Maria Goretti, 6. Juli

Märtyrerin und Vorbild im Widerstand gegen sexualisierte Gewalt. 


Mit nur 12 Jahren wurde Maria Goretti erstochen, weil sie sich einem Mann widersetzte, der sie vergewaltigen wollte. Auf dem Sterbebett hat sie ihrem Mörder verziehen und sich gewünscht, dass er neben ihr im Paradiese sei. 
 
Gedenktag
 6. Juli
 
Lebensdaten
geboren1890 in Corinaldo, Provinz Ancona (Italien), gestorben am 6. Juli 1902 in Nettuno bei Rom. 
 
Lebensgeschichte
Maria Goretti, genannt Marietta, war das zweitälteste Kind einer armen Bauernfamilie. 1899 zog die Familie in ein Dorf südlich von Rom, um sich unter ausbeuterischen Bedingungen bei der Feldarbeit zu verdingen. Dort teilten sich die Gorettis eine winzige Behausung mit dem Witwer Giovanelli Serenelli und dessen Sohn Alessandro. Kurz darauf starb der Vater an Malaria.
 
Marietta kümmerte sich um ihre kleineren Geschwister und versorgte den Haushalt, während ihre Mutter und ihr Bruder auf dem Feld arbeiteten. Marietta wurde von den Passionistenpatres der benachbarten Stadt Nettuno zur heiligen Erstkommunion geführt, das Erstkommunionkleid bezahlte die Dorfgemeinschaft. 
 
Alessandro begann, der Elfjährigen nachzustellen. Am 5. Juli 1902 überfiel der 20-jährige sie, zerrte sie in die Küche und stach 14-mal mit einem langen Eisenspieß auf sie ein als sie sich der Vergewaltigung widersetzte mit dem Ruf „Das ist Sünde, Alessandro, du kommst in die Hölle“.
 
Marietta starb anderntags im Krankenhaus von Nettuno. Als ihr der Pfarrer die Sterbesakramente spendete, verzieh Marietta ihrem Mörder mit den Worten: „Ich will ihn bei mir im Paradies haben.“
 
Verehrung
Mariettas Verehrung wurde von den Passionistenpatres mithilfe der Katholischen Aktion besonders unter der ländlichen Bevölkerung befördert und kam 1947 mit der Seligsprechung durch Papst Pius XII. zum ersten Abschluss.
 
Bei der Seligsprechung die erstmals in italienischer und lateinischer Sprache auf dem Petersplatz vorgenommen wurde, war neben Mariettas Mutter Assunta auch Alessandro Serenelli anwesend, dem die Mutter nach dessen Bekehrung und fast 30 Jahren Haft ebenfalls verziehen hatte.
 
Marietta wurde 1950 heiliggesprochen, und ist im Santuario di Nostra Signora delle Grazie e di Santa Maria Goretti in Nettuno begraben.
 
Alessandro Serenelli schloss sich dem franziskanischen Dritten Orden an und lebte als Gärtner und Pförtner zuletzt im Kapuzinerkloster von Macerata, wo er 1970 mit 87 Jahren starb.
 
 
Quellen:
vgl. deutsche-biographie.de; 2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere
 
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