enthaltsamkeit Gefallen.
 
Wir haben uns nun dem guten und ungezeugten Gott geweiht.

Wir stellen Geld und Besitz in den Dienst der Allgemeinheit und teilen mit den Bedürftigen.
 
Wir leben jetzt nach Christi Erscheinen als Tischgenossen zusammen und beten für unsere Feinde.“
 
„Der Sonntag ist der Tag christlicher Versammlung, weil er der erste Tag ist, an welchem Gott die Welt schuf und weil Jesus Christus, unser Erlöser, an diesem Tag von den Toten auferstanden ist. Die Eucharistie beginnt mit einer Lesung aus den Aufzeichnungen der Apostel oder den Schriften der Propheten. Dann folgt eine Auslegung dieser Worte. Darauf erheben wir uns alle zusammen und senden Gebete empor. Und wenn wir mit dem Gebet zu Ende sind, werden Brot, Wein und Wasser herbeigebracht, der Vorsteher spricht gleichermaßen Gebete und Danksagungen mit aller Kraft, und das Volk stimmt ein, indem es das Amen sagt. Darauf findet die Ausspendung statt, jeder erhält seinen Teil von dem Konsekrierten, den Abwesenden aber wird er durch die Diakone gebracht.„
 
Quellen:
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; und andere
 
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