Marta, Maria, Lazarus, 29. Juli

 
Gebet
Jesus, HERR hilf mir,
auf dich zu hören wie Maria,
zu organisieren, zu schaffen wie Marta
und zu hoffen wie Lazarus.
Sei bei mir – in meinem Alltag,
mit allem, was dazugehört. 
Amen.
 
Jünger und Jüngerinnen Jesu

Gedenktag
gemeinsam am 29. Juli; Lazarus am 17. Dezember

Lebensdaten
geboren in Betanien, Vorort in biblischer Zeit von Jerusalem, gestorben 78 ebendort. 
 
Leben 
Lazarus und seine Schwestern Maria und Marta werden in Lk 10,38-42, in Joh 11,1-44 sowie in Joh 12,1-8 erwähnt. Sie sind Jünger bzw. Jüngerinnen Jesu, aber sie wandern nicht mit ihm - zumindest nicht in den erzählten biblischen Berichte sondern bieten ihm ihr Haus als Stützpunkt an. Insgesamt erzählt das Lukasevangelium eine und das Johannesevangelium zwei weitere Episoden.
In Lk 10,38-42 wird Jesus von Marta aufgenommen, die für ihn sorgt, während ihre Schwester Maria Jesus zu Füßen sitzt und ihm zuhört. Marta beschwert sich bei Jesus und will, dass er Maria auffordert ihr zu helfen. Jesus lehnt aber ab und rechtfertigt Marias Entscheidung ausdrücklich. 
 
Eine häufige Auslegungstradition dieser Bibelstelle ist den kontemplativen und aktiven Aspekt in der Nachfolge Christi zu bestimmen. 
 
In der Geschichte ist Marta aktiv, sie nimmt Jesus auf – offensichtlich ist es ihr Haus – und sie müht sich im Dienst (Diakonie) für Jesus. Es ist wohl an das Beherbergen der Gäste und an da Vorbereiten und Auftragen von Essen zu denken, aber der theologisch wichtige Begriff „Dienen“ ist eine wichtige Charakterisierung von Jüngerschaft und kann auch Leitungsämter bezeichnen. Trotz dieser positiven Rolle von Marta lehnt Jesus ihr Ansinnen, auch Maria zu solchem Dienst aufzufordern, rundweg ab. Marias Entscheidung für das Zuhören wird unterstützt und positiver gewertet. Maria ist als Schülerin Jesu dargestellt, das Sitzen zu seinen Füßen ist eine übliche Beschreibung für das Lernen bei einem Rabbi (vgl. Apg 22,3)
 
Lazarus wird im Johannesevangelium als Freund Jesu bezeichnet der nach Betanien kommt um seinen Freund wieder zum Leben zu erwecken. Marta führt dabei mit Jesus ein Gespräch, an dessen Ende sie bekennt: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“ (Joh 11,27)
 
Im Johannesevangelium gibt es ein positives Miteinander der Schwestern und für beide eine stärkere Rolle als wichtige Jüngerinnen Jesu. Joh 11f bietet einige zusätzliche Informationen: Die Schwestern wohnen in Bethanien in der Nähe von Jerusalem und haben außerdem noch einen Bruder, Lazarus
 
Die innerlichere Maria fällt Jesus weinend zu Füßen und klagt: „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben“ (Joh 11,32).
Zuvor aber gibt es ein ausführliches Gespräch zwischen Jesus und Marta, in dem Marta Jesus sein spätes Kommen vorwirft, ihr Vertrauen aber zu seinen Fähigkeiten auch jetzt noch ausdrückt und auf seine Selbstoffenbarung als Auferstehung und Leben hin ein umfassendes Christusbekenntnis ablegt. Anders als im Lukasevangelium steht Marta also in einer sehr positiven Beziehung zu Jesus und stellt Forderungen an ihn, die er aber anders als im Lukasevangelium trotz anfänglicher Abwehr erfüllt. Die positive Rolle von Marta ist auch dadurch betont, dass sie das wichtigste Bekenntnis zu Jesus im Johannesevangelium ablegt.
 
Sechs Tage vor Jesu letztem Paschafest salbte Maria Jesus die Füße mit kostbarem Nardenöl und trocknete sie mit ihrem Haar. Deswegen wurde sie mit der salbenden Sünderin (Lk 7,36–50) und in der Folge auch mit Maria Magdalena gleichgesetzt.
 
In Joh 12 wird von einem Essen in Betanien kurz vor der Passion erzählt. Hier wirkt Marta im Hintergrund, wie in Lk 10 organisiert sie das Mahl, was wie dort als Dienen bezeichnet wird (Joh 12,2). Maria dagegen steht im Zentrum der Geschichte, sie salbt Jesu Füße mit wertvollem Öl und wird von Jesus gegen den Angriff des Judas verteidigt. Wie in Lk 10 schweigt Maria und ist ganz auf Jesus bezogen, anders als dort drückt sie ihren Glauben aber in einer prophetischen Zeichenhandlung aus. Die Salbung zeigt ihr Verständnis der bevorstehenden Passion Jesu und weist einige Parallelen zur Fußwaschung durch Jesus in Joh 13 auf, so dass Maria in gewisser Weise das spätere Handeln Jesu schon vorwegnimmt. 
 
Legende
Marta gelangte mit Lazarus und Maria (Magdalena) im Jahr 48 nach Südfrankreich, wo sie ein Kloster errichtete, in dem sie bis zu ihrem Tod 30 Jahre später lebte. Die örtliche Überlieferung verbindet mit dieser Legende den Beginn des Christentums in der Provence.
 
Eine andere provençalische Legende erzählt, dass Marta einen Drachen namens Tarasque mit einem Kreuz und Weihwasser oder Weihrauch besänftigte und an ihrem Gürtel wie an einer Leine mit sich führte. Die Stadt Tarascon feiert in dieser Legende ihren Ursprung und verehrt in der Kirche Sainte-Marthe bis heute ihre Reliquien.
 
In Amerika geben Martafiguren hinter der Theke häufig einen dezenten Hinweis auf ordentliches Trinkgeld.
 
Darstellung
bei der Einkehr Jesu in Bethanien; Marta: mit Kochlöffel, Schlüsselbund, Salbgefäß, Weihwasserkessel und Drachen
 
Quellen
2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; orthopedia.de und andere
 
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