„Maria weinte und beugte sich in das Grab hinein; da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern.“ (Joh 20,11)
„Jesus sprach zu Maria: Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“ (Joh 20,15)
„Maria ging hin und verkündete den Jüngern: Ich habe den HERRN gesehen.“ (Joh 20,18)
Maria aus Magdala
Apostelin der Apostel
Namensdeutung
Maria = Meeresstern, Geliebte, Widerspenstige
Magdala = Ortsname am See Genezareth in Galliläa
Namensvarianten
Madeleine, Maddalena, Magdalene, Magda, Maggie, Maude, Marlene, Lena, Lenka
Gedenktag
22. Juli
Lebensdaten
Geboren zur Zeit Jesu in Magdala, heute Migdal in Galliläa am See Genesaret.
Lebensgeschichte
Maria ist in allen Evangelien bezeugt. Nachdem Jesus ihr sieben Dämonen ausgetrieben hatte, folgte sie ihm nach und sorgte für ihn und seine Jünger.
Maria von Magdala wird im Lukasevangelium (Lk 8, 2) an erster Stelle unter den Frauen genannt, die Jesus geheilt hatte und die ihn dann begleiteten und unterstützten.
Dass sie die Sünderin war, die Jesus die Füße wusch (Lk 7, 36-50), und dass sie die Schwester der Marta und des Lazarus war (Lk 10, 38-50; Joh 12, 1-8), wird in der abendländischen Liturgie seit Papst Gregor d. Gr. allgemein vorausgesetzt, ist jedoch nicht sicher. Dagegen wird klar berichtet, dass sie beim Kreuz Jesu stand (Mk 15, 40-41), dass sie beim Begräbnis Jesu dabei war (Mk 15, 47) und am Ostermorgen mit anderen Frauen zum Grab ging (Mk 16, 1-8).
Nachdem sie Petrus und Johannes davon berichtet hatte und die beiden Jünger zum Grab liefen, erschien ihr als Erster der Auferstandene, den sie zunächst für den Gärtner hält, diese Begegnung ist eine Szene voll Zärtlichkeit und Liebe. Jesus gab sich ihr zu erkennen und trug ihr die Auferstehungsbotschaft an die Jünger auf (Mk 16, 9; Joh 20, 14-18), weshalb sie auch "Apostelin der Apostel" genannt wurde.
Außerbiblische Überlieferungen im 3. Jahrhundert machen aus Maria von Magdala eine besonders eingeweihte Gefährtin Jesu und Gegenspielerin von Petrus.
Weil sie als Erste dem Auferstandenen begegnete, wurde sie in der frühen Kirche als „Apostelgleiche“ verehrt und von Hippolyt von Rom „Apostelin der Apostel“ genannt. Gleichzeitig setzte die Tradition sie mit der namenlosen Sünderin gleich, die Jesus die Füße mit ihren Tränen wusch, und deswegen auch mit Maria von Bethanien, der Schwester von Martha und Lazarus, wenn man sie nicht sogar für die ertappte Ehebrecherin (Joh 8,3–11) hielt.
Die Goldene Legende von Jacobus de Voragine erzählt, sie wäre gemeinsam mit Maria, der Mutter des Kleophas, Martha und Lazarus auf einem segellosen Schiff nach Saintes-Maries-de-la-Mer in der Camargue gelangt und hätte in der Provence missioniert und in einer Höhle als Büßerin und Einsiedlerin gelebt.
Einer anderen Überlieferung nach begleitete Maria Magdalena Johannes und Maria, die Mutter Jesu, nach Ephesus, wo auch sie gestorben sei.
Verehrung
Als Apostelin der Apostel oder
Papst Franziskus hat 2016 den Gedenktag in den Rang eines Festes erhoben und eine eigene Präfation und Gebete für die Feier der Hl. Messe vorgelegt.
Die Orte Saint-Maximin-la-Sainte-Baume in der Provence und das burgundische Vézelay nennen Reliquien der Magdalenerin ihr eigen.
Wegen der Überlieferungstradition Maria Magdalenas als „Sünderin“ entstand 1230 der Orden der Magdalenerinnen zur Betreuung „bußfertiger Dirnen“, und bis 1996 gab es in Irland Magdalenenheime zur Aufnahme „gefallener Mädchen und Frauen“.
Darstellung
als Büßerin von Haaren bedeckt, mit Salbengefäß
(Quelle vgl. Bistum Augsburg)
Gebete
Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus,
die heilige Maria Magdalena
durfte den Auferstandenen sehen
und als Erste den Jüngern
die österliche Freude verkünden.
Gib auf ihre Fürsprache auch uns den Mut, zu bezeugen, dass Christus lebt,
damit wir ihn einst schauen in seiner Herrlichkeit, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Präfation
durfte den Auferstandenen sehen
und als Erste den Jüngern
die österliche Freude verkünden.
Gib auf ihre Fürsprache auch uns den Mut, zu bezeugen, dass Christus lebt,
damit wir ihn einst schauen in seiner Herrlichkeit, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Präfation
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir zu danken, allmächtiger Vater, da deine Barmherzigkeit nicht geringer ist als deine Macht, und dich in allem zu preisen durch unseren Herrn Jesus Christus. Denn er ist im Garten Maria Magdalena erschienen, die ihn geliebt hatte, als er auf Erden lebte. Sie schaute ihn, als er starb, am Kreuz, sie suchte ihn im Grab, als Erste betete sie ihn an, als er erstand von den Toten. Er aber hat sie ausgezeichnet mit einem Auftrag für die Apostel, damit die frohe Botschaft vom neuen Leben sich ausbreite bis an die Enden der Erde. Darum, o Herr, preisen auch wir dich mit allen Engeln und Heiligen und singen voll Freude das Lob deiner Herrlichkeit.
